Martin Niemöllers Predigt über Lukas 2,29-32 aus dem Konzentrationslager Dachau: „In Simeon steht vor uns nicht nur der wartende Mensch, sondern wir sehen hier den Menschen, dessen Warten Erfüllung, dessen Hoffen Wirklichkeit geworden ist, und davon zeugt sein Lobgesang.“

Predigt über Lukas 2,29-32

Von Martin Niemöller

Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu; in wenigen Stunden liegt es hinter uns, und dann treten wir in ein neues ein, das in Nebel und Dunkel gehüllt auf uns wartet. – Da ist es nur natürlich, daß unsere Gedanken rückwärts wandern, und daß wir versuchen, etwas wie eine Bilanz zu ziehen, damit wir wissen, was wir mit hineinnehmen können in den neuen Lebensabschnitt, der sich vor uns auftut.

Soviel ist wohl für uns alle gewiß: das zu Ende gehende Jahr schließt mit einem Defizit! – Wir haben gewartet, Tage, Wochen und Monate, wir haben alle unsere Geduld mobilisiert, um wieder und wieder von einem Tag zum andern zu gelangen. – Aber, was ist aus unserm War­ten geworden? – Wir haben gehofft, haben immer wieder gemeint, nun müßte doch der Au­genblick nahe sein, da sich unser Los zum Besseren wenden würde, einmal müßte sich doch das Tor unseres Gefängnisses auftun, und wir haben die ganze Kraft unseres Glaubens, haben all unsern Optimismus wachgerufen, um nicht zu verzagen. – Aber, wohin sind wir mit all unserem Hoffen gelangt?! – Wir haben unser Herz oftmals in beide Hände genommen und haben ihm gut zugeredet: »Sei stille, mein Herze!«, wenn es gar zu schmerzhaft aufschreien wollte in seiner Friedlosigkeit. – Doch es ist ein armseliges Unterfangen geblie­ben, weil außer unserm eigenen Elend der Jammer einer ganzen Welt auf uns drückte, einer Welt, die aus ih­ren Qualen nach Frieden schreit. – Gewiß, wir haben hier und da auch kleine Lichtblicke ge­habt, die uns auf einige Stunden froh gemacht haben, aber die wurden wieder auf­gewogen durch schmerzliche Ereignisse, die uns trafen und die uns unsere Tage doppelt dunkel mach­ten.

Alles in allem: ein wirkliches Plus ist wohl keinem unter uns geblieben, soviel wir sehen können; und wir sind geneigt, das ganze Jahr 1944 als einen Verlust abzuschreiben und mit dem neuen Jahr einen ganz neuen Anfang zu setzen in der leisen Hoffnung, es möchte besser werden und uns nicht wieder eine solch völlige Enttäuschung aller unserer Wünsche und Erwartungen bringen. – Der eine unter uns mag noch etwas mehr Vertrauen in die Zukunft haben als der andere; aber sehr stark ist die Zuversicht wohl bei keinem von uns mehr: wir haben zu viel gesehen und durchgemacht, und unsere innere Kraft ist nun einmal nicht uner­schöpflich.

So stehen wir an diesem Jahresende ziemlich ratlos da, und oft mag sich in uns die Frage mel­den, ob denn dieses Leben überhaupt noch des Lebens, des täglichen Wartens und Hoffens und Ringens wert sei?!

Da stellt nun das Evangelium einen Mann vor uns hin, dessen ganzes Leben ein einziges War­ten gewesen ist, den greisen Simeon. – Wir wissen wenig von ihm; er taucht nur an dieser einen Stelle auf, um dann wieder und für immer unsern Blicken zu entschwinden; und trotz­dem gehört er zu den eindrücklichsten biblischen Gestalten, ob­wohl wir weder seine Abstam­mung noch seinen Beruf noch sonst irgend etwas von seinen persönlichen Verhältnissen ken­nen. – Was uns von ihm gesagt wird, ist lediglich, daß er fromm und gottes­fürchtig war, also wohl zu den sogenannten »Stillen im Lande« ge­hörte, deren es freilich eine ganze Menge gab; und dann können wir noch aus den Umständen schließen, daß er ein schon ziemlich alter Mann gewesen sein muß. – Also lauter Angaben, die durchaus nicht geeignet sind, einen Menschen als interessant oder gar bedeutend erscheinen zu lassen. – Aber eins gibt es an diesem Mann, das uns fesselt, das Einzige, was auch dem Evangelisten aus dem Leben und Tun dieses Alten als berichtenswert in die Feder geflossen ist: »Er wartete.« – Und dies War­ten, mag es sich auch – wie es scheint – über Jahre und Jahrzehnte erstreckt haben, ist nicht vergeblich gewesen, sondern es endet mit Dankgebet und Lobgesang. – Wir be­kommen den starken Eindruck, daß wir hier einen von den seltenen, wahrhaft glücklichen Menschen vor uns sehen, die es auf dieser Erde gab und gibt. Denn wer so sprechen kann: »Herr, nun lässest du Deinen Diener in Frieden fahren«, der ist wohl glücklich zu nennen; denn dem hat sich das Leben mit seiner wesentlichsten Hoffnung, auf die es zielte, erfüllt.

Nun wissen wir allerdings, daß es nicht mit allem Warten so geht; ein deutsches Sprichwort sagt: »Hoffen und Harren macht manchen zum Narren«, und wir selber wissen es auch aus eigener, bitterer Erfahrung, daß Hoffnung und Erfüllung manchmal sehr weit auseinander liegen und oft überhaupt nicht zusammenkommen. – Aber das Warten des alten Simeon hat schon seinen ganz besonderen Charakter: »Er wartete auf den Trost Israels«, d. h. sein Hoffen richtete sich auf das, was Gott seinem Volk zum Trost in seinem Elend verheißen hatte, auf jene Prophetenstimmen also, die von der kommenden Erlösung sprechen, von dem Gesalbten Gottes, der das abgefallene Volk wieder zurechtbrin­gen sollte, ja nicht allein das Volk Israel, denn es heißt von ihm: »Die Heiden werden in Deinem Licht wandeln.« – Auf dies Wort Got­tes verläßt sich Simeon in seinem Warten, und dazu ist ihm noch eine persönliche Zusage des Heiligen Geistes gegeben, wie es hier heißt: »Er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zu­vor den Christus des Herrn gesehen.« – In dieser Hoffnung hat er dann gewartet, Jahr um Jahr in der Gewißheit: Gott selber hat’s gesagt. – Daß andere um ihn her die Hoffnung längst auf­gegeben haben, ficht ihn nicht an; daß ein Jahr nach dem andern darüber hingeht, macht ihn nicht irre; daß er selber auf dem Wege zum Grabe ist und ihm mit jedem Schritt näher­kommt, kann die Freude seiner Erwartung nicht auslöschen, sondern nur die Sehnsucht nach der ihm zugesagten Erfüllung steigern. – Und so wartet er und so hofft er, und es geschieht ihm nach dem Wort der Schrift »Hoffnung läßt nicht zuschanden werden«.

Ob uns dies Warten des alten Simeon eine Hilfe in unserer Not werden kann? – Sicherlich nicht in dem Sinne, daß wir daraus den Schluß ziehen dürften: Laß nur die Hoffnung nicht sinken; am Ende wird alles schon gut werden! – So spricht man vielleicht heute, um dann morgen desto fester davon überzeugt zu sein, daß doch alles Hoffen umsonst ist. – Das Wort des Paulus, daß Hoffnung nicht zuschanden werden läßt, spricht ja nicht eine allgemeingültige Wahrheit aus, auf die jeder unter allen Umständen die Probe machen könnte; und das gilt ebenso von sämtlichen, anscheinend allgemeingültigen Worten der Bibel. Wenn Jesus sagt »Wer sucht, der findet, und wer bittet, der nimmt, und wer anklopft, dem wird aufgetan«, nun: mancher sucht und findet nie, und mancher bittet, ohne zu empfangen, und mancher klopft, aber da ist keine Stimme noch Antwort! – Aber eines kann uns dieses Warten des Simeon freilich sagen und das sagt es uns mit Nachdruck: Wer da wartet auf das, was Gott ihm ver­heißen hat, der wartet gewiß nicht umsonst. Der darf in Gewißheit der Erfüllung geduldig und fröhlich dem Tage entgegenhoffen, an dem er das Ziel seines Wartens vor Augen sieht!

So werden wir vor die Frage gestellt: Worauf wartest du? – Was ist das Ziel deiner Hoffnun­gen?

Wir wünschen uns im neuen Jahr die Freiheit? – Nun, das ist verständlich; aber irgendeine Zusage Gottes, daß uns dies Geschenk zuteil werden wird, haben wir nicht. Wohl aber ist es uns gesagt, daß wir »durch viel Trübsale ins Reich Gottes eingehen« werden. – Wir erhoffen vom Jahre 1945 die Wiederkehr des Friedens für unsere Völker und für uns selbst; gut und wohl: Gott wolle es uns geben. Aber wenn er’s nicht tut: er hat sich durch kein Wort gebun­den. Wohl aber hat er uns durch den Herrn Christus sagen lassen, daß in den letzten Zeiten vor dem Anbruch seines Reiches die Welt widerhallen werde von Krieg und Kriegsgeschrei.

Wenn nun aber gerade das, was uns so am meisten das Herz bewegt, von der Zusage Gottes ausgenommen ist, dann fragen wir allerdings, ob es überhaupt lohnt, sich wie der alte Simeon wartend ganz auf ein Wort göttlicher Verheißung einzustellen? – Wenn uns Gott nicht helfen mag in dieser unserer drückendsten Not, hat es dann noch einen Sinn, irgend etwas von ihm zu erwarten und zu erhoffen? – So fragt der menschliche Trotz, der seinen eigenen Weg gehen will, und so fragt die menschliche Verzagtheit, die Gott ebensowenig traut wie der eigenen Schwäche. – Und dabei täten wir wahrlich besser, wie die alten Frommen und Gottesfürch­tigen, zu denen jener Simeon gehörte, in Gottes Wort zu forschen, was es denen verheißt, die in gläubigem Gehorsam und in geduldiger Erwartung ausharren. – Uns verlangt nach der Frei­heit; nun Freiheit braucht an sich noch kein Glück zu sein. Aber in der Vollmacht Gottes hat uns einer gesagt: »So euch der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei.« – Wir sehnen uns nach dem Frieden, aber wir wissen nicht, ob nicht der kommende Friede ärger wird als alles Elend dieses Krieges. – Doch aus dem Munde Christi können wir das Wort hören: »Meinen Frieden lasse ich euch; nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.« Und von diesem Frieden sagt der Apo­stel, daß er »höher« sei »als alle Vernunft«, d. h . als alles, was Menschen sich unter Frieden vorstellen können. – Darauf zu warten, das möchte sich am Ende doch wohl lohnen!

Aber in Simeon steht vor uns nicht nur der wartende Mensch, sondern wir sehen hier den Menschen, dessen Warten Erfüllung, dessen Hoffen Wirklichkeit geworden ist, und davon zeugt sein Lobgesang. – Er hat wohl das lange Warten als eine Knechtschaft empfunden; aber aus diesem Knechtsdienst wird er nun entlassen. Er hat gespürt, daß seinem Leben der Friede fehlte; aber diesen Frieden hat er nun gefunden. – Die Fesseln sind von ihm abgefallen und der Friede ist bei ihm eingekehrt.

Und was hat diesen Wandel, wir dürfen ruhig sagen: dies Wunder bei dem alten Mann zuwe­ge gebracht? – Er selber sagt: »Meine Augen haben Deinen Heiland gesehen.« – Was aber hat sich in Wirklichkeit ereignet? – Simeon ist in den Tempel gekommen, aus irgend einem inne­ren Zwang; er hat dort einen Mann und eine Frau gefunden, die gerade im Begriff waren, für ihren Erstgeborenen das im Gesetz vorgeschriebene Opfer darzubringen; er hat das Kind auf seine Arme genommen, und nun stimmt er seinen Lobgesang an. – Ich bin über­zeugt: die Leute im Tempel, die diesen Auftritt gesehen haben, die haben sich über den seltsamen alten Mann gewundert, und diejenigen, die ihn kannten, haben gewiß gedacht: Da sieht man’s wieder: Hoffen und Harren macht eben doch manchen zum Narren; und nun hat’s den alten Simeon auch! – Aber der Greis hat andere Augen als diese Leute; ihm sind die Augen geöff­net, wie sie den Hirten geöffnet wurden durch die Botschaft des Engels, und er weiß es: Dies Kind ist niemand anders als der verheißene Christus Gottes. – Deshalb geht sein Seherblick über Raum und Zeit hinweg, hinein in die Zukunft und weithin über die ganze Erde. – Hier geht es nicht nur um das Ende seines persönlichen Wartens und Hoffens, hier wird die Sehn­sucht der ganzen Welt gestillt. – Gottes Zusage an die Väter trifft ein, und nun ist er da, auf den die Völker gewartet haben: das Heil Gottes, oder – wie es Luther hier mit bewußter Ab­weichung vom Urtext übersetzt hat: der »Heiland«.

Ist das aber nun wirklich die Erfüllung? – Simeon nimmt es dafür; er nennt das Kind, das er in den Armen hält, ein »Licht, zu erleuchten die Heiden« und den »Preis des Volkes Israel«. – Er ist überzeugt: in diesem Kind ist der da, der die Finsternis hinwegnimmt, in der die Völker Gott nicht mehr sehen und seine Wege nicht mehr erkennen konnten; in diesem Kinde ist der gekommen, für dessen Sendung Israel Gottes Treue preisen wird.

Hat er damit recht? – Über den Völkern liegt immer noch das Dunkel; und wenn wir das frü­her vielleicht bestritten haben, weil wir an den menschlichen Fortschritt glaubten, an diesem Jahresende glauben wir gewiß nicht mehr daran; und das Volk Israel hat mit diesem Heiland nichts Besseres zu tun gewußt, als ihm den Prozeß zu machen und ihn den Henkern auszulie­fern: »Die Seinen nahmen ihn nicht auf.« – Und dennoch: die Erfüllung ist da! – Simeon hat sie geschaut und er ist nicht der einzige geblieben; Johannes der Täufer hat sie gesehen, als sich über seinem Täufling der Himmel auftat und eine Stimme sprach: »Das ist mein lieber Sohn.« – Die Jünger haben sie erkannt, als sie durch den Mund des Petrus das Bekenntnis ablegten: »Wir haben geglaubt und erkannt, daß Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes«, und viele, viele andere, von dem ehebrecherischen Weib am Jakobsbrunnen bis hin zu dem heidnischen Hauptmann unter dem Kreuz. – Freilich: es bleibt in allen Fällen etwas besonderes um diese Erkenntnis; sie kommt nicht wie ein Naturereignis und zwingt sich den Menschen auf, ob sie wollen oder nicht, sondern sie kommt als eine Frage, die eine persön­liche Antwort von jedem einzelnen will. – Da liegt das Kind in der Krippe oder auf den Ar­men seiner Mutter; da spricht ein Rabbi in Gleichnissen vom Reiche Gottes; da hängt ein Mann am Kreuz unter Todesqualen des Leibes und der Seele, und allemal fragt Gott: »Willst du den als meinen Heiland annehmen?« – Und der eine antwortet: Ja, und findet, was er sucht, und die andern schreien: »Hinweg mit diesem, wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche« und – warten in alle Ewigkeit vergeblich auf einen andern.

Simeon kann danken: »Meine Augen haben Deinen Heiland gesehen«, der Jünger bezeugt es: »Wir sahen seine Herrlichkeit«; sie sahen mit den Augen des Glaubens, die Gott geöffnet hat­te, und andere haben nichts gesehen, obwohl ihre Augen dasselbe schauten wie ein Simeon oder ein Johannes. – Und so vollzieht sich ein Gericht, das zwischen Glauben und Unglauben scheidet, wie Jesus sagt: »Ich bin zum Gericht auf diese Welt gekommen, auf daß, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden.« – Der aber, der glaubt, findet in die­ser Erfüllung den Frieden, nach dem seine Seele dürstet: »Denen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Gottes Kinder zu werden.« – Und Jesus sagt von sich selbst: »Wer mich siehet, der sieht den Vater.« Und da, wo wir Gott als unseren Vater sehen, da ist Freiheit und da ist Friede.

Diese Erfüllung, die Simeon erfuhr und von der die Apostel uns Zeugnis gaben, ist auch für uns jederzeit bereit, mitten in unserer Gefangenschaft und mitten in diesem Krieg, der alle Welt erschüttert. – Es ist keine Erfüllung, die uns aller Sorgen und Nöte überhebt; aber es ist eine Erfüllung, die all unserem Sorgen und all unserer Not den Stachel der Bitterkeit nimmt, so daß es uns geht, wie dem Apostel Paulus: »Als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Trauri­gen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts innehaben, und doch alles haben.« – Was weiter aus dem alten Mann dort im Tempel gewor­den ist, wissen wir nicht; es spielt auch keine Rolle, ob er noch weiter gelebt hat, um vielleicht noch das eine oder andere von dem zu sehen, was aus diesem Kinde werden sollte. – Er lebt in der Gewißheit, daß Gott treu ist, und so ist er bereit zum Sterben wie zum Leben; er hat das Heil Gottes geschaut und weiß, daß auch die Verheißungen Gottes, deren Erfüllung noch aus­steht, gewiß zur Vollendung kommen.

So dürfen auch wir, meine Freunde, von dem alten Jahr Abschied nehmen mit einem danker­füllten Rückblick: Gott hat ja seinen Heiland gesandt, und er hat ihn auch für uns gesandt. Und wir dürfen uns im Glauben an ihn halten, was auch immer an Nöten über uns gekommen ist und noch über uns kommen mag: wir sind im Glauben an ihn frei, denn Gott hat uns zu seinen Kindern gemacht; und in der Hoffnung auf ihn haben wir Frieden, denn niemand darf uns aus seiner Hand reißen. – Und darum dürfen wir mit neuer Zuversicht das neue Jahr be­ginnen, wenn wir auch nicht wissen, was es uns bringt. – Wir warten ja nicht nur auf die Be­freiung aus dieser irdischen Gefangenschaft und nicht nur darauf, daß dieser furchtbare Krieg sein Ende finde; wir dürfen ja über das alles hinaus warten auf die größten und ab­schließen­den Gottestaten, die uns zugesagt sind, da Gott sein Reich aufrichten wird in Kraft, da wir vor ihm leben werden in der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes, und da des Friedens kein Ende sein wird, wenn der Herr Christus wiederkommt, um alle, die an ihn in seiner Knechtsgestalt geglaubt haben, zu Miterben seiner Herrlichkeit zu machen.

Er hat ’s gesagt, und darauf wagt
mein Herz es froh und unverzagt
und läßt sich gar nicht grauen.
Amen.

Gehalten am 31. Dezember 1944 im Konzentrationslager Dachau.

Quelle: Martin Niemöller, „… zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn!“ Sechs Dachau­er Predigten, München: Chr. Kaiser 1946, S. 13-21.

Hier die Predigt als pdf.

1 Kommentar

  1. Vielen Dank, lieber Jochen, für doe Verögfentlichung dieser wunderbaren Predigt. Ich habe heute Dienst. Sie hat meine Inspiration bereichert. Dir und Deiner Familie ein gesegnetes Christfest und ein gnadenreiches Neues Jahr 2021.

    Deine

    Christiane Assel
    verbunden im Vikariat durch Erich und Friederike Puchta

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