Gutachten der Kirchlich-Theologischen Sozietät wider den Treueeid der Pfarrer auf Adolf Hitler (1938): „Hier gibt es wirklich nur ein Entweder-Oder, da es in der Kirche neben der potestas Jesu Christi die er durch sein Evangelium ausübt, keine andere potestas geben kann, die dann immer sofort von selbst zu einer potestas über derjenigen Christi werden muss“

Als im Frühjahr 1938 die lutherischen Bischöfe Marahrens, Wurm und Meiser per Gesetz beabsichtigten, den Pfarrern in ihrer Landeskirche einen … Mehr

Martin Widmann über Paul Schempp: „Der berufliche Weg Schempps war von Anfang an gepflastert mit Konflikten. Eine Stelle als Stadtpfarrer in Waiblingen gab er 1931 auf, weil er die zwangs­weise Einziehung der Kir­chensteuer ablehnte. . »Die Kirche des Neuen Testa­ments kennt nur die Waffen des Wortes.« Aus einer Religionslehrerstelle am Stuttgarter Olgastift wurde er als »politisch untragbar« ent­lassen, weil er nach dem 30. Januar 1933 im Lehrerzimmer gesagt hatte: »Jetzt gehe ich zu meinen künftigen Kriegerwitwen.«“

Der unerbittlichste und leidenschaftlichste Kritiker bischöflicher Kirchenpolitik während der NS-Diktatur dürfte der Iptinger Pfarrer Paul Schempp (1900-1959) gewesen sein. Martin … Mehr

Paul Althaus’ und Emanuel Hirschs revanchistische Erklärung ‚Evangelische Kirche und Völkerverständigung‘ vom Juni 1931 mit theologischen Einsprüchen: „Kann man auch nicht von jedem nationalistisch befangenen Christen Verständnis für die Völkerwelt oder für die Menschheit verlangen, so doch wenigstens für die Christenheit, die sich über die nationalen Grenzpfähle hinaus erstreckt. Und ist es zuviel verlangt und auch gegen die Wahrheit im Zweifelsfalle die Alleinschuld auf sich zu nehmen, so gebührt es sich doch für Christen, sich allzeit mit andern Christen unter die gemeinsame Schuld zu stellen. Von diesem Geiste merken wir in dieser Erklärung keine Spur. Hier spricht völkische Selbstgerechtigkeit nicht anders als in jedem nationalistischen Parteiblatt.“

Ein Dokument revanchistischer Unversöhnlichkeit in vermeintlich christlichem Gewand ist die Erklärung Evangelische Kirche und Völkerverständigung der beiden Theologieprofessoren Paul Althaus … Mehr

NSDAP-„Aufklärungs-Versammlung“ in Senden 1939 zu Karl Steinbauer: „In durchaus sachlicher, wenn auch scharfer Kritik geißelte er die Worte des Pfarrers als gegen den Führer, den Staat und die nationalsozialistische Bewegung gerichtet. Es wurden auch die Hintergründe klargelegt, die zu einem solchen, die Gemeinschaft zerstörenden Verhalten des Pfarrers führen konnten. Etwa 500 Zuhörer hörten seinen Ausführungen in fühlbarer Spannung zu. Die berechtigte Empörung der Bevölkerung erhielt ihren Ausdruck in erregten Zwischenrufen. Tosender Beifall unterbrach oft die treffenden Ausführungen des Redners, und Alle waren sich einig in der Auffassung, die mühsam erkämpfte Einigkeit des deutschen Volkes darf nicht durch politisierende Pfarrer zerstört werden, und einem solchen Pfarrer gehört sein loses Mundwerk gründlich gestopft; er darf nach Senden nie mehr zurückkehren.“

Zeitungsartikel über eine NSDAP-„Aufklärungs-Versammlung“ zu Karl Steinbauer vom 20. Januar 1939 Nachdem Karl Steinbauer am 8. Januar 1939 in der … Mehr

Karl Steinbauers Passionsbesinnung von 1939: „Da ist der Herr stehen geblieben, hat sich umgedreht und sie zur Besinnung gerufen und gesagt: Ihr guten Leut, überlegt ihr euch auch, was das heißt mir nachfolgen? Ihr meint, das Nachlaufen ist Nachfolge. So einfach ist’s nicht. Ihr wisst alle gut, ein Haus bauen, das ist leicht, solange man nicht daran denkt, was das Bauen kostet. Hinter mir drein laufen ist leicht, solange es nichts kostet. Der Christenglaube, die Christusnachfolge kostet, und kostet gar nicht wenig: Es kostet das Kreuz!“

Da war Karl Steinbauer schon einmal für sechs Monate im Gefängnis in Weilheim/Oberbayern inhaftiert, bevor er 1938 als Pfarrverweser nach … Mehr

Brief Anna Kreisers, Sendener Gemeindeglied, an den inhaftierten Pfarrverweser Karl Steinbauer vom Januar 1939: „Heutigentags muss ein Pfarrer seine ganze Energie und seine ganze Glaubenskraft einsetzen, um den Menschen wachzuhalten und wachzurütteln, denn die Menschheit schläft und träumt und döst so dahin, und wenn sie dann, bildlich gesprochen, erwacht, ist es bei vielen zu spät, danken wir unserm Herrgott, dass wir so einen mutigen Pfarrer bekommen haben.“

Nachdem Karl Steinbauer am 15. Januar 1939 nach einem nächtlichen SA-Überfall auf das Pfarrhaus in Senden-Ay im Amtsgerichtsgefängnis Neu-Ulm (Ecke … Mehr

Karl Steinbauer, Predigt über Matthäus 2,13-23, gehalten 1939 in Senden/Iller: „Und darum ist es so ein un­säglicher Jammer, wenn man besonders den Kindern und der jungen Generation den Heiland entfremden und aus dem Herzen reißen will. Wir haben für diese Not und diesen Jammer nur deshalb vielfach keine Augen, weil es ein unblutiger, bethlehemitischer Kinder­mord ist, der sich hier vollzieht. Es müßte so sein, daß wir es sehen könnten, etwa wie bei einer Seuche, die die Kinder befällt. Es müßten Leichenwägen fahren für die, denen Chri­stus aus dem Herzen gerissen worden ist, für die Opfer dieses unblutigen bethlehemitischen Kindermordes, dann würde uns die Haut schauern! Aber weil es äußerlich nicht sichtbar ist, kümmern sich die allermeisten nichts darum oder sie wol­len nichts davon sehen und hören und stecken den Kopf in den Sand. Ihr dürft mirs glauben, es ist kein Vergnügen, im­mer wieder auf diese Not hinzu­weisen, noch dazu, wo einen viele nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen.“

Eine ganz starke Predigt über Matthäus 2,13-23 hatte Karl Steinbauer als Pfarrverweser am 8. Januar 1939 in Senden/Iller gehalten. Darin … Mehr