Johann Baptist Metz, Kirche nach Auschwitz (1991): „Fehlt uns dieser jüdische Geist des Erinnerns nicht mitten in Europa? Ist bei uns nicht längst an die Stelle dieses anamnetischen Geistes eine evolutioni­stisch getönte Historie getreten, die die Vergangenheit des Vergangenen un­terstellt und das Vergangene zum ausschließlichen Gegenstand wissenschaftli­cher Betrachtung erhebt? Doch jede Vergegenständlichung ist immer auch eine Art des Vergessens – eines Vergessens, in dem nicht nur der Glaube, son­dern schließlich auch der Mensch verschwindet.“

Kirche nach Auschwitz Von Johann Baptist Metz „Opfern bietet man keinen Dialog an“, habe ich einmal im Blick auf den … Mehr

Johann Georg Hamann, Das letzte Blatt (1788): „Der umgestürzte Heuchler, der antike Sophist, der ‚Philologe der Halbwörter‘, ein Philosoph nur dem Buchstaben π und ψ nach, Kreuzträger und Galgenvogel, Metakritiker voller guter Hoffnungen, ein Stein zwischen zwei Pfosten, der bisweilen die Rolle des Schleifsteins übernimmt, selbst jedoch außerstande zu schneiden.“

Das letzte Blatt (1788) Von Johann Georg Hamann Si quelque sages de ce monde sont parvenus par tems etuder de … Mehr

Ulrich Goßner über seine Vernehmung im bischöflichen Ordinariat in Augsburg betreff seiner Christus-Predigten in Pfaffenhofen an der Roth (1831): „Herr Dekan W. in St. brachte vor: Der Name Jesus werde so oft genannt in den Predigten, dass er zum Ekel werde. Ich antwortete: ‚Wenn das öftere Nennen dieses Namens Ekel erregt, so hat niemand mehr Ekel erregt, als der Apostel Paulus, in dessen Briefen dem Leser dieser Name überall entgegenkommt; z. B. im 1. Kor. 1 in den ersten zehn Versen zehnmal. Das ist gewiss ekelhaft! Eine solche Rede steht einem Heiden und Juden wohl an — aber einem Christen — einem Geistlichen — Dekan —!!! Ich frage auf diese Beschuldigung hin — ob ein solcher Mann unser Richter sein könne? Das ist ja entsetzlich!‘“

Ulrich Goßner über sein Vernehmung im bischöflichen Ordinariat in Augsburg (1831) Ulrich Goßner (1806-1834), gebürtig aus Seifertshofen bei Ebershausen und … Mehr

Drythelms Jenseitsvision (Beda Venerabilis’ Historia Ecclesiastica gentis Anglorum): „Die Feuerbälle stiegen unaufhörlich auf und nieder, und ich sah, dass die Spitzen der Flammen voller Menschenseelen waren, die wie Funken mit dem Rauch emporstiegen, mal hoch hinaufgeworfen wurden, mal mit dem Rückstoß der Flammen wieder in die Tiefe fielen. Ein unaussprechlicher Gestank stieg mit den Dampfwolken auf und erfüllte den ganzen Ort der Finsternis. Als ich dort länger voller Angst stand – unsicher, was ich tun oder wohin ich mich wenden sollte –, hörte ich plötzlich hinter mir das Geräusch eines ungeheuren, klagenden Weinens und gleichzeitig ein spöttisches Gelächter, wie von einem gemeinen Pöbel, der über besiegte Feinde triumphiert. Als der Klang lauter wurde und zu mir vordrang, sah ich eine Menge böser Geister, die fünf Menschenseelen voller Heulen und Jammer in ihrer Mitte zogen, selbst dabei lachend und sich freuend. Ich erkannte darunter einen Tonsurierten wie einen Kleriker, einen Laien und eine Frau. Die bösen Geister zogen sie hinab in die Mitte des brennenden Abgrunds.“

Drythelms Jenseitsvision nach Beda Venerabilis’ Historia Ecclesiastica gentis Anglorum In der Vision des Drythelm, des späteren Mönchs von Melrose, werden … Mehr

Florian Mayr, Gundremmingen und die Lindlianer: „Ignaz Lindls Gottesdienste besuchten sehr viele religiös interessierte Menschen, darunter auch zahlreiche Protestanten. Diese wollten vor allem seine inhaltsreichen Predigten hören. In diesen Kreisen gewinnt Pfarrer Lindl schnell treue Anhänger, zu denen auch der Kaufmann Christian Friedrich Werner aus Giengen/Brenz gehört. Er war schon jahrelang Leiter der ‚Stunden‘ in seiner Heimatgemeinde. Der wohlhabende und angesehene Kaufmann bleibt ein treuer Freund und Mitarbeiter Lindls, ist ihm bei der Auswanderung ein unentbehrlicher Helfer, opfert dem Werk Lindls seine ganze Kraft und zuletzt auch sein Vermögen. Lindl wurde oft als Festprediger eingeladen. So predigte er am Neujahresfest 1819 nachmittags in Aislingen 2 1/2 Stunden, um 12 Uhr war die Kirche schon überfüllt. Einige Tage später am Dreikönigsfest, sprach Lindl in Gundelfingen vor etwa 6000 Zuhörern, darunter wieder sehr vielen Lutheranern aus dem benachbarten Württemberg.“

Gundremmingen und die Lindlianer Von Florian Mayr Gundremmingen wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den katholischen Pfarrer Ignaz Lindl … Mehr

Hugh Lawrence Bond über Jonathan Edwards (1703-1758): „Die stärk­ste und dauerhafteste Wirkung jedoch erreichte Edwards durch seine anderweitigen Tätig­keiten. Seine machtvolle Predigt, sein Aufruf zur Erweckung und seine eindrucksvolle Beto­nung der persönlichen religiösen Erfahrung verschafften der Bewegung des Great Awa­kening Eingang in Neuengland und trugen dazu bei, dass Erweckung und religiöser Indivi­dualismus zu bleibenden Zügen amerikanischer Christlichkeit wurden.“

Jonathan Edwards (1703-1758) Von Hugh Lawrence Bond 1. Leben J. Edwards, Theologe, Philosoph, Erweckungsprediger und Religionspsychologe, wurde am 5. Oktober … Mehr

Lesslie Newbigin über den Religionsunterricht in einer säkularen pluralen Gesellschaft (1977): „Die Fähigkeit des Schülers zu kritischer Reflexion über eine These kann nur auf der Grundlage dessen entwickelt werden, was er zunächst auf die Autorität des Lehrers hin akzeptiert. Der Religionsunterricht muss denselben Disziplinen unterworfen sein. Das menschliche Verstehen muss mit der vorläufigen unkritischen Akzeptanz von Erfahrung beginnen. Man kann die Entwicklung des Verstehens mit der Art vergleichen, wie ein Kletterer einen Felsen erklimmt. Er kann nur vorankommen, indem er einen seiner Hand- oder Fußgriffe loslässt und nach einem sicheren weiter oben sucht. Während er das tut, muss er die anderen Griffe akzeptieren, die er hat. Ein Kletterer, der versucht, alle vier Griffe gleichzeitig loszulassen, wird nicht vorankommen.“

Religionsunterricht in einer säkularen pluralen Gesellschaft (1977) Von Lesslie Newbigin Das mir gestellte Thema, mit dem sich dieser Aufsatz auseinandersetzt, … Mehr

Wie die katholische Erweckungsbewegung in Schwaben Friedrich Engels in Sachen Kommunismus beeinflusst hat: „Da Ignaz Lindl als katholischer Priester mit seiner Haushälterin Elisabeth Völk aus Eismannsberg die Ehe einging, wird er 1823 aus dem Zarenreich verweisen und landet schließlich 1824 in (Wuppertal-)Barmen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Lindl als Hauslehrer den jungen Friedrich Engels in dessen Kindheit unterrichtete und ihm dabei eine religiös motivierte Gütergemeinschaft nahegebracht hatte. Lindls Grabmal befindet sich auf dem Unterbarmer Friedhof in der Nähe der Grabanlage der Familie Engels.

Wie die katholische Erweckungsbewegung in Schwaben Friedrich Engels in Sachen Kommunismus beeinflusst hat Das sind solche Geschichte, die man auf … Mehr