Martin Niemöllers Predigt über Jeremia 14,7-11 zum Stuttgarter Schuldbekenntnis 1945: „Unsere Schuld als Christen, liebe Gemeinde, ist viel größer als die Schuld der Nazis, des deutschen Volkes und der Militaristen. Wir Christen haben ja um den rechten Weg gewusst. Die andern haben sich ihre eigenen Wege ausgedacht. Wir wussten, es gibt einen, den zeigt Gott in seinen heiligen Geboten, in dem Le­ben und Sterben unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi. Das ist der rechte Weg, den haben wir zu bezeugen, den haben wir zu leben und haben es unserem Volk vorzuhalten. O, unsere große Schuld!“

Am 18. Oktober 1945 war in Stuttgart die erste ordentliche Sitzung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angesetzt, … Mehr

„Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände. Ich will euch tragen, bis ihr grau werdet.“ (Jesaja 49,16; 46,4): „Die Lebenslinien in unseren Handflä­chen können wir uns nicht zu unserem eigenen Heil zurechtdeuten. Aber wir vertrauen darauf, dass sie mit der Kreuz­schrift Jesu Christi in Gottes Hand auf seine Ewigkeit hin fortgeschrieben werden.“

„Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände“ Der Blick auf die Handflächen findet sie – die eigenen Lebenslinien. Vom Handballen … Mehr

Wilhelm Groß’ „Christus expulsus“ und Martin Niemöllers Erklärung (1936): „Es ist der Herr, der gebeugt unter der Last eines unsichtbaren Kreuzes, gebückt und traurig auswandert, aus der Kirche auswandert, wo ihm die Gemeinde den Gehorsam verweigert; denn wo das geschieht, da ist seines Bleibens nicht länger. Das Auge des Künstlers hatte recht geschaut, was das Ohr der Jünger hörte: ›Was heißet ihr mich Herr, Herr, und tut doch nicht, was ich sage‹? Auch in der Kirche ist er ausgestoßen. Menschen haben sich auf seinen Platz und Thron gesetzt und weigern sich, sein Wort gelten zu lassen.“

Wilhelm Groß’ „Christus expulsus“ und Martin Niemöllers Erklärung In Martin Niemöllers Arbeitszimmer stand über all die Jahre hinweg die geschnitzte … Mehr

Lebensaussicht auf dem Gipfel: „Was sind denn unsere Lebensaussichten, die sich nicht im Immer-weiter-Leben erschöpfen? Haben wir uns eigene Lebensziele gesetzt und diese gar erreicht, stellt sich die Frage neu: Und was kommt danach? Wo und wie soll es nun mit mir weitergehen? Wider die ausweglose Lebensmüdigkeit braucht es eine bleibende Aussicht, so wie sie im Alten Testament erzählt wird: Gott führt Mose auf den Gipfel des Berges Nebo. Wo es dort oben kein eigenes Weiterkommen mehr gibt, tut sich vor Moses Augen das ganze Land Kanaan auf. Göttliche Vorsehung findet neue Worte. Für dich ist dieses Land der Lebendigen vorgesehen, auch wenn du eigenen Fußes selbst nicht hineinkommen wirst.“

Lebensaussicht auf dem Gipfel Unser Leben kann nicht einfach immer weitergehen. Eigentlich wissen wir das. Und dennoch gehen wir tagtäglich … Mehr

Predigt zum Turmbau zu Babel (Genesis 11,1-9) an Pfingsten: „Was nun vom Himmel kommt, ist kein göttliches Donnerwetter, auch kein Weltgericht, nur ein kleiner Eingriff: Einem jedem wird die eigene Sprache verdreht, so dass keiner mehr den anderen versteht und damit auch nichts mehr zusammengeht. Was Menschen dem Diabolos, zu Deutsch dem Teufel als Durcheinanderwerfer zuschreiben, übernimmt der HERR Gott selbst: Er schafft Uneinigkeit unter den Menschen. Mangels Verständigung muss sich die Gemeinschaft auflösen. Die Hochkultur ist am Boden gescheitert. Wer in den Himmel hinauf will, wird auf der ganzen Erde wie Saatgut verstreut.“

Predigt zum Turmbau zu Babel (Genesis 11,1-9) an Pfingsten Was für ein Menschheitstraum: Alle sprechen eine Sprache, leben zusammen und … Mehr