Hans Joachim Iwands Predigtmeditation zu Lukas 18,31-43 (1950): „Aber dieser Blinde an der Straße, da Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem vorübergeht, nimmt den Augenblick wahr und wird ein Glaubender und weil er ein Glaubender wird, so kann er bitten, und weil er sich nicht schämt, Jesus zu bitten, schreit er laut und vernehmlich um Erbarmen! Er durchbricht das verstockte Schweigen aller derer, die Jesus nicht verstehen, er schreit. Er breitet sein Elend vor dem Herrn aus. Er wirft es ihm vor die Füße und lässt ihn nicht vorüber. Nicht zufällig steht diese Geschichte vom blinden Bettler gerade in dem Kapitel, das auch das Gleichnis von der bittenden Witwe und vom Zöllnergebet enthält. Der Blinde ist nicht nur ein Bild des in die Finsternis gestoßenen Menschen, sondern er ist zu­gleich ein Vorbild des aus der Finsternis herausgerissenen, geretteten, um seines Glaubens willen befreiten Menschen. Er ist ein Zeichen dafür, dass ‚bei Gott möglich ist, was bei den Menschen nicht möglich ist‘.“

Eine höchst anspruchsvolle Predigtmeditation zu Lukas 18,31-43 hatte Hans Joachim Iwand 1950 für den Sonntag Estomihi geschrieben: Predigtmeditation zu Lukas … Mehr

Martin Luthers Gebet zum Exorzismus von 1545: „Wir unwürdigen Sünder rufen auf Wort und Befehl deines Sohnes deine Barmherzigkeit an mit allem Glauben, dessen wir fähig sind: Mache nach deiner Gnade diesen Menschen von allem Übel frei und zerstöre in ihm das Werk des Satans, auf dass dein Name geehrt werde und der Glaube deiner Heiligen zunehme.“

Gebet zum Exorzismus Von Martin Luther Gott, allmächtiger Vater,der du uns durch deinen Sohn gesagt hast»Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,wenn … Mehr

Karl Barth, Das Gebot des gnädigen Gottes: „Der Ausdruck ‚Gottes Gebot‘ bedeutet, dass der gnädige Gott, indem er als solcher mit dem Menschen, für ihn und an ihm handelt, nicht schweigt, sondern ihm auch etwas sagt und zwar sagt, was er mit seinem göttlichen Tun von ihm haben will, was der Mensch seinerseits tun soll. Er redet von Gottes in und mit seinem Tun stattfinden­dem Weisen, For­dern, Befehlen, mit dem er an die Freiheit appelliert, die er ihm in seiner eigenen Freiheit als sein Schöpfer und Versöhner gegeben hat. Das Gebot Gottes ist das Ereignis, in welchem Gott das tut: in welchem er gebietet. Es ist aber in jeder besonderen Gestalt seines Verkehrs mit dem Menschen, in jeder besonderen Zeit, im Blick auf die Vor­aussetzungen, Möglich­keiten und Konsequenzen, jedes besonderen Dranseins jedes Menschen ein besonderes Gebieten. Es ist je Eines, je etwas ganz Bestimmtes, was Gott von diesem und diesem Menschen fordert.“

Das Gebot des gnädigen Gottes[1] Von Karl Barth In der Miskotte-Festschrift hatte Karl Barth 1961 in Sachen christliche Ethik einen … Mehr

Angst essen Seelen auf. Erfahrungen mit dem Coronavirus SARS in Hongkong 2003: „»Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.« (Psalm 34, 9) Die Darreichung von Brot und Wein mit La­texhandschuhen ist in der Tat nicht besonders appe­titlich. Es lässt sich fragen, ob eine solche Sicherheits­maßnahme in Gemeinden, in denen kein Infektionsfall aufgetreten ist, wirklich notwendig ist. »Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, ist es unrein.« (Römer 14, 14) Den Worten des Apostel Pau­lus zufolge schafft subjektive Wahrnehmung Realität. Und die angstbesetzte Realität eines Mitmenschen kann nicht ohne weiteres revidiert werden. Von daher ist die Rücksichtnahme der Angstfreien angesagt: »Richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.« (Römer 14, 13) Wer die eigene innere Freiheit hat, kann dem Bedürfnis und der Sorge anderer entsprechen. »Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen.« (Römer 14, 1) Und doch muss man aufpassen, dass keine Diktatur der Angst (oder der Ängstlichen) entsteht, die unge­wollt in die Verein­zelung führt. Schließlich sucht sich die uneingestan­dene Angst als ver­nünftig auszugeben.“

Nun ist man in Hongkong wieder so weit. Die Regierung hat drastische Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronaviruses ergriffen, um … Mehr