Bittgebet/Fürbitte Von Rupert Berger Dem aufgeklärten Menschen der Neuzeit, der mit seinen technischen Mitteln die Welt wirksam gestalten kann, aber … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Ernst Wolf über den Glauben nach der evangelischen Lehre (1965): „Weil Gott die Welt in Christus liebt, stellt der Glaube, der sich in der Liebe erweist, jeden vor die Entscheidung für oder gegen Gott, gegen oder für dessen eigenen Willen, und ruft ihn zum Gehorsam des Dienstes an Gottes guter Schöpfung. Unser Begriff des Glaubens beschreibt also das neue Leben ausschließlich als Antwort auf den Ruf Gottes.“
Glaube Von Ernst Wolf I. Der Glaube in der Theologie der Reformation Der Glaube (von lateinisch fides, griechisch pistis) bezeichnet … Mehr
Charles de Foucauld über das Laienapostolat in einem Brief an Joseph Hours vom 3. Mai 1912: „Die Laien müssen Apostel sein gegenüber allen, die sie erreichen können: zunächst ihren Nächsten und ihren Freunden, aber nicht nur ihnen; die Nächstenliebe hat nichts Enges, sie umfasst alle, die das Herz Jesu umfasst. Durch welche Mittel? Durch die besten, wenn man diejenigen bedenkt, an die sie sich wenden: mit allen, mit denen sie ohne Ausnahme in Beziehung stehen, durch Güte, Zärtlichkeit, brüderliche Zuneigung, das Beispiel der Tugend, durch Demut und Sanftmut, die stets anziehend und so christlich sind; mit gewissen Menschen, ohne ihnen jemals ein Wort über Gott oder die Religion zu sagen, geduldig wie Gott geduldig ist, gut wie Gott gut ist, liebend, ein zärtlicher Bruder seiend und betend; mit anderen, indem sie von Gott in dem Maße sprechen, wie diese es ertragen können; sobald sie beim Gedanken angekommen sind, die Wahrheit durch das Studium der Religion zu suchen, indem sie sie mit einem sehr gut gewählten Priester in Verbindung bringen, der ihnen Gutes tun kann… Vor allem: in jedem Menschen einen Bruder sehen.“
Über das Laienapostolat in einem Brief an Joseph Hours Assekrem, den 3. Mai 1912 Mein Herr, Ich erhalte Ihren Brief, … Mehr
[Hans Hergot,] Von der neuen Wandlung eines Christlichen Lebens (1526/27) – Sozialutopie im Anschluss an den Bauernkrieg: „Durch diese Verleihung wird der Adel der Geburt und auch der Verstand, wie er jetzt ist, durch weise und fromme Männer aus dem gemeinen Volk ersetzt, die den Verstand regieren werden. Diese Männer wird man aus allen Ständen nehmen, wo man sie finden kann. Durch diese Verleihung werden die Dörfer und Städte von aller Beschwerung befreit. Auch wird es dadurch zu einem Hirten und einer Herde auf diesem Erdboden kommen. Und dieser Hirte wird aufrichtig beten: „’Ich glaube an den Heiligen Geist.’“
Im Frühjahr 1527 ließ der Leipziger Stadtrat zwei Studenten verhaften, weil sie Abschriften einer Flugschrift verkauft hatten. Es wurde ermittelt, … Mehr
Matthias Viertel über Nächstenliebe: „Jesus selbst ist also nicht Begründer der Nächstenliebe, er greift dieses alttestamentliche Gebot lediglich auf, um es in radikaler Weise von den Nächsten über die Fremden bis zu den Feinden auszuweiten. In seiner Argumentation reiht er dabei das Gebot der Nächstenliebe in den Kontext des Gesetzes, schließt von der Liebe zum Nächsten implizit auf eine Ausgrenzung der Feinde (»Ihr habt gehört: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen«), um dann die Forderung der Nächstenliebe in das Gebot zur Feindesliebe umzuwandeln (»Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die, welche euch verfolgen«). Dadurch, dass Jesus das Gebot der Nächstenliebe unter den Aspekten der Notfallsituation bzw. der Konfliktregelung interpretiert und dabei zu der Forderung der Feindesliebe kommt, wird die Forderung der Nächstenliebe zugleich als ein universaler Anspruch geltend gemacht.“
Nächstenliebe Von Matthias Viertel Das im Alten Testament formulierte Gebot der Nächstenliebe »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« … Mehr
Ernst Wolf, Zum Thema Todesstrafe (1960): „Die Christenheit wird, wenn der Staat die Todesstrafe als Mittel rechtmäßigen Strafvollzugs übt, zwar nicht ’schwärmerisch‘ gegen ihn revoltieren unter gesetzlicher Berufung auf das 5. Gebot, aber sie wird ihm die Begründung der kriminalpolitischen Notwendigkeit aufbürden und unablässig für den Verzicht auf die Todesstrafe, beziehungsweise für ihre Nichtanwendung einzutreten haben. Sie wird auf keinen Fall die Todesstrafe religiös legitimieren und theologisch sanktionieren dürfen. Denn die Versöhnung der Gerechtigkeit durch den Akt metaphysischer Sühne ist der große Vorbehalt Gottes in Christus gegen seinen treulosen und doch geliebten Menschen für ihn. Und Gott allein ist der Herr über Leben und Tod.“
Zum Thema Todesstrafe Von Ernst Wolf Anläßlich der 108. Sitzung der Großen Strafrechtskommission, die am 17. Oktober 1958 zur Beratung … Mehr
Eberhard Jüngel, Aus Freude an Gott. Warum ich Christ bin (1979): „Ich weiß nicht, was Sinn ist. Die Frage nach dem Sein von Sinn hat mir noch niemand beantworten können. Deshalb misstraue ich dem Verlangen nach Sinn. Wer Sinn will, will mehr als das, was da ist und da sein kann. Doch was ist eine Rose mehr als eine Rose? »Sie blühet, weil sie blühet.« Und die Liebe! Wer, wenn er liebte, würde ernsthaft noch nach dem Sinn von Liebe fragen? Wahrscheinlich stellt sich die Frage nach dem Sinn überhaupt nur dort, wo etwas fehlt. Das Verlangen nach Sinn zeigt an, dass das Leben verletzt ist. Und wie! Unverletztes Leben wäre sinnlos glücklich. Sinn hat für mich immer den fatalen Beigeschmack von Vertröstung mit ihren im Grunde trostlosen Anleihen bei einer Zukunft, die der Gegenwart nur eben dies voraus hat, dass sie noch nicht ist und eben deshalb viel verspricht, ohne falsifiziert werden zu können. Noch nicht. Aber dann? Trost ist besser als Sinn und Vertröstung. Trost bleibt der schmerzlichen Gegenwart treu.“
Aus Freude an Gott. Warum ich Christ bin Von Eberhard Jüngel 1. Frage auf FrageWarum ich Christ bin? Weil ich … Mehr
Volker Drehsen über die Wanderung: „Ein zentrales Sinnmotiv der Wanderung bilden Abschied und Verlust, in denen sich vor allem das Ungenügen an der Ausgangssituation als Ursprung allen menschlichen Prozessdenkens und -empfindens ausdrückt: Wanderung wird zum Sinnbild sowohl menschlicher Verdammung als auch menschlicher Befreiung. Als Irrfahrt (Odyssee) betont sie den frevel- und schuldhaften Abfall von einem paradiesisch geordneten Urzustand, den Verlust behüteter Existenz überhaupt, die Leiden der Trauer um das Verlorene.“
Wanderung Von Volker Drehsen Der Begriff Wanderung bezeichnet im weitesten Sinn die individuelle oder kollektive Bewegung im geograph. oder regionalen, … Mehr
Gotthold Müller über Nachfolge: „Nachfolge ist somit nichts anderes als die sich auch im ethischen Bereich auswirkende Tatsache, dass Menschen ‚im Leben und im Sterben‘ im Wirkungsfeld der Heilsgabe des Kreuzes und Ostergeschehens stehen und von dorther ihr Leben ’normieren‘ lassen. Das kann im Einzelfalle ebenso unbekümmerte Freude an der Welt und ihren Gaben einschließen wie auch bewußten (Konsum-)Verzicht, sich in sogenannten ‚weltlichen‘ Berufen ebenso verwirklichen wie in Orden oder Kommunitäten.“
Nachfolge Von Gotthold Müller 1. Nachfolge gehört in den meisten („zumindest“ theistischen) Religionen zu den Leitbegriffen religiöser Sprache und Praxis. … Mehr