Ernst Troeltsch über Kirchen und Sekten in ‚Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen‘: „Der Typus der Kirche ist die überwiegend konservative, relativ weltbejahende, massenbeherrschende und darum ihrem Prinzip nach universale d. h. alles umfassen wollende Organisation. Die Sekten sind dem gegenüber verhältnismäßig kleine Gruppen …“

Es ist immer noch interessant zu lesen, wie Ernst Troeltsch in seinem Werk Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen … Mehr

Zustand oder Geschehen – worin „katholisch“ und „evangelisch“ sich möglicherweise entscheidend unterscheiden (und warum der liberale Protestantismus nicht dem Evangelium, sondern einem selbstbewussten Zustand glaubt): „Wo Heilwerdung – an Stelle einer zu geschehenden Zusage – als operationalisierbarer Trans­formationsprozess im Menschen verstanden wird, ist das Kreuzesgeschehen in eine verheißungslose Vergangenheit zurückgenommen.“

Zustand oder Geschehen – worin „katholisch“ und „evangelisch“ sich möglicherweise entscheidend unterscheiden Das ist eine Versuchung, den entscheidenden Unterschied zwischen … Mehr

Hans Joachim Iwand, Christliche Freiheit nach Martin Luther: „Die christliche Freiheit betrifft das Gewissen des homo religiosus, also des Menschen, der an Gott glaubt und unter seinen Geboten lebt. Sie wird nicht etwa außerhalb des Heilswillens Gottes, nicht einfach als Freiheit des homo naturalis entwickelt. Sie ist sozusagen die Frage an den «Christenmen­schen», ob er auch wisse, was seine durch Jesus Christus ihm vermittelte Freiheit sei. Die christliche Freiheit ist nicht eine «auch», sondern «nur» bei den Christen anzutreffende Frei­heit.“

Christliche Freiheit nach Martin Luther Von Hans Joachim Iwand In seiner Bonner Vorlesung zu Luthers Theologie 1956/57 behandelte Hans Joachim … Mehr

Max Horkheimers Notiz über Aufklärung und Religion: „Je weiter die Naturerkenntnis fortschreitet und je gerechter und durchsichtiger die Gesellschaft wird, so dass keine gesellschaftlich bedingten Unterschiede, kein gesellschaftlich bedingtes Leid den Finger Gottes als Erklärung fordern, desto weniger werden die Menschen der Religion bedürfen. Aber, so könnten sie erwidern, werden wir dann nicht der Religion bedürfen, weil wir doch sterben müssen und weil die Kreatur, die nichtmenschliche, durch die Natur und vor allem durch die unbarmherzige Menschheit leidet? Bedarf es nicht immer der Religion, weil die Erde, auch wenn die Gesellschaft in Ordnung wäre, das Grauen bleibt?“

Über Aufklärung und Religion (1959/60) Von Max Horkheimer Der Begriff von Göttern oder Gottes, so sagten die Aufklärer der Nationen, … Mehr

Max Horkheimer im SPIEGEL-Gespräch „Was wir ‚Sinn‘ nennen, wird verschwinden“ aus dem Jahr 1970: „Die moderne Liberalisierung der Religion führt, wie ich meine, zum Ende der Religion. Unbewusst oder halbbewusst kommt jedermann dabei zur Überzeugung, daß die Liberalisierung der Theologie der gängigen Politik entspricht. Es werden Konzessionen gemacht, Kompromisse geschlossen, es wird mit der Wissenschaft paktiert – als ob Wissenschaft mehr dazu sagen könnte, als daß die Erde ein Mikro-Atom sei, ein Kügelchen mit einem Schimmelüberzug, schwebend im unendlichen Universum.“

Das ist eines der großen SPIEGEL-Gespräche, das Georg Wolff und Herbert Gumnior 1970 mit Max Horkheimer unter der Überschrift „Was … Mehr

Hans G. Ulrich, Was sind gute Werke: „Was gut ist, kann nicht an einem Zustand der Welt oder des Menschen ermessen werden, weil damit das Gute, das von Gott im Glauben zu erfahren, weiterzugeben und zu bezeugen ist, außer acht gelassen wird. Dem Menschen ist zu tun geboten, was ihm im Vertrauen auf Gottes Werk zu tun bleibt. Dies sind durchaus bestimmte gute Werke. Statt einem allgemeinen Guten dienen zu wollen, ist es geboten, das zu tun und sich davon prägen zu lassen, was im Gebot Gottes (etwa im Dekalog), zusammengefaßt im Gebot der Nächstenliebe, enthalten ist. Dazu gehört, das Gerechte zu tun, Barmherzigkeit zu üben und Frieden zu stiften. Solche guten Werke kennzeichnen die christliche Lebensform, die mit dem Glauben gegeben ist.“

In seinem lesenswerten RGG-Artikel über die guten Werke bezieht Hans G. Ulrich diese auf Gottes Werk und entzieht sie damit … Mehr

„Mit allem, was not tut für Leib und Leben …“ – Warum die Wohlfahrtsstaatsgläubigkeit keine wirkliche Hoffnung birgt: „Verliert sich die erwerbstätige Integration von Bevölkerungsteilen, schwindet die gesellschaftliche Solidarität. An ihre Stelle tritt die Segregation, d.h. die Trennung von Bevölkerungsgruppen aus religiösen, ethnischen, identitären oder sozialen Gründen, die ein staatlich garantiertes Gemeinwohl hinfällig werden lässt. Anstelle der Theodizee-Frage – ‚Warum lässt Gott das Übel zu?‘ – heißt es dann politisch zu fragen: ‚Warum lässt der Staat das Übel in unserer Gesellschaft zu?‘ bzw. ‚Warum lässt der ‚Westen‘ das Übel in der Welt zu?‘ Vermessene Fragen, auf die es keine befriedigenden Antworten gegen wird. Was bleibt sind Resignation, Pessimismus und ein thymotischer Verlustzorn. Im Unterschied zum Evangelium birgt der säkularisierte Vorsehungsglaube für Menschen keine bleibende Verheißung.“

Warum Wohlfahrtsstaatsgläubigkeit keine wirkliche Hoffnung birgt „Mit allem, was not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt, … Mehr