Der im September erschienene Roman „Der Gott der Barbaren“ von Stefan Thome hat sich der Taiping-Bewegung in China Mitte des … Mehr
Kategorie: Protestantismus und Religionismus
Rudolf Bultmann, Welchen Sinn hat es, von Gott zu reden? (1925): „Jedes ‚Reden über‘ setzt einen Standpunkt außerhalb dessen, worüber geredet wird, voraus. Einen Standpunkt außerhalb Gottes aber kann es nicht geben, und von Gott lässt sich deshalb auch nicht in allgemeinen Sätzen, allgemeinen Wahrheiten reden, die wahr sind ohne Beziehung auf die konkrete existentielle Situation des Redenden. Man kann über Gott sinnvoll so wenig reden wie man über Liebe reden kann. In der Tat, auch über Liebe kann man nicht reden, es sei denn, dass dies Reden über Liebe selber ein Akt des Liebens wäre. Jedes andere Reden über Liebe ist kein Reden von Liebe, da es sich außerhalb der Liebe stellt. Also eine Psychologie der Liebe würde jedenfalls von allem andern reden als von Liebe. Liebe ist keine Gegebenheit, woraufhin ein Tun und Reden, ein Nichttun oder Nichtreden möglich wäre. Sie besteht nur als eine Bestimmtheit des Lebens selbst; sie ist nur, indem ich liebe oder geliebt werde, nicht daneben oder dahinter.“
Welchen Sinn hat es, von Gott zu reden? (1925) Von Rudolf Bultmann I. Versteht man unter „von Gott“ reden „über … Mehr
Karl Barths nationalreligiöse Besinnung „Gott im Vaterland“ zum eidgenössischen Bettag 1910: „«Gott im Vaterland», wenn wir davon singen und sagen, so sprechen wir die einfache Gewissheit aus, daß wir unser Volk und Land mit seinen Nöten und Hoffnungen dem Ewigen, Allmächtigen befohlen wissen, der alles Daseins Grund und Wesen ist und der uns in Jesus seinen Willen und seine Liebe kundgetan hat. Wenn wir die Worte «Gott» und «Vaterland» nebeneinander stellen, dann bedeutet das, dass wir all unsere Gedanken und Gefühle, all die Regungen guten Willens, die wir unserer Heimat, unserem Staat widmen, in Beziehung und Verbindung setzen wollen mit der verborgenen Tatsache, die unserm innern Lebensgrund Trost im Leben und im Sterben geworden ist.“
Wer nachvollziehen will, welche theologische Radikalisierung sich bei Karl Barth in seinen Safenwiler Jahren (1911-1921) vollzogen hatte, muss dessen Texte … Mehr
Friedrich Schleiermachers Predigt am Grab seines Sohnes Nathanael 1829: „Wie ich immer nur habe sein wollen ein Diener des göttlichen Wortes in freudigem Geist und Sinne: warum denn hätte ich nicht glauben sollen, daß der Segen der christlichen Gemeinschaft sich auch an ihm bewähren würde, und daß durch christliche Erziehung ein unvergänglicher Same in ihm wäre niedergelegt worden? warum sollt ich nicht auch für ihn, selbst wenn er strauchelte, auf die gnädige Bewahrung Gottes hoffen?“
Am 21. November gedenken wir des 250. Geburtstags Friedrich Schleiermachers und am 10. Dezember des 50. Todestages Karl Barths. Beide … Mehr
Karl Barths Abschiedspredigt in Safenwil vom 9. Oktober 1921 über 1. Petrus 1,24-25: „Ihr könntet mir sagen, ich sei ein allzu einsamer Mann gewesen, ich sei zu wenig in die Häuser und unter die Leute gegangen. Ihr könntet mir zurufen, was ja in einer Zeitung gestanden hat: Er verstand seine Gemeindegenossen nicht, und sie verstanden ihn nicht. Und ich müsste euch zugeben: ja, daran ist etwas, und ich weiss, dass es nicht so hätte sein sollen. Aber was hat mich denn in die Einsamkeit getrieben? Wer hat mir denn etwa das abgenommen, was ich sagen wollte? Wer hat, mich denn verstehen wollen, auch dann, wenn ich mir alle Mühe gab, ihn zu verstehen? Und wieder würden wir wahrscheinlich quitt und könnten nur sagen: Alles Fleisch ist wie Gras.“
Das war’s. Karl Barths gottesdienstlicher Abschied als Pfarrer der reformierten Kirchgemeinde in Safenwil stand für Sonntag, den 9. Oktober 1921 … Mehr
Warum der Religionsbegriff für Christen unpassend ist: „Wenn man von der eigenen christlichen Religion spricht, ist diese unvermeidlich dem Tod ausgesetzt. Glaubensinhalte sind nicht ‚unsterblich‘. So sterben Religionen mit der Zeit aus, wenn sie keine Anhänger mehr haben. Und Aussagen über eine postmortale Auferstehung der Toten gelten religiös nur solange wie man selbst am Leben ist. Stirbt der Mensch als ‚religiöses‘ Subjekt, ist damit für ihn die persönliche Glaubensüberzeugung ‚Leben nach dem Tod‘ erledigt. Sie mag ihm zu Lebzeiten Trost (im Falle des Todes eines Angehörigen) oder eigene Hoffnung (angesichts des eigenen bevorstehenden Todes) gegeben haben, aber letztendlich vernichtet der Tod Glaubensinhalte. Sie haben keine eigene Wirklichkeit, die den Tod überwindet. Was auch immer religiös gedacht, gelehrt oder praktiziert wird, findet im Tod ihr Ende. Im Tod ist es aus mit der Religion. Sie erweist sich letztendlich als unwirklich (anergetisch).“
Warum der Religionsbegriff für Christen unpassend ist Wenn vom Christentum als (Welt-)Religion mit Jesus als Religionsstifter – analog zu Mose, … Mehr
Hans Joachim Iwand, On Christian Freedom: „The conspicuous and special nature of Christian freedom consists in that it is anchored in a liberation that God has accomplished to and for humans quite apart from our assistance.“
Hans Joachim Iwand (July 11, 1899-May 2, 1960) was born and lived in Germany. He served with the German military … Mehr
Hans Joachim Iwand on the Freedom of the Christian and the Bondage of the Will: „Lazarus, who lay in the grave and received the call, ‚Come out!‘ did not have freedom of choice.“
There are not so many texts of Hans Joachim Iwand (1899-1960) available in English. As one of the leading Lutheran … Mehr
Listen Once More to the Savior – Christian Tolerance of Others Is Cruciform, Shaped by the Cross: „Christianity in Europe is facing an existential problem. It is not the increasing secularization of society, nor its alleged Islamification. What threatens Christianity’s existence among us lies instead in the fact that people do not really believe in the One who gave Christianity its name, nor trust his message or his work. Unlike unbelieving Thomas, people are unwilling to put their finger to Jesus’ wounds and thereby come to trust the crucified and risen Christ.“
The Lutheran „Crossing Community“ published the translation of my article „Man höre doch mal dem Heiland zu“ (which originally appeared … Mehr