Jochen Kleppers „Das göttliche Wort und der menschliche Lobgesang“ von 1939: „Jedes Bibelwort muss imstande sein, Dichtung auszulösen, und jeder Reim, hinzuweisen auf Gesetz und Offenbarung der Heiligen Schrift“

Wilhelm Groß - Hörer göttlicher Rede
Wilhelm Groß – Hörer göttlicher Rede (Holzschnitt 1948)

Für den von Kurt Ihlenfeld 1939 herausgegebenen Band „Das Buch der Christenheit. Betrachtungen zur Bibel“ verfasste Jochen Klepper den Beitrag „Das göttliche Wort und der menschliche Lobgesang“. In ihm gibt Klepper Rechenschaft über seine eigene Dichtung im Sprachraum der Bibel:

Das göttliche Wort und der menschliche Lobgesang

Von Jochen Klepper

 

Offenbarung und Deutung

„Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.“ In diesem zwölften Vers des 106. Psalms ist alles zusammengefasst, was sich vom Wort Gottes und den Dichtern sagen lässt. Es ist ausgedrückt in vollkommener Schönheit. Und es ist zugleich festgelegt mit der äußersten Nüchternheit. Überall aber, wo vom Gotteswort und der Dichtung die Rede ist, wird ange­sichts der Unfasslichkeit solcher Erscheinung Nüchternheit zum Gebot. Nirgends sind Ge­fühlsseligkeit und Undeutlichkeit mit strengerer Schärfe zu verbannen. Der Ernst, die Schwere und die Tiefe des Zusammenhangs von Offenbarung und Deutung stehen zu klar vor jedem, der unvoreingenommen zu sehen bereit ist: es geht um die, welche vom Worte und für das Wort leben, und um das Wort, welches das Leben ist.

Dem Dichter christlicher Herkunft kann sich Dichtung nur herleiten von dem Wort des Le­bens, wie es aufgezeichnet ist in der Heiligen Schrift, die außerhalb aller anderen Wert- und Größenordnungen steht. Gott hat es gefallen, an die Menschheit sein Wort, das der [129] Geist und das Leben ist, in einem Buch zu richten. Wohl und wehe allen, deren Leben dem Bücher­schreiben gehört. Ihr Maß war bestimmt, ihr Ziel war gesetzt, ehe sie zu schreiben begannen und nach den Formgesetzen ihres Schaffens Normen aufzurichten trachteten.

Wer vom Wort lebt, kann nicht vorüber am Wort des Lebens. Wer Bücher schreibt, vermag nicht, sich dem Buch der Bücher zu entziehen. Er ist gebunden an die Heilige Schrift: er beuge sich oder lehne sich auf. Alle dichterische Deutung, als Gestalt und Gehalt, wird ge­messen an der Offenbarung. Alle Dichtung, die das Ewige, Eine in der zeitlichen Mannig­faltigkeit zu deuten begehrt, kann ihren Auftrag nur aus der Bibel gewinnen und bestätigt erhalten. Alle Antwort auf solchen Auftrag ist – als Überwindung des Eigenwillens durch den Gotteswillen – wiederum „vor“geschrieben in der Heiligen Schrift. Das ewige Wort im Buch des Lebens ist der Maßstab für alles irdische Wirken am Wort. So fest und unverrückbar dieses Wort aber auch steht als Gesetz und Offenbarung, lässt die Bibel doch keine Zweifel darüber zu, daß die biblische Verkündigung, wo sie aufgenommen und neu geprägt wird von der dichterischen Darstellung, ausgesagt sein will als göttliches Geheimnis, wie es am voll­kommensten zutage tritt in den Gleichnissen Jesu Christi. Von ihnen in ihrer unfasslichen Symbolik her wird begreifbar, was die große Kunst des Wortes ist. [130]

Wo wir uns zu solcher Haltung dem Worte gegenüber entschließen – wie sie von Gott her über uns beschlossen ist -, dürfen wir wiederum den Dichter, der sich solcher Beugung unterwirft, in einem Zusammenhang sehen mit den Psalmisten, Propheten, Evangelisten und Aposteln. Denn „der Herr gab das Wort mit großen Scharen Evangelisten“ [Ps 68,12].

Gehalt und Gestalt

Die Forderung der Nüchtern­heit bedingt, daß die dichterische Beschreibung oder gar Um­schreibung bei allen solchen Erwägungen zurücktritt hinter der Aussage der Heiligen Schrift selbst. Wer die Geschäfte der Sprache und des Geistes treibt wie der Dichter, wird der Erfah­rung zustimmen, daß nichts so zum Geist der Bibel hinleitet wie das immer völligere Ver­trautwerden mit ihrem Wortlaut. Dabei ist nun nicht einmal nur an die Bevorzugten gedacht, denen der Urtext des Alten und Neuen Testamentes zugänglich ist, sondern es ist das allge­meine Gut der Lutherischen Bibelübersetzung gemeint. Das ist ja das Größte an ihr, daß die Übersetzung schon die Auslegung enthält. Und in aller Nüchternheit darf es wohl gesagt sein: der Mann, der uns die deutsche Bibel gab, war alles in einem – Psalmist, Prophet, Evangelist, Apostel und Dichter. [131]

„Virgils Hirtenlieder“, berichtet Luther aus seiner Bibelarbeit, „versteht keiner, der nicht fünf Jahre Hirte –, sein Gedicht vom Feldbau keiner, der nicht fünf Jahre Acker­mann gewesen ist; Ciceros Briefe versteht, das behaupte ich, keiner, der nicht zwanzig Jahre als Staats­mann in einer großen Republik gedient hat; die Heilige Schrift aber soll niemand erschöpft zu haben vorgeben, der nicht hundert Jahre mit den Propheten, mit Johannes dem Täufer, mit Christo und den Aposteln gelebt und die christliche Kirche regiert hat.“ An diese Schrift hat er seine äußere und innere Existenz gesetzt.

Bedarf es überhaupt irgend­welcher Autoritäten, um es zu begründen, warum der biblischen Aussage der weite Vorrang gegeben werden muß vor der dichterischen Prägung des gleichen Inhaltes und Gehaltes? Nur insofern es die Nüchternheit der Betrachtung erweisen und jeden Verdacht des Schwärmertumes zerstreuen hilft, mag der Kenntnis und dem Bekenntnis der Großen – es ist da an einen weiten Kreis von Menschen des geistigen und öffentlichen Lebens gedacht – Beachtung geschenkt sein und für die vielen Goethe allein sprechen. In den „Ge­sprächen mit Eckermann“ heißt es am Ende seines Lebens: „Mag die geistige Kultur nur immer fortschreiten, mögen die Naturwissenschaften in immer breiterer Ausdehnung und Tie­fe wachsen und der menschliche Geist sich erweitern, wie er will: über die Hoheit und sittli­che Kultur des Christentums, wie es [132] in den Evangelien schimmert und leuchtet, wird er nicht hinauskommen.“ Und: „Ich für meine Person halte die Bibel lieb und wert. Denn fast ihr allein verdanke ich meine sittliche Bildung, und die Begebenheiten, die Lehren, Sym­bole und Gleichnisse, alles hat sich bei mir tief eingedrückt und ist so oder so wirksam gewe­sen. Mir missfallen daher die ungerechten, spöttischen und verdrehenden Angriffe.“

Aber nicht das Menschenwort, welch großen Mannes Mund es auch gesprochen hat, sondern das Gotteswort soll ja für uns in den Mittelpunkt rücken, und zwar vor allem als die Bestäti­gung des Auftrages zur Dichtung durch die Heilige Schrift, deren „Begebenheiten, Lehren, Symbole und Gleichnisse“ sich einem Goethe „tief eingedrückt“ haben und „so oder so wirk­sam“ in ihm geworden sind. Es gilt, der Dichtung gewiss zu werden durch die Theologie. Es heißt, die Theologie als eine res publica, als ein allgemeines Anliegen zu begreifen durch die Dichtung. Drittens, und darin ist alles andere einbezogen, muß das Wort Gottes erfahren werden als Gehalt und Gestalt, muß jedes Bibelwort imstande sein, Dichtung auszulösen, und jeder Reim, hinzuweisen auf Gesetz und Offenbarung der Heiligen Schrift. Aus jedem Reim vermag sich die Ahnung göttlicher Ordnung zu erheben, wenn auch bei weitem nicht jede Dichtung Glaubenszeugnis wird. Der Bibelvers mag für die Definition eintreten: „Die Him­mel [133] erzählen die Ehre Gottes. Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stim­me höre.“ [Ps 19,2]

Auftrag und Anspruch

Der 81. Psalm beschreibt in seinem 11. Vers in fast unheimlicher Tiefe des Gedankens und nahezu erschreckender Gewalt des Ausdrucks den Vorgang, der am Anfang aller Dichtung steht, zu der Gott sich bekennt: „Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!“

Dies ist das Wort, welches das Amt der Psalmisten und Propheten, der Evangelisten, Apostel und Dichter begründet. Dieses Wort birgt in sich den göttlichen Auftrag an die Dichtung, zu wirken aus der Heiligen Schrift, in der allein Gott zu uns redet. Luther hat sich ganz in diesem Sinne zu allem Schreiben „außer der Schrift“, zu dem Schrifttum des Bibellaien neben dem des Schriftgelehrten geäußert. „Denn auch alles andere Schreiben“, sagt er, „soll in die Schrift und zu der Schrift weisen.“

Wie ausschließlich solcher Auftrag ein Leben auch als äußere Existenz einfordert, bezeugt wiederum die Bibel für alle, die der Schrift in ihren Schriften leben:

„Wer die Schrift lernen soll, der kann keiner anderen Arbeit warten. [Sirach 38,25] – Wer sich darauf geben soll, daß er das Gesetz des Höchsten lerne, der muß die Weis­heit aller Alten erforschen und in den Propheten studieren. Er [134] muß die Geschichten der berühmten Leute merken und denselben nachdenken, was sie bedeuten und lehren. Er muß die geistli­chen Sprüche lernen und in den tiefen Reden sich üben. [Sirach 39,1-3] – Und er betrachtet zuvor bei sich selbst; danach sagt er seinen Rat und seine Lehre heraus und beweist es mit der Heiligen Schrift.“ [Sirach 39,10-11]

„Die Geschichten der berühmten Leute merken und denselben nachdenken, die geistlichen Sprüche lernen und in den tiefen Reden sich üben“ – das führt eigentlich schon ganz unmittel­bar in die verschiedenen Bereiche der Dichtung und nimmt nicht mehr nur den immer wieder­kehrenden Aufruf zum frommen Lobgesang aus den Psalmen auf. Freilich ist dies der unmit­telbarste biblische Auftrag zur Dichtung, wie da in den Psalmen stets von neuem gemahnt und gelockt wird:

„Ihr Heiligen, lobsinget dem Herrn; danket und preiset seine Heiligkeit. [Ps 30,5]

Singet fröhlich Gott, der unsere Stärke ist. Hebet an mit Psalmen! [Ps 81,2-3a]

Singet dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn, alle Welt! Singet dem Herrn und lobet seinen Namen; verkündiget von Tag zu Tage sein Heil! [Ps 96,1-2]

Singet löblich und lobet den Herrn in allen seinen Werken, preiset seinen Namen herr­lich! Danket ihm und lobet ihn mit Singen und Klingen. [Sirach 39,19-20]

Lobet den Herrn in seinem Heiligtum; lobet ihn in [135] der Feste seiner Macht! Lobet ihn in seinen Taten; lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! Lobet ihn mit Posaunen; lobet ihn mit Psalter und Harfe!“ [Ps 150,1-3]

Auch aus dem Neuen Testament klingt es uns entgegen, nun in der völligen Hinwendung zu Christus, in dem aller Gott wohlgefällige Lobgesang erst möglich wird:

„Werdet voll Geistes: redet untereinander in Psalmen und Lobgesängen und geistli­chen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. [Eph 5,18c-19]

Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Muts, der singe Psalmen. [Jak 5,13]

Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Lie­dern und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn.“ [Kol 3,16-17]

Niemand wird ernstlich daran zweifeln, daß sich auf diesen unmittelbaren Auftrag aus der Schrift nicht nur das geistliche Lied berufen darf.

Nach dem Neuen Testament soll das Wort „reichlich wohnen“; und in den Psalmen ergeht der Befehl: Danket, predigt, verkündet, „redet von allen seinen Wundern!“ [Ps 105,2]

„Dichtet von allen seinen Wundern“, steigert es sich [136] im ersten Buche der Chronik. [1Chr 16,9] „Verkündiget täglich sein Heil! Erzählet unter den Heiden seine Herrlich­keit, unter allen Völkern seine Wunder!“ [1Chr 16,23]

Bis in den äußersten irdischen Kampf hinein, den Krieg, liegt auf den Dichtern der himmli­sche Befehl: „Ihr Mund soll Gott erheben, und sie sollen scharfe Schwerter in ihren Händen halten.“ [Ps 149,6] Denn „ich will“, spricht Gott, „Wächter auf deine Mauern bestellen, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nimmer stillschweigen sollen und die des Herrn geden­ken sollen, auf daß bei euch kein Schweigen sei und ihr von ihm nicht schweiget.“ [Jes 62,6]

Über den Auftrag hinaus gibt die Bibel aber auch noch die letzte Begründung solchen Auf­trags. Sie setzt die Dichtung gleichsam schon im Schöpfungsakt mit, wenn sie von Gott und den Menschen sagt: „Er gab ihnen Vernunft, Sprache, Augen, Ohren und Verstand und Erkenntnis und zeigte ihnen beides, Gutes und Böses; und hat sein Auge sonderlich auf sie gerichtet, Ihnen zu zeigen seine große Majestät, daß sie loben sollen seinen heiligen Namen und erzählen seine großen Taten.“ [Sirach 17,5-8]

Weithin wandelt sich der biblische Auftrag und seine Begründung in tiefschürfende Unter­suchungen über das Thema „Schöpfer am Werk“, das für den Künstler doch eine Lebensfrage bleibt. Dem irdischen Schöpfer mit seinem vergänglichen, oft vergeblichen, entbehrlichen, ja verwerflichen Werk wird der ewige Schöpfer mit [137] seinem unvergänglichen Werk vor Augen gestellt; und mahnend, warnend, lockend, anfeuernd wird ihm der einzig gültige Inhalt aller Dichtung aufgezeigt: „Es sind zwar alle Menschen von Natur nichtig, so von Gott nichts wissen und an den sichtbaren Gütern den, der es ist, nicht kennen und an den Werken nicht sehen, wer der Meister ist. [Weisheit 13,1] – Denn es kann ja an der Größe und Schöne der Geschöpfe ihr Schöpfer als im Bilde erkannt werden. Wiewohl über diese nicht so gar hoch zu klagen ist; denn auch sie können wohl irren, wenn sie Gott suchen und gern fänden. Denn so sie mit seinem Geschöpf umgehen und nachdenken, werden sie gefangen im Ansehen, weil die Krea­turen so schön sind, die man sieht. Doch sind sie damit nicht entschuldigt. Denn haben sie so viel zu erkennen vermocht, daß sie nicht viel eher den Herrn derselben gefun­den?“ [Weisheit 13,5-9]

Im Neuen Testamente werden diese Gedanken des Alten Testaments von Paulus abgewandelt und weiterentwickelt, wenn er im Römerbrief schreibt, als gälte es einem Abfall der Dichter: „Denn was man von Gott weiß, das ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offen­bart, damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt, an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also daß sie keine Ent­schuldigung haben, dieweil sie wussten, daß ein Gott ist, und haben [138] ihn nicht gepriesen als einen Gott noch ihm gedankt, sondern sind in ihrem Dichten eitel geworden, und ihr un­ver­ständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für wei­se hielten, sind sie zu Narren geworden und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem ver­gänglichen Menschen.“ [Röm 1,19-23]

In Athen, in seiner großen Rede auf dem Areopag, die wohl doch das Kernstück aller Ausein­andersetzungen zwischen Antike und Christentum bleibt, stellt der Apostel sich den Dichtern. Er kündet von Gott im – fordernden – Hinblick auf die apostolische und die dichterische Sen­dung: „Fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: ‚Wir sind seines Ge­schlechts!‘“ [Apg 17,27b-28]

So enthält der Auftrag schon die Führung hin zu seiner Erfüllung. Gott redet nicht zu uns Menschen, ohne daß er an uns handelt; er spricht uns nicht an, ohne einen Anspruch zu erheben, wie Jesaja ihn vom Herrn vernimmt: „Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie frucht­bar und wachsend, daß sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde geht, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, was mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich‘s sende.“ [Jes 55,10-11]

Antwort und Verantwortung

Gott nimmt den in Zucht, den er begnadet. Der Anspruch Gottes ist eben nicht bloße Anrede, sondern Anspruch. Und die menschliche Antwort auf solchen Auftrag und Anspruch wird: von Gottes Ruf und Berufung erzwungene, gedrungene, aber auch bereits als wirkende Kraft geschenkte Ver-Antwortung.

Von dem Sänger-König der Heiligen Schrift ist aufgezeichnet, daß sein ganzes Leben, auch wo Schmerz und Schuld es beluden, eine solche Antwort war: „Für ein jegliches Werk dankte er dem Heiligen, dem Höchsten mit einem schönen Liede. Er sang von ganzem Herzen und liebte den, der ihn gemacht hatte.“ [Sirach 47,9-10]

Alle Antwort der Dichter ist, von jenem Beispiel her, wiederum in der Schrift aufgezeichnet, vor-geschrieben, aus ihr abzulesen, in ihr festgelegt, in welcher Vielfältigkeit auch die Dichter auf die Anrede Got­tes antworten, vor dem An­spruch Gottes sich verantworten mögen. Un­möglich ist es freilich, auch nur im entferntesten eine Vorstellung von jener herrlichen und unerschöpflichen Vielstimmigkeit biblischer Antworten auf den biblischen Auftrag zu vermit­teln. Denn unübersehbar und unaufhaltsam strömt es in der Schrift von überall her auf uns ein:

„Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen und erzähle all deine Wunder. [Ps 9,2] Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern; ich will dich in der Gemeinde rühmen. [Ps 22,23] [140]

Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. [Ps 34,2]

Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des Herrn Wort. [Ps 56,11]

Ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat. [Ps 66,16b]

Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank. [Ps 69,31]

Ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen und alte Geschichten aussprechen, die wir gehört haben und wissen und unsere Väter uns erzählt haben, daß wir‘s nicht verhal­ten sollten ihren Kindern, die hernach kommen, und verkündigen den Ruhm des Herrn und seine Macht und Wunder, die er getan hat. [Ps 78,2-4]

Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, so lange ich bin. Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Herrn. [Ps 104,33-34]

Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Rechte deines Mundes. Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse, wie über allerlei Reichtum. Ich rede von dem, was du befoh­len hast, und schaue auf deine Wege. [Ps 119,13-15]

Ich will nun preisen des Herrn Werke und, was ich gesehen habe, verkündigen. Durch das Wort des Herrn sind seine Werke geworden. [Sirach 42,15] [141]

Ich bewahre mich in dem Worte deiner Lippen vor Menschenwerk. [Ps 17,4]

Ach, daß ich hören sollte, was Gott der Herr redet. [Ps 85,9]

Herr, hilf mir, so wollen wir meine Lieder singen, solange wir leben im Hause des Herrn! [Jes 38,20]

Gott, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch. Ich will dir lobsingen unter den Leuten. [Ps 108,2+4]

Mein Herz dichtet ein feines Lied. Ich will singen von einem König; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers. [Ps 45,2]

Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert; mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt; er hat mich zum glatten Pfeil gemacht und in seinen Köcher gesteckt.“ [Jes 49,2]

Immer stärker ist aus der Erklärung der Bereitschaft für Gottes Lob das Bekenntnis des Berei­tetwerdens zum Lob Gottes geworden. In dem einen vierten Vers des 17. Psalms allein war im Grunde auch schon die gänzliche Beugung unter Aufträge und Maßstäbe ausgesprochen, die jenseits alles Menschlichen liegen, ja die menschliche Seite noch so löblichen und loberfüllten Dichtens für vergänglich, vergeblich und verwerflich erklären: „Ich bewahre mich in dem Worte deiner Lippen vor Menschenwerk.“

Dieses Wort greift nun tief ins innerste Gefüge christlicher Dichtung. Es fegt alles davon, was sich an Pseudo-[142]Wortschöpfungen und modischen Wortverbindungen und -erfindungen, am Wort­geklingel und am aufgebauschten Beiwerk berauscht. Und diesem harten Urteil wird ja leider einmal fast eine ganze Epoche unserer Literatur unterworfen werden; es hat ja ohne Frage bei uns, und gerade auch in der geistlichen Dichtung, eine Inflation des Wortes gege­ben, und noch lässt sich die Sorge auf diesem Gebiete nicht bannen: noch sind die Anzeichen einer Stabilisierung nur spärlich. Wo aber das Wort sich wieder festigt und mit Wert erfüllt, geschieht es allein von dem Worte Gottes her. Mit dem Sprachgut und Wortschatz der Bibel zu dichten, das ist die Zucht geworden, die eine Reihe von Dichtern auf sich genommen haben oder in die sie – und das bedeutet die stärkste Hoffnung für die Zukunft der Dichtung – von Gott genommen worden sind. Da können freilich die Dichter wieder sprechen, wie Paulus auf dem Areopag von den Dichtern im Hinblick auf Gott sagte: „Wir sind seines Geschlechts.“ Dann ist das Wort der Heiligen Schrift zum inneren und äußeren Maßstab der Dichtung geworden. Die freie Schöpferkraft beugt sich vor der Unüberbietbarkeit biblischen Gehaltes und biblischen Ausdrucks. Die höchste, letzte, tiefste Aussage wird der Bibel selbst ent­nom­men und bleibt ihr vorbehalten, so wie bei Bach Rezitative, Arien und Zwischenmusiken nur hinführen zum Choral; vom Subjektiven, Künstlerischen zum Objektiven, Kirchlichen. Die Psalmennachdichtungen von Heinrich Vogel liegen ganz auf dieser Linie, und bei Rudolf Alexander Schröder begegnet uns der gleiche Vorgang in der gleichen Stärke. Unfasslich ist die Fülle von Bibelworten, die als geschlossene Zeile ins Lied übernommen und zum Aus­gangspunkt eines geistlichen Liedes werden können. Ist‘s nicht der Anfang eines Morgenlie­des, wenn es bei Jesaja heißt:

Er weckt mich alle Morgen;
er weckt mir das Ohr –? [Jes 50,4]

Liegt nicht im neunten Verse des von Luther so geliebten 4. Psalmes: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne“ ein Abendlied um­schlossen, das dichterischer Zutat nicht bedarf?

Scheint nicht mit den Worten des Paulus an Timotheus: „So will ich nun, daß die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel“ [1Tim 2,8] ein Abendmahlslied der Männer anzuheben?

Ist nicht ein Lied zur Jahreswende, was wir bei Jesaja lesen: „Ja, ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet?“ [Jes 46,4]

Vermag nicht der 102. Psalm in den Worten „Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende“ zur Strophe eines Neujahrsliedes zu werden?

Aber nicht nur im Lied, auch in der Epik begegnet es uns heute, daß an die Stelle der einst manchmal so anmaßenden und doch so ungültigen menschlichen Sentenz [144] das allein maßge­bende, ewiggültige Wort Gottes gesetzt wird und der Erzähler mit dem Psalmisten sich frei­willig bindet, beugt und unterwirft, um entgegen aller Selbstgefälligkeit die ewige Wahr­heit zu verkünden, die alles Menschliche auch an der frommen Dichtung richtet. Wo das Selbst­gericht begonnen hat, ist die Gnade Gottes schon mitten im Werk. Und Gott hat schon sein Ja zu aller Dichtung gesprochen, vor der das Gelübde und das Bekenntnis steht: „Ich bewahre mich in dem Worte deiner Lippen vor Men­schen­werk.“ [Ps 17,4]

Das Buch des Lebens

Unverrückbar und unentrinnbar ist dem Psalmisten mit diesem Wort eingeprägt, was ihm allein Vorbild, Sinnbild, Maß und Gesetz sein kann: das Buch der Bücher. So nüchtern diese Bindung ist, so wahrhaft mystisch ist nun wiederum, was in der Bibel selbst vom Buch des Lebens geschrieben steht. In der Offenbarung des Johannes erfolgt schließlich die Apo­theose des Buches selbst, wie sie ein Bildwerk oder eine Schöpfung der Tonkunst nirgends besitzt: „Und ich sah in der rechten Hand des, der auf dem Stuhl saß, ein Buch, beschrieben inwendig und auswendig, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief aus mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? [145]

Und niemand im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, daß niemand würdig erfunden ward, das Buch aufzutun und zu lesen noch hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und zu brechen seine sieben Siegel.

Und ich sah, und siehe, mitten zwischen dem Stuhl und den vier Tieren und zwischen den Ältesten stand ein Lamm, wie wenn es erwürgt wäre … Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand des, der auf dem Stuhl saß. Und da es das Buch nahm, da fielen die vier Tiere und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm und hat­ten ein jeglicher Harfen und goldene Schalen voll Rauchwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist erwürget und hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zunge und Volk und Heiden und hast uns unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und wir werden Könige sein auf Erden.“ [Offb 5,2-10]

„Und was du siehest, das schreibe in ein Buch“ [Offb 1,11], ergeht der göttliche Be­fehl an Johannes. „Schreibe, was du gesehen hast, und was da ist, und was geschehen soll danach.“ [Offb 1,19] „Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig [146] und gewiß!“ [Offb 21,5] Aber auch das Verbot trifft den gehorsam Schreibenden: „Versiegle, was die sieben Donner geredet haben; schreibe es nicht!“ [Offb 10,4]

Das Weltgericht erfolgt nach der Offenbarung des Johannes angesichts des aufgeschlagenen Buches: „Und ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken.“ [Offb 20,12]

Der Himmel der Endzeit selbst wird einem Buche verglichen: „Und der Himmel entwich wie ein zusammengerolltes Buch.“ [Offb 6,14]

Vor diesem ehrwürdigen Schauer soll kein Geschlecht von Schreibenden bewahrt bleiben: daß Gott in einem Buch und dem, von welchem dieses Buch zeugt, unser Heil beschlossen hat!

Mit jenen Tafeln des Zeugnisses, den „Tafeln, mit dem Finger Gottes beschrieben“, „die beschrieben waren auf beiden Seiten. Und Gott hatte sie selbst gemacht und selber die Schrift eingegraben“ – mit jenen Tafeln beginnt die dem Menschengeist unfassliche, geschriebene Heilsgeschichte, bis die Heilige Schrift endlich in der Offenbarung des Johannes zum „Le­bensbuch des Lammes“ erhoben wird.

„Siehe ich komme: im Buch ist von mir geschrieben“, kündet der Herr von sich im achten Verse [147] des 40. Psalmes, und der Sänger des 139. Psalmes begegnet dem kommenden Herrn mit den Worten: „Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und alle Tage waren auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben keiner da war.“ So sind Gott und Mensch im Buch des Lebens vereint; und von dem, der sie vereinigt hat für alle Zeit und Ewigkeit, stehen die Worte darin: „Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins nach dem anderen geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.“ [Joh 21,25]

„Dies alles ist eben das Buch des Bundes, mit dem höchsten Gott gemacht“ [Sirach 24,32], lesen wir in der Schrift. „Es ist nie gewesen, der es ausgelernt hätte, und wird nimmermehr werden, der es ausgründen könnte. Denn sein Sinn ist reicher als das Meer, und sein Wort tiefer als der Abgrund. Ich aber“ und in diesen nun folgenden Worten ist wohl das ganze Ver­hältnis des Dichters zur Bibel restlos erkannt und bekannt – „ging hervor wie ein Bächlein aus dem Strom. Ich sprach: ,Ich will wässern meinen Garten und tränken meine Wiese.‘ Da ward mein Bächlein zum Strom, und mein Strom ward zum Meer. Da sehet ihr, daß ich nicht allein für mich arbeite, sondern für alle, die der Weisheit begehren.“ [Sirach 24,38-47]

Das ewige Wort

Christus selbst antwortet darauf im 7. Kapitel des Johannes-Evangeliums, als nähme er dieses Wort auf: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen.“

„Wie die Schrift sagt“: das deutet hin auf das unverrückbare, ewige Wort, das die Norm wird für alles Wirken am Wort und durch das Wort. Daß das Wort Gottes Handeln am Menschen ist, geht am deutlichsten aus der immer wiederkehrenden, von Luther beharrlich festgehal­te­nen Wendung hervor: „Und des Herrn Wort geschah zu –.“

Altes und Neues Testament zeugen mit der gleichen Gewalt von der Macht des Gotteswortes. „Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zer­schmeißt?“, heißt es bei Jeremia [23,29], und im Neuen Testament bei dem unbekannten Verfasser des an unbekannte Empfänger gerichteten Hebräerbriefes: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und keine Kreatur ist vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen. Von dem reden wir.“ [Heb 4,12]

„Darum sollen wir desto mehr wahrnehmen des Worts, das wir hören“, fährt der von manchem Geheimnis umgebene Brief fort, „damit wir nicht dahinfahren. Denn so das Wort fest geworden ist, das durch die Engel geredet ist, und eine jegliche Übertretung und jeder Ungehorsam seinen rechten Lohn empfangen hat, wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten?“ [Heb 2,1-3a]

„Denn“, erhebt Petrus seine Stimme, „wir sind nicht klugen Fabeln gefolgt, da wir euch kundgetan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. – Und wir haben desto fester das prophetische Wort, und ihr tut wohl, daß ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Mor­genstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen her­vorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist.“ [1Petr 1,16.19-21]

Was die Psalmisten besingen, die Propheten verheißen, die Evangelisten verkünden, die Apo­stel auslegen, geht ein in einen großen Strom auf Christus hin und von Christus her, und in diesem Strom ragen die Worte des Johannes-Evangeliums als Gipfel empor:

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und [150] ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finster­nis hat‘s nicht begriffen. (Joh 1,1-4) – Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herr­lichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahr­heit.“ (Joh 1,14)

Dann aber strömt im Evangelium das ganze Heil, das in diesem Wort beschlossen ist, über die, welche von ihm erfasst, es gläubig erfassen: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. [Joh 15,3] Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.“ [Mt 24,35]

Zu diesem Wort bekennen sich die „großen Scharen Evangelisten“ des 68. Psalms, mit denen „Gott das Wort gab“ [Ps 68,12]:

„Wohl dem, der stets mit Gottes Wort umgeht und es auslegt und lehrt, der‘s von Herzen betrachtet und gründlich verstehen lernt. [Sirach 14,22-23]

Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht, und all sein Heer durch den Geist seines Mundes. [Ps 33,6]

Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. [Jes 40,8]

Ich freue mich über dein Wort, wie einer, der eine große Beute kriegt. [Ps 119,162] [151]

Ich wache auf, wenn‘s noch Nacht ist, zu sinnen über dein Wort. [Ps 119,148]

Wie kann ich etwas anderes reden, als was mir Gott in den Mund gibt? Das muß ich reden. [4Mose 22,6]

Denn es ist nicht ein vergebliches Wort an euch, sondern es ist euer Leben.“ [5Mose 32,47]

Wie dieses Wort nun Gehalt und Gestalt, Inhalt und Form, Wert und Maß jedes Werkes im Wort und am Worte bestimmt, hat wiederum die Schrift festgelegt. Auch die Dichtung ver­pflichtet sie damit zur klaren Verkündigung und zu der Nüchternheit, der allein das Wunder sich erschließt; das Wunder, welches irgendein menschliches Hinzutun nicht erträgt. In allen ihren Einzelbüchern bereitet die Heilige Schrift die Redenden und Schreibenden auf ein „Amt des Wortes“ vor, in dem Berufung und Beruf zu einem gemacht werden:

„Wer auf Träume hält, der greift nach dem Schatten und will den Wind haschen. Träu­me sind nichts anderes denn Bilder ohne Wesen. – Eigene Weissagung und Deutung und Träume sind nichts und machen doch einem schwere Gedanken, und wo es nicht kommt durch Eingebung des Höchsten, so halte nichts davon. Denn Träume betrügen viele Leute; und es geht denen fehl, die darauf bauen. Man bedarf keiner Lüge zu, daß man das Gebot halte; und man hat genug am Wort Gottes, wenn man recht lehren will. [Sirach 34,2-3.5-8] [152]

‚Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predi­ge mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?‘ spricht der Herr. [Jer 28,23]

Sei nicht schnell mit deinem Munde und laß dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel, und du auf Erden; darum laß deiner Worte wenig sein. – Denn wo viel Sorgen ist, da kommen Träume; und wo viel Worte sind, da hört man den Narren. Laß deinem Mund nicht zu, daß er dein Fleisch verführe; und sprich vor dem Engel nicht: Es war ein Versehen. Gott möchte erzürnen über deine Stimme und verderben alle Werke deiner Hände. Wo viel Träume sind, da ist Eitelkeit und viele Worte; aber fürchte du Gott.” [Pred 5,1-2.5-6]

„Ich sage aber sage,“ spricht endlich Christus nach den Alten, „daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.“ [Mt 12,36-37]

„Bewahre, was dir vertraut ist, und meide die ungeistlichen, losen Geschwätze und das Ge­zänke der falsch berühmten Kunst“ [1Tim 6,20] und „Des ungeistlichen, losen Geschwätzes entschlage dich; denn es hilft viel zum ungöttlichen Wesen; und ihr Wort frißt um sich wie der Krebs“ [2Tim 2,16-17], mahnt der Apostel Paulus zweimal den jungen [153] Timotheus. Dessen gedenkt wohl Petrus Cantor, wenn er um das Jahr 1200 in Paris schreibt: „Wenn nur die Wahrheit zutage tritt, so bedarf es nicht der Zier der Wörter. Als ob man den Wörtern mehr als der Wahrheit glauben solle! So wie diese ist, ist sie in einfacher Sprache zu erzählen, damit sie nicht den klugen Worten der Menschen, sondern der ewigen Wahrheit und Gnade zugeschrieben werde. Die Wahrheit sucht keine Winkel, weil sie sich selbst genügt.“

Die Apostelgeschichte erzählt von einem Vorgang, den alle, die es mit Bücherschreiben zu tun haben, auf ihre Weise und jenseits seines begrenzten geschichtlichen Sinnes für sich selbst auslegen mögen:

„Viele aber, die die vorwitzige Kunst getrieben hatten, brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich, und überrechneten, was sie wert gewesen, und fanden des Geldes fünfzigtausend Groschen. Also mächtig wuchs das Wort des Herrn und nahm überhand.“ [Apg 19,19-20]

Die Apostelgeschichte begründet auch ein Amt des Wortes: „Wir aber wollen anhalten am Gebet und am Amt des Worts.“ [Apg 6,4]

Angesichts der Größe und der Tiefe solchen Amts-Auftrages kann alle Verpflichtung auf ihn nur als Bitte ausgesprochen werden, wie es denn in der Schrift auch geschieht:

„Herr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen.“ [Ps 141,3] Aber in heftiger Leiden­schaft wird sogar aller [154] Eitelkeit abgeschworen und fast beschwörend auf den gedeutet, der allein noch den Inhalt unserer Aussage bestimmen soll, weil er selber Das Wort ist:

„Der Herr wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet, die da sagen: Unsere Zunge soll Oberhand haben, uns gebührt zu reden; wer ist unser Herr? [Ps 12,4-5]

Sehet zu, daß ihr den nicht abweiset, der da redet.“ [Heb 12,25]

Zu ihrer Erfüllung wird die Dichtung letzt­lich nur als biblische Exegese gelangen: Als Text­auslegung mit den Mitteln der Dichtung, im ständigen Gemessen-, Gewogen- und Be­funden­werden vom Worte Gottes her, das auch die kleinste Strophe einfordert.

Gut wäre es, wir hielten uns an Luthers Worte: „Denn in diesem Jammertal haben wir doch wenig Leben, Freud und Trost, denn sofern wir das Wort Gottes hören, betrachten, glauben und bewahren. Aufs mündliche und geschriebene Wort habe ich mein Sach angefangen; auf und mit dem Wort hab ich‘s bisher mit Gottes Kraft hinausgeführt, mit dem Wort bin ich all meinen Feinden überlegen, auf dem Wort stehe und fuße ich noch, auf diesem Wort will ich durch den Tod zu meinem lieben Herrn und Heiland fahren.“ [155]

Das göttliche Geheimnis

Wenn nun das Amt des Wortes von solcher Ausschließlichkeit, Härte und Nüchternheit, von derartiger Strenge der Bindungen und Verpflichtungen ist – bleibt denn da der Dichtung noch jenes Schimmernde, Leuchtende, Geheim­nisvolle, das doch ihres Wesens sein muß? Wird denn die Dichtung bei solcher Inanspruchnahme durch die Norm des göttlichen Wortes schließlich nicht völlig überflüssig gemacht durch die Realität der Offenbarung? Wo über­haupt ist das Geheime, nicht Wägbare, Verhüllende und Enthüllende, das der Dichtung zu eigen ist, noch erhalten?

Es liegt im Gegenstand, der dargestellt werden soll, selber beschlossen. Das Wunder wird nur dem Nüchternen offenbar. „Träume sind nichts anderes denn Bilder ohne Wesen“, lasen wir. Aller echten Dichtung kann es ja aber nur um das Bild des Wesens gehen. Die Aufrichtung des Wesenhaften, allein gülti­gen Gleichnisses in der Form der Dichtung hat eben zum Inhalt, was auch der Inhalt des Evangeliums ist: Das Geheimnis der Offenbarung des verborgenen Gottes; das Geheimnis, das durchschienen ist von der letzten Erkenntnis und Klarheit, die uns Menschen ohne den Schleier des Geheimnisvollen in ihrem Glanze unerträglich wäre. Denn da Gott zu den Men­schen redete, heißt es, „mochten sie es nicht ertragen, was da gesagt ward“ [Heb 12,20]. So muß auch der [156] geoffenbarte Gott bis ans Ende aller Erdenzeit verborgen und „im Dunkel wohnen“. Aber „Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuch­ten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Er­leuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi.“ [2Kor 4,6]

Und hier, wo Dichtung und Predigt sich verschwistern, hebt noch einmal ein großer Hymnus vom Alten zum Neuen Testament hin, von den Psalmen zu den Apostelbriefen, an:

„Das Geheimnis des Herrn ist unter denen, die ihn fürchten, und seinen Bund läßt er sie wis­sen. [Ps 25,14]

Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lässest mich wissen die heim­liche Weisheit. [Ps 51,8]

In den Tagen des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, soll vollendet werden das Ge­heimnis Gottes, wie er hat verkündigt seinen Knechten, den Propheten. [Offb 10,7]

Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbart im Fleisch, gerecht­fertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.“ [1Tim 3,16]

Da wird, vor allem im Brief des Paulus an die Kolosser, gebetet, „daß Gott eine Tür des Wortes auftue, zu reden das Geheimnis Christi“ [4,3], wird gefleht um allen „Reichtum des gewissen Verständnisses, zu erkennen das Geheimnis Gottes des Vaters und Christi, in wel­chem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und [157] der Erkenntnis“ [2,2-3]. Ein fest umris­senes Amt ist es, zu predigen „das Geheimnis, das verborgen gewesen ist von der Welt her und von den Zeiten her: nun aber ist es offenbart seinen Heiligen, denen Gott gewollt hat kundtun, welches da sei der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses“ [1,25-27]. Im Epheser­brief häufen sich die Aufzeichnungen über dieses Geheimnis:

„Er hat uns wissen lassen das Geheim­nis seines Willens nach seinem Wohl­ge­fallen.“ [1,9] „Betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen und für mich, auf daß mir gegeben werde das Wort mit freudigem Auftun meines Mundes, daß ich möge kundmachen das Ge­heimnis des Evangeliums.“ [6,18-19] „Mir ist kund geworden dies Geheimnis durch Offenbarung, wie ich droben auf kürze­ste geschrieben habe, darin ihr, so ihr‘s leset, merken könnt mein Verständnis des Geheimnisses Christi.“ [3,3]

„Wir reden“, schreibt Paulus an die Korinther, „von der heimlichen verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unserer Herrlichkeit.“ [1Kor 2,7] Und den Römern preist er das Geheimnis: „Dem aber, der euch stärken kann laut meines Evangeliums und der Predigt von Jesu Christo, durch welche das Geheimnis offenbart ist, das von der Welt her verschwiegen gewesen ist, nun aber offenbart, auch kundgemacht durch der [158] Prophe­ten Schriften nach Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden: demselben Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesum Christum in Ewig­keit! Amen!“ [Röm 16,25-27]

Gott, „der allein weise ist“, hat in der „heimlichen, verborgenen Weisheit“ Offenbarung und Deutung, Verkündigung, Predigt und Dichtung zueinander geordnet, damit wir zu ertragen vermögen, was er kundmachen will durch Schriften von „der Propheten Schriften“ an.

Denn, wahrhaftig, geheimnisvoll ist Gott und mit Geheimnis muß er jede Aussage, die wir über ihn machen, durchströmen: geheimnisvoll ist der Gott, der durch Stern und Krippe, Kreuz und Taube, durch den Kelch und das Brot des Abendmahls, den Stein vor dem Felsen­grab und die Wolke der Himmelfahrt in Bildern zu uns redet, deren geheimnisvolles, wirkli­ches Wesen „von der Welt her verschwiegen gewesen ist“.

Die Sprache dieser Bilder und Zeichen, die alle Predigt mit Dichtung durchströmen und Dich­tung mit Verkündigung seiner Wahrheit erfüllen, ist Gottes unbegreiflicher Wille, den wir im Wort der Dichtung nur verehren dürfen. Auch dem Täter wird von Gott das Bild gewiesen, damit er der Wucht des unmittelbaren Auftrages nicht erliege: „Schaue zu, daß du machest alles nach dem Bilde, das dir gezeigt ist!“ Im Bild und Zeichen, die Gott uns gibt, ist ein Glanz „des ewigen [159] Lichts und ein unbefleckter Spiegel der göttlichen Kraft und ein Bild seiner Gütigkeit“.

Die Gleichnisse Jesu Christi

In den Gleichnissen Jesu ist die völlige Einswerdung, die letzte Erfüllung von Verkündigung des Gotteswortes und deutender und darstellender Dichtung vollzogen: in den Gleichnissen aus dem Munde dessen, der das fleischgewordene ewige Wort ist!

In den Gleichnissen des „Menschen­soh­nes“ wird die geoffenbarte Gottes­wirk­lichkeit dem menschlichen Wort am fassbar­sten. Im Gleichnis hat Christus gewiesen, wie weit wir uns bescheiden müssen mit der Verehrung des Geheimnisses. Das Gleichnis selbst deutet die Gotteswahrheit und stellt die Gotteswahrheit dar in irdischen Begebenheiten und Tatbestän­den, in der Beschreibung der Erdenwirklichkeit von Weinberg, Acker, Herden und den Blu­men auf dem Felde, von Hausbau und allem häuslichen Feiern und Tun, Handel wie Krieg. Aber von ihrem ewigen Inhalt, Gegenstand und Gehalt her glänzt in Darstellung und Deutung der Gleichnisse eben jener „helle Schein“ auf, der sie zur Dichtung verklärt und schon weit über die bloße Dichtung hinaus erhellt und erleuchtet.

„Und durch viele solche Gleichnisse“, berichtet der Evangelist Markus von Christus, „sagte er ihnen das Wort, nach dem (Maße, nach dem) sie es hören konnten. [160] Und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen; aber seinen Jüngern legte er‘s aus.“ [4,33-34] Und er sprach zu ihnen: „Euch ist’s gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu wissen. – Versteht ihr dies Gleichnis nicht, wie wollt ihr denn die anderen alle verstehen?“ [4,11+13]

„Solches alles“, bestätigt auch Matthäus, „redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volk, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen, auf daß erfüllet würde, was gesagt ist durch den Pro­pheten, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen die Heimlichkeiten vom Anfang der Welt.“ [13,34-35]

Die große Kunst

Gewaltig ist die Macht, die dem Evan­gelium und seiner Verkündigung innewohnt. In der Apostelgeschichte rührt sie uns am stärksten an. Paulus verantwortet sich vor Festus und dem König Agrippa, und der Bericht der Apostelgeschichte des Lukas verzeichnet uns von der Kraft solcher Rede des Paulus [Apg 26,24-28]:

„Da er aber solches zur Verantwortung gab, sprach Festus mit lauter Stimme: Paulus, du rasest! Die große Kunst macht dich rasend.

Er aber sprach: Mein teurer Festus, ich rase nicht, sondern ich rede wahre und vernünftige Worte.

Agrippa aber sprach zu Paulus: Es fehlt nicht viel, du überredest mich, daß ich ein Christ würde.“

Die von Kunst gesättigte Welt der Römer, die von [161] den letzten Verzückungen mensch­lichen Geistes in fast dionysischem Rausche ergriffene Spätantike mag für einen Augenblick erbebt sein vor der inneren Gewalt der apostolischen Rede: einer „Dynamis“, der die Antike nur die Macht orpheischen Gesanges zu vergleichen wusste, der die Pforten der Unterwelt sprengte und die Furien bezwang.

Die Glut, die Hingabe, die Begeisterung, die feierliche Unerschütterlichkeit, die dem Römer die „Verantwortung“ des Paulus als „große Kunst“ erscheinen ließ, weiß wiederum die Heili­ge Schrift besser zu begreifen, zu begründen und zu benennen, als die feinsinnigsten künst­lerischen Meditationen es imstande wären.

Nur eines Bibelworts bedarf es zu solcher Erklärung; mit einem Psalmenvers nur lässt es sich sagen, was des Paulus Verkün­digung zur „großen Kunst“ erhoben hat, nämlich, daß er, mit allen Gottes­knechten, den Psalmenruf auch an sich selbst ergangen fühlte; den göttlichen Ruf, der von allem Eigenen zu schweigen befiehlt und nur noch Gott und seinem Worte Raum lassen will: „Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin.“ [Ps 46,11]

Als Letztes, Unentrinnbares, aber auch Erstes, Grundlegendes steht vor aller menschlichen Aussage das Stillewerden vor Gott.

Aber von diesem Gott, vor dem alle Menschenrede ver­stummen muß, sofern er sich nicht zu ihr bekennt, hatte Paulus zugleich auch erfahren, daß er mit dem Menschen [162] „von Ange­sicht zu Angesicht wie ein Mann mit seinem Freunde redet“ [2Mose 33,11].

Ihm ist vor allem eingeprägt, daß Gott des menschlichen Lobes und der Verkündigung durch seine Kreaturen nicht bedarf; daß alle menschliche Tat und Rede, wo Gott seine Sache führt, entbehrlich, vergeblich, ja verwerflich sein kann, sie sei denn von Gott dem Herrn ihm selbst unterworfen.

„Ich sage nichts außer dem, was die Propheten gesagt haben“, bekennt Paulus vor Agrippa und Festus, trennt damit seine Aussage scharf und nüchtern von allem Eigenen – und scheint gerade in diesem Augenblick „rasend vor großer Kunst“!

Erst wo menschliche Schaffenslust vor diesen Begrenzungen und Einsichten steht und ihrer froh wird, weil ein Größerer zu reden anhebt, bricht Gottes Schöpferkraft im menschlichen Worte hervor. Wo aber der Mensch im Dienste am Wort dies nicht mehr begreift; wo die zu Predigt und dichterischer Verkündigung Berufenen „versagen“ oder verstummen, entrinnen oder erliegen, das „Amt des Wortes“ verweigern oder verleugnen, verlassen, verfälschen oder verlieren, da ist das Wort Gottes längst noch nicht am Ende. Denn Christus, der das Wort ist, sagt:

„Wo diese werden schweigen,
so werden die Steine schreien.“ [Lk 19,40]

Quelle: Kurt Ihlenfeld (Hrsg.), Das Buch der Christenheit. Betrachtungen zur Bibel, Berlin-Steglitz: Eckart-Verlag 1939, S. 128-162.

Hier der Text als pdf.

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