Jürgen Moltmann über den Urknall (100 Wörter des Jahrhunderts): „Warum Ur-»knall« und nicht Ur-»sprung«? Es klingt mechanistisch, nicht so menschlich, wie man früher von einer »Geburt der Welt« aus ihrer göttli­chen Mutter oder von einer »Schöpfung der Welt« aus Wort und Geist des göttlichen Vaters gesprochen hatte. Es klingt kriegerisch und männlich. Eigentlich gibt es doch nichts Geistloseres als »Knall«, »Blitz« und »Explosion«. Sollen wir im Ernst sagen: »Am Anfang war der Knall«?“

Urknall Von Jürgen Moltmann Die Weltentstehungslehre des 20. Jahrhunderts wird mit den Namen »Urknall«, »Big Bang«, »Urblitz«, »Blitzstart« und »Explosion« … Mehr

Michael Welker über den Heiligen Geist: „Das Wirken des Heiligen Geistes dient nicht nur der Erbau­ung einer reichen und kreativen »Ge­meinschaft der Heili­gen« und der Befreiung von der Macht der Sünde. Indem die Menschen durch den Geist zu Christus geführt, für Got­tes Reich gewonnen, auf Gott selbst ausgerichtet werden, werden sie erhoben und am göttlichen Leben beteiligt.“

Heiliger Geist Von Michael Welker Die Lehre vom Heiligen Geist oder Pneumatologie (griech. pneuma = »Geist«, »Wind«) fristete lange ein … Mehr

Karl Barth, Zum 400. Todestag Calvins (1964): „Niemand sollte sich heute einbilden, daß er, um von Vergnügen nicht zu reden, mit gutem Gewissen in dem von Calvin regierten Genf hätte leben können! Es kam dazu, daß er einen gewissen platonisierenden Dualismus in der Verhältnisbestimmung zwischen Leib und Seele, auch zwischen Himmel und Erde, Diesseits und Jenseits zeitlebens nicht los geworden ist. Er erlaubte ihm nicht, den Menschen in der Ganzheit seines Daseins, seines Elends, aber auch seiner Erlösung zu Gesicht zu bekommen und zur Sprache zu bringen: ein Mangel, der eine seiner Ethik, aber auch und vor allem seiner Zukunftserwartung eigentümlich lebensfremde Kälte nach sich ziehen mußte.“

Zum 400. Todestag Calvins Von Karl Barth Wer heute die Erinnerung an den am 27. Mai 1564 in Genf gestor­benen … Mehr

Eduard Schweizer, Was ist der Heilige Geist? Eine bibeltheologische Hinführung (1979): „Der Heilige Geist kann den Menschen in eine Aufgabe rufen und ihm zugleich die Schwere seines Weges aufzeigen. Er kann die überbordende Freude schenken und zugleich die Nüchternheit der Liebe, die die andern nicht vergisst. Er kann «protestantisch» und «katholisch» und «charismatisch» reden.“

Was ist der Heilige Geist? Eine bibeltheologische Hinführung Von Eduard Schweizer Wie kann man den Heiligen Geist von allen möglichen … Mehr

Jürgen Roloff über Pfingsten: „Als dessen geschichtlichen Hintergrund dürfte festzuhalten sein, dass die engsten Jünger Jesu, veranlasst durch die Erscheinungen des Auferstandenen in Galiläa, zu dem auf das Todespascha folgenden Wallfahrtsfest nach Jerusalem zogen, um dort als Zeugen des Handelns Gottes vor Israel aufzutreten, und dass sie dort einer Manifestation des Geistes Gottes teilhaftig wurden. Indem sich durch diese die Israel gegebene prophetische Geistverheißung für die Endzeit (Joel 3,1–5; vgl. Act 2,17–21) erfüllte, wurde die Auferweckung Jesu als Anbruch der Endzeit ausgewiesen.“

Pfingsten Von Jürgen Roloff Pfingsten ist neben Ostern das einzige jüdische Fest, das in den christlichen Festkalender eingegangen ist. Der … Mehr

Johann Baptist Metz, Gott und die Übel dieser Welt. Vergessene, unvergeßliche Theodizee: „Das Christentum verlor jedoch sehr früh seine elementare Leidempfindlichkeit. Die die biblischen Traditionen beunruhi­gende Frage nach der Gerechtigkeit für die unschuldig Leidenden wurde zu schnell umgesprochen und verwandelt in die Frage nach der Erlösung für die Schuldigen. So glaubte die Theologie, dem Christentum den Stachel der Theodizeefrage ziehen zu können.“

Gott und die Übel dieser Welt. Vergessene, unvergeßliche Theodizee Von Johann Baptist Metz Das Thema dieses Heftes, „Rückkehr der Plagen“, … Mehr

Gerhard Sauter über Gerhard Sauter: „Von Martin Luther habe ich gelernt, daß Theologie weder erdacht noch handlungsmäßig hervorgebracht werden kann, son­dern erfahren werden will. Doch den Tod und seine Überwindung hat Jesus Christus allein erfahren, und indem wir in seine Geschichte ver­setzt werden, kommt Gottes richtendes und rettendes Urteil über die Wirklichkeit unseres Tuns und Lassens zum Zuge: das Urteil, welches als Verheißung über unserem Leben und Sterben steht.“

Gerhard Sauter über Gerhard Sauter In dem von Christian Henning und Karsten Lehmkühler herausgegebenen Band Systematische Theologie der Gegenwart in … Mehr

Paul-Henri Thiry d’Holbach, Gebet eines tugendhaften Atheisten: „Ich darf dich, also, nicht fürchten; ich darf des Schicksals wegen nicht unruhig seyn, das du mir zubereitest. Deine Gütigkeit konnte nicht zugeben, daß ich mir durch unvermeidliche Verirrungen Strafe zuzöge. Warum ließest du mich nicht lieber in dem Nichts, als daß du mich in die Klas­se vernünftiger Wesen riefest, damit ich die traurige Freyheit haben möchte, mich unglücklich zu machen?“

Gebet eines tugendhaften Atheisten Von Paul-Henri Thiry d’Holbach Wenn denn wirklich ein Gott seyn sollte; wenn dieser Gott ein verständiges, … Mehr

Bernd Janowski, Sühne im Alten Testament und im Judentum (EKL): „Weil der Opfernde, der eine (unwissentliche) Verfehlung begangen hat, sich durch diesen Gestus mit dem Opfertier identifiziert, geht es in dessen Tod real-symbolisch um den Tod des Sünders. Das Proprium der kultischen Stellvertretung ist die im Tieropfer symbolisch sich vollziehende Lebenshingabe des schuldigen Menschen.“

Sühne im Alten Testament und im Judentum Von Bernd Janowski 1. Sühne ist ein Zentralbegriff biblischer Theologie. Neben dem traditionellen … Mehr