‚Die mit Ernst Christen sein wollen‘ (Martin Luther, Vorrede zur Deutschen Messe) und Stanley Hauerwas’/William H. Willimons Programmschrift ‚Christen sind Fremdbürger‘ (Resident Aliens, 1989): „Wir glauben, dass sich in Anerkennung dieser Realität eine kopernikanische Wende in der Weltsicht von Christen abzeichnet, die das, was es heißt, heute Kirche in der Welt zu sein, auf eine völlig andere Grundlage stellt. Nun werden unsere Kirchen frei, ihre eigenen Wurzeln neu zu begreifen und der Synagoge ähnlicher zu werden – einer Glaubensgemeinschaft, die nicht die Welt darum bittet, zu tun, was nur die Glaubensgemeinschaft selbst tun kann. Was wir einst theologisch gelernt hatten, lernen wir nun auch praktisch: Christen kommen nicht auf natürliche Weise zur Welt in Orten wie Greenville oder anderswo; sie werden vielmehr erst ins Leben befördert durch eine abenteuerlustige Kirche, die es wieder gelernt hat, die richtigen Fragen zu stellen: Fragen, auf die allein Christus die rechten Antworten bereitstellt.“

„Die mit Ernst Christen sein wollen“ (Martin Luther) und Hauerwas-Willimon „Christen als Fremdbürger“ In seiner Vorrede zur Deutschen Messe von … Mehr

Gesinnungsethik als protestantische Selbstrechtfertigungslehre: „Unbeschadet aller politischen Verwerfungen und Konfliktkonstellationen muss für den ideologischen Protestantis­mus die eigene Gesinnungsethik auf Dauer Recht behalten. Andernfalls wäre man mit der eigenen Selbstrechtfertigung am Ende.“

Gesinnungsethik als protestantische Selbstrechtfertigungslehre Evangelische Rechtfertigungslehre ist ein unverschämtes Glaubensbekenntnis: „Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in … Mehr

Versprechen, die den Glauben neu herausfordern – Von der Sprachkraft der Dogmen: „Freimütige, verheißungsvolle, herausfordernde Gottesrede, die die menschlichen Rahmungen hoffnungsloser Weltbilder und Weltanschauungen sprengt – sie ist nur orthodox, also in der Bindung an kirchliche Dogmen und unter Verwendung des göttlichen Wortschatzes, also der Bibel zu führen. Dogmen lassen eben keine ideologischen Allgemeinbegriffe zu, sondern provozieren in der Anrede eine Metaphorik, die neu hören und sehen lässt.“

Versprechen, die den Glauben neu herausfordern. Von der Sprachkraft der Dogmen „Glaube lässt sich nicht in Dogmen verfestigen“ hat jüngst … Mehr

„Ich bin so frei …“ – Warum die Ordinationsverpflichtung für die evangelische Lehre unabdingbar ist: „Christliche Lehre bietet keine subjektive Weltanschauung, sondern gibt Sprach- und Hand­lungsregeln für die Kirche vor. Die liturgische Praxisgemeinschaft der Gläubigen basiert nicht auf religiösem Bewusstsein, sondern auf einer verbindenden Sprachlehre. Wer als Pfarrerin sich alle therapeutische Sprach- und Handlungsfreiheit nimmt, verkennt, dass die verfasste Kirche, der sie dient, keine freireligiöse Vereinigung ist. Sie zeigt ein amtliches Gegenüber, das Gemeindegliedern keine freie Wahl lässt. Evangelische Zusagen von Amts wegen gehen über menschenmögliche Heilsvorstellungen hinaus, weil sie das göttliche Handeln in Jesus Christus beanspruchen. Den damit Angesprochenen steht es frei, dem Evangelium ihren Glauben zu schenken oder nicht. Lehrbindung des Amtes heißt eben nicht Glaubenszwang.“

„Ich bin so frei …“ – Warum die Ordinationsverpflichtung für die evangelische Lehre unabdingbar ist „Ich bin bereit, das Amt, … Mehr

Was evangelische Landeskirchen von den Spielregeln der International Football Association (IFAB) in Sachen Verbindlichkeit des Bekenntnisses lernen können: „Fußball muss Spielregeln haben, mit denen das Spiel ‚fair‘ bleibt, da seine Fairness eine entscheidende Grundlage für die Schönheit dieses ‚wunderschönen Spiels‘ ist. Dies ist eine unerlässliche Eigenschaft des ‚Spielgeists‘. Die besten Spiele sind jene, in denen der Schiedsrichter selten eingreifen muss, weil die Spieler mit Respekt gegenüber dem Gegner, den Spieloffiziellen und den Spielregeln spielen. Die Integrität der Spielregeln und der Schiedsrichter, die diese anwenden, ist stets zu schützen und zu respektieren. Alle Verantwortlichen, insbesondere Trainer und Spielführer, haben eine klare Verantwortung gegenüber dem Spiel, die Spieloffiziellen und ihre Entscheidungen zu respektieren.“

Was evangelische Landeskirchen von den Spielregeln der IFAB in Sachen Verbindlichkeit des Bekenntnisses lernen können In der deutschen Ausgabe der … Mehr

Hermann Lübbe über das Evangelische Kirchengesangbuch und die Kontingenzbewältigung: „Wer vom Gesangbuch in intentio directa Gebrauch macht, dankt Gott, bringt Bitten vor ihn, klagt oder singt zum Pfingstfest. Die Auskunft aber, eben darum handele es sich doch – jeden­falls in unserer hiesigen Religion oder Konfession – und nicht um ‚Kontingenzbewälti­gung durch Anerkennung unserer schlechthinnigen Abhängigkeiten‘, macht aus einem Reflexions­verhältnis eine windschiefe Alternative.“

Über das Evangelische Kirchengesangbuch (EKG) Hermann Lübbes Thema in Sachen Religion ist die Kontingenzbewältung. So beschließt er seinen Vortrag „Kontingenzerfahrung … Mehr

Das Amt in der Kirche (ministerium ecclesiasticum) gemäß den lutherischen Bekenntnisschriften: „Das Supremat des göttlich eingesetzten ministerium ecclesiasticum über deren Amtsträger verbietet eine Habitualisierung des Amtes in der Person des Amtsträgers. Von daher läßt sich das Institut des ministerium ecclesiasticum als Kommunikationsgeschehen innerhalb der Gemeinde begreifen, zu dem neben der Person des Predigers die zuhörende Gemeinde unabdingbar dazu gehört.“

Das Amt in der Kirche (ministerium ecclesiasticum) gemäß den lutherischen Bekenntnisschriften Von Jochen Teuffel Nach CA V geht das Amt … Mehr

Über das verunglückte EKD-Ordinationsgelöbnis: „‚Ich gelobe vor Gott, das Amt […] im Gehorsam gegen den dreieinigen Gott in Treue zu führen‘. Vor Gott dem dreieinigen Gott gehorsam sein – theologisch ist damit ungewollt eine göttliche Quaternität ausgesprochen. Außerdem beißt sich der Pleonasmus ‚im Gehorsam in Treue‘ semantisch, kann es doch keinen treulosen Gehorsam geben. Das Grundproblem besteht darin, dass sich der Text dieses ‚Gelöbnisses‘ an politischen Treueidformeln orientiert. Bei ihnen wird Gott als Zeuge und ‚Eidwächter‘ für den zugesagten Gehorsam angerufen, so dass Ungehorsam als Eidbruch ein sakrales Vergehen gegen Gott darstellt.“

Über das verunglückte EKD-Ordinationsgelöbnis Verunglückt ist das schriftliche „Ordinationsgelöbnis“, das seit 2011 in der EKD gültig ist. Es lautet: „Ich … Mehr