Die Verwüstung der Wohnung Hans Ehrenbergs in der Reichspogromnacht 1938: „Wir waren kurz danach wieder in der Wohnung Ehrenberg. Pfarrer Albert Schmidt stellte in der demolierten Küche auf einen heil gebliebenen Tisch die Abendmahlsgeräte. Es war ei­ne kleine angstvolle erschütterte Gemeinde, die hier Abend­mahlsfeier hielt. Ich habe diese Feier nie vergessen. Man konnte hier die Wahrheit des Wortes spüren: ,Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.‘ (Ps. 34, 19)“

Die Verwüstung der Wohnung Hans Ehrenbergs in der Reichspogromnacht 1938 Von Hans Köker Während der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938, … Mehr

Reinhold Schneiders Schuldeingeständnis zur Reichspogromnacht (Verhüllter Tag, 1954): „Am Tage des Synagogensturmes hätte die Kirche schwesterlich neben der Synagoge erscheinen müssen. Es ist entscheidend, dass das nicht geschah. Aber was tat ich selbst? Als ich von den Bränden, Plünderungen, Greueln hörte, verschloss ich mich in meinem Arbeitszimmer, zu feige, mich dem Geschehenden zu stellen und etwas zu sagen.“

Schuldeingeständnis zur Reichspogromnacht (Verhüllter Tag) Von Reinhold Schneider Am Tage des Synagogensturmes hätte die Kirche schwesterlich neben der Synagoge erscheinen … Mehr

Hermann Diem in seiner Predigt über Matthäus 5, 33-37 zur Eidesfrage 1937: „Es könnte uns wohl bange werden, wenn wir auf die Wellen sehen, die der Sturm aufgewühlt hat. Aber wir sehen nicht auf die Wellen, sondern auf den Herrn der Wellen, auf den Herrn, der auch über die Wogen zu uns kommt und vor dessen Wort alle Stürme schweigen müssen.“

Eure Rede sei: Ja, Ja; Nein, Nein! Predigt über Matthäus 5, 33-37 Von Hermann Diem Schriftlesung: Sirach 23, 9-15; Prediger … Mehr

Gustav Heinemann 1937 über das Gleichnis vom ungerechten Haushalter (Lukas 16,1-15): „Besitz ist ein Prüfstein, ob wir Gott vertrauen wollen. Nicht Recht­fertigung vor uns sel­ber oder vor anderen, sondern Rechtfertigung vor Gott, und die hängt davon ab, dass wir treu sind in der Verwaltung unseres eige­nen Besitzes, nach dem Willen Gottes Gemeinschaft stif­tend.“

In seiner Eigenschaft als erster Vorsitzender des CVJM Essen hielt Gustav Heinemann 1937 folgende Textauslegung über das Gleichnis vom ungerechen … Mehr

Dietrich Bonhoeffer in seiner Ethik über Schuld, Rechtfertigung und Erneuerung: „Die Kirche bekennt, die willkürliche Anwendung brutaler Gewalt, das leibliche und seelische Leiden unzähliger Unschuldiger, Unterdrückung, Haß, Mord, gesehen zu haben ohne ihre Stimme für sie zu erheben, ohne Wege gefunden zu haben, ihnen zu Hilfe zu eilen. Sie ist schuldig geworden am Leben der Schwächsten und Wehrlosesten Brüder Jesu Christi.“

Im Stuttgarter Schuldbekenntnis vom 19. Oktober 1945 ist nur ansatzweise zur Sprache gekommen, was Dietrich Bonhoeffer bereits 1941/42 in seiner … Mehr

Karl Steinbauers Schrift „Ich glaube, darum rede ich“ vom März 1939 aus dem Amtsgerichtsgefängnis in Neu-Ulm: „Das Herzensbekenntnis ist nur echt, wenn es Mundbekenntnis wird. Das Mundbekenntnis ist nur echt, wenn es Herzensbekenntnis ist. Das Mundbekenntnis ist nicht leicht auf seine Echt­heit zu prüfen – in geruhsamen Zeiten. Solange das Bekenntnis etwas einbringt, und wenn es nur der Schein der Heiligkeit ist, wird der und jener es reichlich pflegen. Wenn das Mundbe­kenntnis aber dann verstummt, wenn es nichts einbringt, wenn es vielleicht sogar Kreuz bringt, dann ist es in seiner Hohlheit entlarvt. Gott be­wahre uns davor, dass wir uns auf ein unwahrhaftiges, faules, stummes sogenanntes Herzens­bekenntnis zurückziehen und daran sterben.“

Nachdem Pfarrer Karl Steinbauer am 15. Januar 1939 nach einem nächtlichen SA-Überfall auf das Pfarrhaus in Senden-Ay im Amtsgerichtsgefängnis Neu-Ulm … Mehr

Karl Steinbauers zweiter Brief an das Bezirksamt vom Januar 1939: „Jeder nun, der mit steigender Besorgnis diese antichristlichen Machenschaften verfolgt, und um seines an das Wort Gottes gebundenen Gewissens willen, dazu nicht zu schweigen wagt, wird mit Namen wie ‚unverbesserlicher, gehässiger Gegner des heutigen Staates und der Partei‘ tituliert. Es ist ja durch­aus verständlich, dass dieser systematische, antichristliche Feldzug möglichst in Verne­belung vorgetragen werden soll, und dass es deshalb unangenehm und peinlich ist, wenn da und dort einer den Nebel etwas zerreißt, aber die bösen Tatsachen werden durch noch so große Verleumdung dieser Zeugen für die Wahrheit und die Freiheit des Evangeliums nicht aus der Welt geschafft, auch nicht durch Schutzhaft, wie in meinem Falle oder gar durch Verdingung ins Konzentra­tionslager.“

Brief an das Bezirksamt vom Januar 1939 Von Karl Steinbauer Nachdem das Bezirksamt Neu-Ulm Karl Steinbauers Zulassung zum Religionsunterricht widerrufen … Mehr