Wolfgang Huber über Heinz Eduard Tödt (1918-1991): „Dass Heinz Eduard Tödt zu einem Lehrer des Friedens und der Menschenrechte wurde, wurzelt in der Geschichte seines Lebens. Seine Erinnerungen an Krieg und Willkürherrschaft liest man nur dann in seinem Sinn, wenn man die eigenen Kräfte für die Bändigung der Gewalt und den Schutz der menschlichen Würde einsetzt.“

Ein Lehrer des Friedens. Der Theologe Heinz Eduard Tödt war in besonderer Weise Zeuge des 20. Jahrhunderts Von Wolfgang Huber … Mehr

Heinz Eduard Tödt über Menschenrechte (1983): „Ein anderes Interpretationsmodell achtet im theologischen Umgang mit der Menschenrechtsbewegung sowohl auf Differenzen wie auf Analogien zur christlichen Botschaft. Die Ambivalenzen in den Sachmomenten Freiheit, Gleichheit und Teilhabe, ihre Spannungen untereinander, fordern die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Deutung und der Verwirklichung, die sich nicht schon »evident« aus dem humanen Ethos heraus ergibt. Hier ist der Rückgriff auf Perspektiven und Intentionen des Glaubens, die Kriterien für solche Entscheidungen hergeben, nötig. So wird der Christ statt eines selbstbezogenen ein kommunikatives, auf den Dienst am anderen gerichtetes Freiheitsverständnis wählen und statt bloß formaler Gleichheitsforderungen eine solche, die gerade auf die Armen, Verfolgten, Gewaltlosen Rücksicht nimmt.“

Menschenrechte/Grundrechte Von Heinz Eduard Tödt 1. Wortbedeutung. »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist … Mehr

Fußball und die Energie des Glaubens: „Für viele Spieler sind religiöse Gesten auf den Fußballplätzen dieser Welt Ausdruck einer tiefen inneren Überzeugung. Das Gebet vor dem Spiel garantiert keinen Sieg, und der Glaube schützt nicht vor Niederlagen. Aber er kann helfen, mit den Belastungen und Herausforderungen eines unsicheren Fußballer-Lebens umzugehen. In diesem Sinne vermag der öffentlich gezeigte Christusglaube mancher Fußballspieler auch uns Zuschauer inspirieren: Eigene Lebensglück erwächst nicht nur aus körperlicher Leistungsfähigkeit oder sportlichem Erfolg, sondern auch aus dem Christusvertrauen, selbst getragen zu sein – in den Höhen des Sieges ebenso wie in den Tiefen der Niederlage.“

Fußball und die Energie des Glaubens Die Fußball-Weltmeisterschaft hat schon jetzt ein Thema hervorgebracht, das weit über Taktik, Spielergebnisse und … Mehr

Karl Barth, Der Einzelne in dieser Zeit (1957): „Wer ist er denn, dieser Einzelne, wenn er sich als solcher einmal recht statt schlecht verstehen wollte? Wirklich der arme Einsame, der Angst haben muss, zu kurz zu kommen, wenn er sein Leben nicht für sich haben und führen kann, der darum auf das Recht seines Eigensinns und Eigenwillens pochen, der darum zur Privatperson und damit zum Räuber und damit zum Totengräber seiner Freiheit werden muss? Es ist klar, wie die liebe Sonne: Er ist in der ihm gegebenen Besonderheit, Einzigartigkeit und Einmaligkeit, in der er dieser und dieser Mensch ist und die niemand ihm nehmen kann, einer unter anderen, die in der ihnen gegebenen Besonderheit, Einzigartigkeit und Einmaligkeit wie er selbst einzelne sind. Er ist es also gerade nicht ohne sie. Und er ist es nicht weniger, aber auch nicht mehr als sie. Sie gehören ihm nicht, er kann über sie nicht verfügen, wie er auch nicht ihnen gehört, wie sie auch über ihn nicht verfügen können. Er ist schlicht ihr Nächster, ihr Nachbar und sie sind die seinigen. Er ist mit ihnen und sie sind mit ihm. Er und sie sind gerade als einzelne Menschen Mitmenschen.“

Der Einzelne in dieser Zeit (1957) Von Karl Barth Vermute ich recht, wenn ich annehme, daß Sie bei dem Thema … Mehr

Leonhard Ragaz in Sachen religiös-sozialistische Fremdenfeindlichkeit 1917: „Von allen Seiten brandet die Flut fremden Volkstums heran und überschwemmt fast unmerklich Stück für Stück unseres Landes. Im Osten sind es die Tiroler und Italiener, im Süden die Italiener allein, im Westen die Franzosen, im größten Teil der Schweiz aber und ein wenig überall die Deutschen. In unseren Städten bilden die Fremden da und dort zwei Fünftel bis fast die Hälfte der Einwohner. Diese Fremden haben wenig Lust, Schweizerbürger zu werden. So kommt man denn und rechnet uns kaltblütig vor, dass, wenn es so weitergeht, in fünfzig Jahren mehr Fremde in unserem Lande wohnen werden als Schweizerbürger. Während des Krieges sind ganze Heere von uns weggezogen zu den Fahnen der verschiedenen Völker. Das sind unerhörte Zustände. Kein Volk der Erde kennt etwas Ähnliches. Auf dieser Linie rückt uns das Finis Helvetiae zum Greifen nahe.“

Auch das kann zu einem (national-)religiösen Sozialismus gehören – Fremdenfeindlichkeit, so Leonhard Ragaz in seiner Programmschrift „Die neue Schweiz“ 1917: … Mehr

Paul Gerhard Braune, Denkschrift Betrifft: Planwirtschaftliche Verlegung von Insassen der Heil- und Pflegeanstalte (1940): „Auch eine andere ernste Frage taucht auf. Wie weit will man mit der Vernichtung des sogenannten lebensunwerten Lebens gehen? Das bisherige Massenverfahren hat bewiesen, dass man viele Leute erfasst hat, die weithin klar und zurechnungsfähig sind. In einem mir besonders gut bekannten Fall sollten sechs Mädchen mitverlegt werden, die dicht vor ihrer Entlassung aus der Anstalt standen, um in Arbeitsstellen als Hausgehilfinnen vermittelt zu werden. Will man nur die völlig Hoffnungslosen, etwa die Idioten und Blöden treffen? Das Merkblatt führt, wie schon oben gesagt, auch die Alterserkrankungen auf. Die neueste Verordnung der gleichen Behörden fordert die Erfassung der Kinder mit schweren angeborenen Leiden und Mißbildungen jeder Art, ihre Sammlung und Erfassung in besonderen Anstalten. Welche ernsten Befürchtungen müssen da aufsteigen. Wird man vor den Tuberkulosen haltmachen? Bei den Sicherungsverwahrten sind scheinbar die Maßnahmen der Euthanasie schon begonnen. Werden auch andere Anormale und Asoziale erfasst? Wo liegt die Grenze? Wer ist anormal, asozial, wer ist hoffnungslos krank? Wer ist gemeinschaftsunfähig? Wie wird es den Soldaten gehen, die sich im Kampf für das Vaterland unheilbare Leiden zuziehen? Solche Fragen sind schon in ihrem Kreise aufgetaucht. Hier steigen ernsteste Fragen und Sorgen auf. Es ist ein gefährliches Unterfangen, die Unverletzlichkeit der Person ohne jeden Rechtsgrundsatz preiszugeben. Jedem Rechtsbre­cher wird der gesetzliche Schutz gewährt, soll man gerade die Hilflosen ohne Schutz lassen? Wird es nicht die Ethik des ganzen Volkes gefährden, wenn das Menschenleben so wenig gilt?“

Denkschrift – Betrifft: Planmäßige Verlegung der Insassen von Heil- und Pflegeanstalten Von Paul Gerhard Braune Der Lobetaler Anstaltsleiter, Pastor Paul … Mehr

Julius Schniewind, Der Heilandsruf. Kommentar zu Matthäus 11,25–30 (1936): „Jesu Heilandsruf sagte in den drei Sprüchen, die ihn bilden, das gleiche. Jesus ist der Messias, dessen Geheimnis vom Herrscher Himmels und der Erde nur den Geringen offenbart wird. Er ist der eine Sohn, der allein den Vater kennt und offenbart, und den alle Menschen hinausstoßen. Er ist der Messias, der Gottes Gesetz ins Herz schreibt und den ewigen Frieden Gottes bringt; das geschieht aber so, daß er sich selbst zu den Armen, auf Gott Wartenden stellt. Die höchste Würde Jesu und sein Kreuzeswille sind in allen Sprüchen eins.“

Der Heilandsruf. Kommentar zu Matthäus 11,25–30 Von Julius Schniewind 25 Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise … Mehr

Balthasar Mentzer, Vom Kreuz der Frommen (Katholisches Handbüchlein, 1619): „Wiewohl der Teufel und die gottlose Welt sich dünken lassen und sich dessen wohl berühmen, dass sie den Frommen alles Leid antun, so sehen doch die Gottseligen auf Gott den Herrn selbst, ohne dessen Verhängnis ihnen niemand schaden kann, und nehmen es für eine väterliche Züchtigung an, wenn sie mit Kreuz heimgesucht werden, und wissen, dass es ihnen zur Besserung dient.“

Vom Kreuz der Frommen (Katholisches Handbüchlein, 1619) Von Balthasar Mentzer 204. Ich spüre so viel, dass ein Christ sich wohl … Mehr

William H. Willimon über Apostelgeschichte 4,32–37: „Die Kirche kümmert sich um die Ihren und schafft so in ihrem gemeinsamen Leben eine Art Vignette, ein Paradigma der Welt, wie Gott sie für alle vorgesehen hat. Die Macht, die am Ostermorgen die Fesseln des Todes brach, an Pfingsten die Sprachbarrieren sprengte und einen Lahmen stärkte, löst nun den eisernen Griff des Privateigentums.“

Kommentar zu Apostelgeschichte 4,32–37 – Die Herausforderung des Besitzes Von William H. Willimon Es überrascht uns nicht, wenn Lukas berichtet, … Mehr