Friedrich Schleiermacher, Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern (1799): „Religion ist nur das unmittelbare Gefühl der Abhängigkeit des Menschen von Gott; es ist noch nicht durch den Begriff hindurch gegangen, sondern nur im Gefühl erwachsen. Das Gemüth ist wie der Sitz, so die nächste Welt der Religion. Daher muss alles Handeln und Thun ein religiöses werden. Die Offenbarung ist keine von obenher gekommene, ausserordentliche Mittheilung, sondern das Bewusstwerden des eigenen innersten Lebens und einer neuen Anschauung des Unendlichen.“

Über die Bedeutung von Schleiermachers Religionsschrift muss man keine Worte verlieren. Was jedoch fehlt, ist eine vollständige und zitationsfähige Online-Ausgabe … Mehr

„Wer aus der Kirche austritt, der ist in Zukunft vom Abendmahl ausgeschlossen“ – Warum dieser Satz um Jesu willen nicht einfach so in der evangelischen Kirche gelten kann: „Getaufte Christen haben in der evangelischen Kirche grundsätzlich einen Anspruch auf das Abendmahl, da das Abendmahl keine mitgliederbezogene Handlung innerhalb einer korporierte Religionsgemeinschaft ist, sondern gemäß dem Befehl Jesu Christi für dessen Kirche zu vollziehen ist.“

„Wer aus der Kirche austritt, der ist in Zukunft vom Abendmahl ausgeschlossen“ – Warum dieser Satz um Jesu willen nicht … Mehr

Warum Kruzifixe in deutschen Gerichtssälen unangebracht sind: „Der Gottessohn hängt nicht symbolisch am Kreuz. Daher vermag das Kruzifix eben kein Kultursymbol zu sein, und seien damit auch christliche Werte wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe gemeint. Wie soll nun das Kruzifix, das den Vollzug einer Todesstrafe abbildet, in einem staatlichen Gerichtssaal, wo ja Religionsneutralität geboten ist, Geltung finden können? Wenn der Richter am Kopfende unter einem Kruzifix sitzt, wirkt dieses auf die gegenübersitzenden Zuschauer wie ein Hoheitszeichen: Spricht ein Richter in einem Strafprozess eine Verurteilung aus, so scheint dieses Urteil durch das Kreuz Christi hinter ihm als höhere göttliche Macht autorisiert worden zu sein. Damit wird die christliche Botschaft des Crucifixus in das genaue Gegenteil verkehrt. Dem Evangelium zufolge hat Jesus Christus am Kreuz von Golgota die Strafschuld der Menschen auf sich genommen, auf dass diese im rechtfertigenden Glauben an ihn von der eigenen Verdammnis freigesprochen werden.“

Warum Kruzifixe in deutschen Gerichtssälen unangebracht sind In der aktuellen Ausgabe von Christ in der Gegenwart (CiG) ist von mir … Mehr

Hans Joachim Iwand, Bekennende Kirche. Eine Osterbetrachtung (DIE ZEIT, 1946): „Die Oster­feier müsste die Siegesfeier der Christen sein, die sie erinnert an jenen Tag, da Gott Christus zum Herrn der Welt setzte und alle Mächte und Gewalten, alle Throne und Herrschaften, wie es in der Bibel heißt, ihm unterordnete. Wir müssen hier jene Freiheit des Christenmenschen geschenkt bekommen, die sich nicht beugt und fürchtet, die immun ist gegen die Waffe der Angst, mit der der Fürst dieser Welt, für den und dessen Gei­stesverwandte mit guten Gründen die Auferstehung eine schlechthin widervernünftige Ange­legenheit ist, seine Opfer blendet, gängelt und schließlich in den Abgrund stürzt.“

In den mir bekannten Iwand-Bibliographien ist Iwands Artikel „Bekennende Kirche. Eine Osterbetrachtung“ aus der ZEIT, Nr. 9 vom 18. April … Mehr

„sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet wissen“ – Über die neue AfD-Klausel im bayerischen Kirchenvorstandswahlgesetz (2018): „Dass nun im bayerischen Kirchenvorstandswahlgesetz ein christliches Menschenbild zum Wählbarkeitskriterium erhoben worden ist, steht für eine fortschreitende Ideologisierung in den Kirchenleitungen der verfassten Kirchen: An die Stelle von Lehrbindung und Christusglaube tritt die ‚richtige‘ ideologische Gesinnung.“

Über die neue AfD-Klausel im bayerischen Kirchenvorstandswahlgesetz (2018) In der neuen Fassung des Kirchenvorstandswahlgesetz der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern heißt … Mehr