Friedrich Mildenberger über Gottes Heilsplan unter biblischen Vorzeichen: „Da ist es der Herr selbst, der den Mose in der Nacht überfällt und ihn töten will. Seine Frau Zippora schafft es, mit der Beschneidung ihres Sohnes den Zorn dieses Gottes oder bösen Dämons zu besänftigen, so dass er von seinem Vorhaben absteht. Das ist seltsam archaisch und passt weder zu dem Gottesverständnis noch zu dem Erzählfluß, der doch davon redet, wie Mose seiner Beauftragung nachkommt. Aber es gehört anscheinend zur Eigentümlichkeit des biblischen Redens von Erwählung, dass da auch immer wieder von einer Bedrohung der Erwählten die Rede ist, die von dem erwählenden Gott ausgeht.“

In seinem Beitrag zu den von Ernstpeter Maurer herausgegebenen Grundlinien der Dogmatik, einer Festgabe aus Anlass des 70. Geburtstags von … Mehr

Max Horkheimer im Interview mit Helmut Gumnior, Die Sehnsucht nach dem ganz Anderen: „Theologie bedeutet hier das Bewusstsein davon, dass die Welt Erscheinung ist, dass sie nicht die absolute Wahrheit, das Letzte ist. Theologie ist — ich drücke mich bewusst vorsichtig aus — die Hoffnung, dass es bei diesem Unrecht, durch das die Welt gekennzeichnet ist, nicht bleibe, dass das Unrecht nicht das letzte Wort sein möge. Theologie als Ausdruck einer Hoffnung? Ich möchte lieber sagen: Ausdruck einer Sehnsucht, einer Sehnsucht danach, dass der Mörder nicht über das unschuldige Op­fer triumphieren möge.“

Helmut Gumnior hatte 1970 nicht nur für den SPIEGEL ein Interview mit Max Horkheimer geführt. Ein zweites Gespräch ist unter … Mehr

Johann Baptist Metz, Erinnerung des Leidens als Kritik eines teleologisch-technologischen Zukunftsbegriffs: „Das christliche Gedächtnis des Leidens ist nämlich in seinem theologischen Gehalt eine antizipatorische Erinnerung; es enthält die Antizipation einer bestimmten Zukunft der Menschheit als einer Zukunft der Leidenden, der Hoffnungslosen, der Unterdrückten, der Beschädigten und der Nutzlosen dieser Erde.“

Theoretisch hoch verdichtet und doch anspruchsvoll geschrieben ist, was Johann Baptist Metz bereits 1972 in Sachen memoria passionis geschrieben hatte: … Mehr

Lesslie Newbigin über die Mission in der Nachfolge Christi (1986): „Der Kernpunkt des Evangeliums ist das gekommene Reich Gottes, aber es war nun eben anders gekommen als die Menschen, und besonders die religiösen Menschen das erwartet hatten. Es ist Jesus, der als Mensch seinen Weg vom Stall in Bethlehem zum Kreuz auf Golgatha in Demut ging, der diese Gegenwart Reiches wirklich ist. Von daher können wir über Gottes Herrschaft nun nicht mehr einfach unsere eigenen Ideen entwickeln. Das ist nun nicht mehr eine Lehre oder ein Programm, das wir nach Gutdünken formen können. Das Reich Gottes, seine Königsherrschaft, hat nun ein menschliches Gesicht und einen menschlichen Namen – Name und Gesicht des Jesus von Nazareth.“

Lesslie Newbigin (1909-1998) hatte im Januar 1986 auf der Tagung der Synode der Kirche von Südindien (CSI) mehrere Bibelarbeiten gehalten, … Mehr