Karl Barth, Die neue Welt in der Bibel (1917): „Es ist ein Strom in der Bibel, der trägt uns, wenn wir uns ihm nur einmal anvertraut haben, von selber dem Meere zu. Die heilige Schrift legt sich selbst aus, aller unserer menschlichen Beschränktheit zum Trotz. Wir müssen es nur wagen, diesem Trieb, diesem Geist, diesem Strom, der in der Bibel selbst ist, zu folgen, über uns selbst hinauszuwachsen und nach der höchsten Antwort zu greifen. Dieses Wagnis ist der Glaube und nicht mit einer falschen Bescheidenheit, Zurückhaltung und angeblichen Nüchternheit, sondern im Glauben, als die da mitgehen wollen, wohin sie geführt werden, lesen wir die Bibel recht.“

Es gibt einen Vortrag von Karl Barth, der im angloamerikanischen Kontext eine eigene Wirkungsgeschichte entfaltet hatte – „Die neue Welt … Mehr

Jürgen Roloff über den Wein in der Bibel: „Wenn Jesus mit seinen Anhängern festliche Mahlzeiten hielt, bei denen Wein getrunken wurde, so fand darin die Freude über die heilvolle Nähe Gottes sinnfälligen Ausdruck. Zugleich markierte er damit den Gegensatz zu dem in nasiräischer Askese lebenden Bußprediger Johannes dem Täufer.“

Die Artikel über Wein in theologischen Lexika haben immer Bekennerqualität. So lässt sich auch Jürgen Roloffs nüchterner Beitrag im EKL … Mehr

Eberhard Jüngels Oinotheologie (aus der RGG4): „Der syrische Über­setzer des Jesus Sirach hat denn auch, dessen Text unverfroren manipulie­rend, den Wein verwässert, als er aus dem hebräischen »dem Leben gleich zu achten ist der Wein« das syrische »dem Wasser gleich zu achten ist der Wein« machte. Wasser so gut wie Wein – schlimmer kann man den Wein nicht kränken! Und auch die Wahrheit nicht, die wohl im Wein, aber niemals im Wasser sein kann: auch dann nicht, wenn es stimmen sollte, dass das Wasser das Beste ist. Der Wein enthemmt, die Wahrheit macht frei. Deshalb bilden Wein und Wahrheit eine Syzy­gie, ein Zwillingspaar. Und was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“

Der Mitherausgeber der RGG4 Eberhard Jüngel hat es sich nicht nehmen lassen, einen oinotheologischen Beitrag „Wein und Wahrheit“ in der … Mehr

Warum Fremdenliebe mehr als Gastfreundschaft ist. Zu Hebräer 13,2 und Römer 12,13: „‚Gastfreundschaft‘ zu üben entspricht nicht wirklich der Herausforderung einer philoxenia. Diese griechische Wort meint nämlich Fremdenliebe bzw. Fremdenfreundlichkeit und ist der Gegenbegriff zur Xenophobie. Im Unterschied zum Fremden, der sich anderen unerwartet zumutet, bringt ja der geladene Gast bereits einen willkommensfähigen Status mit.“

Warum Fremdenliebe mehr als Gastfreundschaft ist In der neuen Luther-Bibel 2017 bleibt es dabei: „Gastfrei zu sein vergesst nicht“ (Hebräer … Mehr

„Seht auf und erhebt eure Häupter“ – Predigt zu Lukas 21,25-33 mit Bezug auf Richard Oelzes Gemälde ‚Erwartung‘ (1935/36): „An dem gespenstisch dunklen Himmel zeigt sich eine Wolkenformation wie geschlossene Lippen – unheilvolles Schweigen, das sich dem Betrachter entgegenwirft. Wenn das Furchtbare sichtbar wäre, wäre es zum Davonlaufen, aber unsichtbares Unheil eröffnet keinen Ausweg. Die Menschen, die solchermaßen gefangen sind, zeigen uns meist den Rücken. Und wer sich von diesem kalyptischen Naturschauspiel abwendet, lässt nur in ein gesichtsloses Gesicht blicken.“

Predigt zu Lukas 21,25-33 mit Bezug auf Richard Oelze, „Erwartung“ Was braut sich da zusammen? Kopferhoben starrt eine Gruppe Menschen … Mehr

Ist die neue Luther-Bibel 2017 wirklich zuverlässig und sprachlich eingängig? „Der Versuch einer redaktionellen Bearbeitung einer redaktionellen Bearbeitung einer redaktionell bearbeiteten Lutherübersetzung, die wiederum maßgeblich von der lateinischen Vulgata geprägt ist, wird niemandem dauerhaft gerecht. Entweder das Original 1545 als Luther-Übersetzung orthographisch angepasst neu abdrucken oder noch einmal wirklich neu übersetzen.“

Ist die neue Luther-Bibel 2017 wirklich zuverlässig und sprachlich eingängig? Da hat die neue Luther-Bibel schon viel Lob eingeheimst. In … Mehr

Hans Jochim Iwand über Tod und Auferstehung in seiner Vorlesung zu Luthers Theologie: „Luther hat den Glauben an die Auferstehung nicht nur auf die Auferstehungsberichte gegründet, sondern auf die Tatsache, daß Gott mit uns redet, also auf das erste Gebot. Darauf kommt er immer wieder: Wenn Gott sagt «Ich bin der Herr, dein Gott», dann sei damit schon die Auferstehung gegeben. Mit anderen Worten: Im Bunde (des Gesetzes), den Gott mit den Menschen macht, ist die Gewissheit der Auferstehung gegeben. Was bezeugt wird in der Auferstehung Jesu, ist nichts anderes, als dass Gott Gott ist. Und was bezeugt werden wird in der Wiederkunft Christi, das ist auch nichts anderes, als dass Gott Gott ist. Das heißt: Das Sein, das sich der Tod angemaßt hat, wird, in der letzten Perspektive gesehen, als ein Nicht-sein erwiesen werden, und das Sein, das Jesus darstellt, wird uns als rechtes Sein offenbar werden. Das «In-Christus-Sein» ist also Ausdruck der einzigen Wirklichkeit, die es gibt. Dagegen wird die angemaßte Wirklichkeit des Todes, die eine Wirklichkeit ist, weil der Zorn Gottes dahintersteht, als ein Schein erwiesen werden.“

In seiner Bonner Vorlesung zu Luthers Theologie 1956/57 behandelt Hans Joachim Iwand im Rahmen der Christologie auch die Frage nach … Mehr

Hans Joachim Iwand, Tod und Auferstehung: „Die Auferstehung Jesu ist das Besondere und bleibt das Besondere in Zeit und Ewigkeit. Aber zu diesem Besonderen gehört et­was Allgemeines: Der Tod, den wir alle in uns spüren, der in unserem Blute sitzt, als Gesetz unseres Fleisches, das vergehen muß – dieser ist betroffen. Um diese Frage entbrennt der große Streit in Korinth um die Auferstehung. Es geht hier ums Grundsätzliche: Es geht um die Kopula, die zwischen jenem Besonderen, der Auferstehung Jesu, und der Totenauferstehung schlechthin geschlun­gen ist. Wenn es die letztere nicht gibt, wenn die Kette, die uns bindet, nicht zugleich gerissen ist, dann ist sie überhaupt noch nicht gerissen, dann sind wir noch in unseren Sün­den; dann ist auch der Satz, dass Jesus auferstanden ist, ein nutzloser, ein gleichgültiger, ein leerer Satz, den man dann auch nicht ausbotschaften und verkündigen kann.“

Tod und Auferstehung (1959) Von Hans Joachim Iwand Wir haben bisher unser theologisches Interesse auf die Frage des Da­seins Jesu … Mehr