Martin Luther über die Erbsünde in seiner Auslegung zu Psalm 51,7: „Dieser Spruch von der Erbsünde ist einer der herrlichen Sprüche, die die Vernunft nicht versteht. Man lernt ihn aber, gleichwie andre Stücke, aus dem Gesetz und den Verheißungen Got­tes. Von den Aposteln ist es aber allein Paulus, der diesen Spruch ausdrücklich und aus­führ­lich mit großem Ernst behandelt hat. […] Und diese Lehre ist in der Kirche Gottes auch höchst nötig.“

In seine Vorlesung über Psalm 51 von 1532 skizziert Martin Luther bei der Auslegung von Vers 7 die evangelische Lehre … Mehr

Martin Niemöller, Was schuldet der Christ dem Staat heute? (1957): „Der Staat, der sich selbst zum Zweck macht, der sich selber verabsolutiert, der Staat, der zur Totalität und zur Omnipotenz strebt, der richtet sich selbst zugrunde und zugleich die Menschen, die — was Recht und Frieden angeht — seiner Sorge anvertraut sind. Gott will nicht, dass der Staat an seine Stelle tritt und sich zum Gott macht; das ist Majestätsbeleidigung, das ist das crimen laesae majestatis, denn Gott duldet keine Usurpatoren, keine Konkurrenten. — So schuldet es der Christ dem Staat heute, ihn nicht nur an seinen Auftrag, sondern auch an seine Grenzen zu erinnern, weil der Staat, der seine Grenzen nicht erkennt und anerkennt, nicht nur sich selber, sondern auch seine Menschen tödlich gefährdet, und der Christ kann ja nicht im Blick auf die Menschen, d. h. auf die anderen erklären: ‚Soll ich meines Bruders Hüter sein?‘. Er ist es, oder er verleugnet sein Christsein.“

Auf Einladung der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin (Ost) hielt Martin Niemöller am 24. Mai 1957 im Auditorium Maximum vor … Mehr

Wilhelm Groß über die bildende Kunst als Verkündigung (1955): „Wir sollen ja dem großen Bildhauer Gott als geschickte Werkzeuge dienen. Beim Arbeiten an einem kreuztragenden Christus in hartem Eichenholz brach mir ein wertvolles Werkzeug zur Hälfte ab. Traurig tat ich den Stumpf beiseite und habe ihn jahrelang nicht beachtet, bis ich ihn eines Tages wieder zur Hand nahm, das beschädigte Stück Stahl entfernen und den Stumpf wieder neu anschleifen ließ. Und siehe da, dies kurze, unansehnliche Eisen ist eines meiner Lieblingswerkzeuge geworden. Gott der Herr arbeitet nur mit zerbrochenen Werkzeugen.“

Nachdem der Bildhauer Wilhelm Groß 1953 die theologische Ehrendoktorwürde der Universität Heidelbergs erhalten hatte, hielt er dort im Mai 1955 … Mehr

Fritz Bauers Schlussplädoyer im „Remer-Prozess“ von 1952: „Ein Unrechtsstaat, der täglich zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr gemäß § 53 StGB. Jedermann war berechtigt, den bedrohten Juden oder den bedrohten Intelli­genzschichten des Auslandes Nothilfe zu gewähren. Insoweit sind alle Widerstandshandlun­gen durch den § 53 StGB gedeckt.“

Für die moralisch-rechtliche Beurteilung des Widerstandes vom 20. Juli 1944 in der Bundesrepublik hat Fritz Bauer im Remer-Prozess im März … Mehr

Dietrich Meyer über Nikolaus Ludwig von Zinzendorf: „Zinzendorf knüpft an Speners Gedanken der ‚ecclesiola in ecclesia‘ an. In diesem Sinne ist sein Drang zur Bildung von christlichen ‚Gesellschaften‘ oder ‚Sozietäten‘ zu verstehen. Das Ziel ist die ‚Erneuerung der Familie Jesu auf Erden‘. Im kleinen Kreis will er mit Christus in einer ‚personellen‘, lebendigen Verbindung und Konnexion leben. Um die Bewährung der Jüngerschaft Jesu, wie sie in der Schrift abgebildet wird ringt er sein Leben lang.“

Trotz einiger lehrmäßigen Wirrungen – nicht nur in der Sichtungszeit – weiß das Lebenswerk Nikolaus Ludwig von Zinzendorfs mit brüderlicher … Mehr

Helmut Gollwitzer über Hans Joachim Iwand: „Die Verkündigung und die Kirche gehören also in das eschatologische Gesche­hen hinein; aber sie können sich nicht selbst hineinstellen. Der gleiche Theologe, der der Pre­digt Außerordentliches zutraut, dem Predigen inmitten eines zusammengebrochenen, dem äußeren und dem inneren Nihil ausgesetzten Volkes das sinnvollste und unerläßlichste Tun ist, und der einen großen Teil seiner letzten Kraft an die Erneuerung der Predigt wendet, ist jedem Besitzbewußtsein der Kirche, jeder sich selbst aufblähenden Amtstheologie, jeder hier­archischen Verfestigung bitter feind. Von da­her wird er schärfster Kritiker einer glaubenslos sich in der Welt einrichtenden und den Schutz weltlicher Macht sich erkaufenden Kirche.“

Eine anspruchsvolles und sympathisches theologisches Porträt von Hans Joachim Iwand hatte Helmut Gollwitzer 1966 verfasst: Hans Joachim Iwand Von Helmut … Mehr