Hannah Arendts Aufsatz „Es gibt nur ein einziges Menschenrecht“ erschien 1949 in der von Dolf Sternberger herausgegebenen Zeitschrift „Die Wandlung“ … Mehr
Autor: Jochen Teuffel
Frieder Schulz, Das Gebet im deutschsprachigen evangelischen Gottesdienst: „Das Gebet ist nicht Mittel und Werk, um Gottes Gnade und Hilfe zu erlangen, sondern Antwort des Glaubens auf das, ‚was Gott an uns gewendet hat‘ (Luther). Weil also das Gebet Frucht der Evangeliumsverkündigung ist, hat die Darstellung seiner geschichtlichen Entwicklung und seiner Ausdrucksformen in erster Linie das Gebet in der versammelten Gemeinde ins Auge zu fassen, wo das die Antwort auslösende Wort gepredigt wird. Das Gebet des einzelnen ist, wie die Liebestat des einzelnen, im Grunde nur Auswirkung und Ausübung des durch die Predigt geweckten und genährten Glaubens.“
Wie kaum ein anderer hatte sich Frieder Schulz (1917–2005) um die historische wie auch theologische Erschließung der gottesdienstlichen Gebete verdient … Mehr
Hannah Arendt über Freiheit und Politik (1958): „Will man die Menschen daran hindern, dass sie in Freiheit handeln, so muß man sie daran hindern, zu denken, zu wollen, herzustellen, weil offenbar all diese Tätigkeiten das Handeln und damit Freiheit in jedem, auch dem politischen Verstande mit implizieren. Daher glaube ich auch, dass wir das Phänomen der totalen Herrschaft durchaus missverstehen, wenn wir meinen, dass in ihr eine totale Politisierung des Lebens erfolgt, durch die Freiheit zerstört wird. Das gerade Gegenteil ist der Fall; wir haben es mit Phänomenen der Entpolitisierung zu tun, wie in allen Diktaturen und Despotien, nur daß diese Entpolitisierung hier so radikal auftritt, dass sie das politische Freiheitselement in allen Tätigkeiten vernichtet und sich nicht nur damit zufrieden gibt, das Handeln, also die politische Fähigkeit par excellence, zu zerstören.“
„Freiheit und Politik“ heißt der Vortrag, den Hannah Arendt 1958 im Rahmen des Vortragszyklus »Erziehung zur Freiheit« im Schweizerischen Institut … Mehr
Jochen Kleppers „Das göttliche Wort und der menschliche Lobgesang“ von 1939: „Jedes Bibelwort muss imstande sein, Dichtung auszulösen, und jeder Reim, hinzuweisen auf Gesetz und Offenbarung der Heiligen Schrift“
Für den von Kurt Ihlenfeld 1939 herausgegebenen Band „Das Buch der Christenheit. Betrachtungen zur Bibel“ verfasste Jochen Klepper den Beitrag … Mehr
Jochen Klepper über die Frage der Selbstötung (Juni 1933): „Ich weiß nicht, hat es Sinn und lohnt es, daß ich lebe, nur weil mein Herz noch schlägt.“
Über die Frage der Selbstötung Nachdem die Deportation seiner jüdischstämmigen Frau und seiner Stieftochter unmittelbar bevorstand, nahm sich Jochen Klepper … Mehr
Rita Thalmann über Jochen Klepper: „Wie er selber in seinem Tagebuch bekennt, hätte er, als es noch Zeit war, mit seiner Familie einen Staat verlassen können, der seit 1933 die elementarsten Rechte mit Füßen trat und ihm wegen seiner jüdischen Frau eine normale Existenzmöglichkeit absprach. Das von Jugend auf anerzogene blinde Vertrauen auf Gottes Führung und Fügung, auf das »Gute« in seinem Volk, versperrte ihm den Weg zur verantwortungsvollen Tat. Sein Lebensweg und Werk bleiben ein eindrucksvolles Mahnmal für künftige Generationen.“
Ein sensibles Lebensporträt Jochen Kleppers, das Ambivalenzen und Kritisches benennt, hatte Rita Thalmann (1926-2013) für die Reihe „Gestalten der Kirchengeschichte“ … Mehr
Jochen Klepper in seinem Tagebuch über die Bedeutung von Namen und deren Taufe (1933): „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. So zu den Dingen und Menschen zu sprechen, ist die Dichtung.“
Über die Bedeutung von Namen und deren Taufe In seinem Tagebucheintrag vom 18. April 1933 schreibt Jochen Klepper über die … Mehr
„Gesegne dich GOTT der heilige Geist, der dich zu seinem Tempel bereitet und geheiliget hat“- der Valetsegen (Sterbesegen) 1692
Der Valetsegen bei der Einsegnung eines Sterbenden bzw. der Aussegnung einer Verstorbenen hat in der evangelischen Kirche eine lange Tradition. … Mehr
Martin Luther, Über die Wirklichkeit des Segens (Auslegung zu Genesis 27,28-29 – Isaaks Segen an Jakob): „Dieser Segen aber ist nicht nur ein leerer Schall von Worten oder ein Glückwunsch, mit dem einer dem anderen etwas Gutes zu wünschen pflegt. Zum Beispiel, wenn ich sage: „Gott gebe dir schöne und gehorsame Kinder.“ Das sind nur Worte, mit denen man einem anderen etwas Gutes wünscht, ohne ihm tatsächlich etwas zu geben – es bleibt lediglich ein Wunsch, ein Segen, der ungewiss ist und noch vom Erfolg abhängt. Der Segen des Patriarchen Isaak hingegen zeigt ein gegenwärtiges Gut und ist für immer gewiss. Es ist kein bloßer Wunsch, sondern eine tatsächliche Gabe des Guten, wenn er spricht: ‚Siehe, nimm die Gaben hin, die ich dir mit Worten verspreche.‘ In der Heiligen Schrift sind Segen nicht allein Segenswünsche, sondern wirkliche Segen, die das wirklich schenken und mit sich bringen, was die Worte besagen.“
Über die Wirklichkeit des Segens (Auslegung zu Genesis 27,28-29) Von Martin Luther In seiner Genesis-Auslegung zu 27,28f – Erstgeburtssegen, den … Mehr