Hans-Joachim Iwand, Predigt über Lukas 2,10-12 (Weihnachten 1944): „Vor zwei Jahren feierten unsere Soldaten in Stalingrad in Eis und Schnee und sicherer Todgeweihtheit das Weihnachtsfest. Ein Doku­ment dieser Weihnachtsfeier ist uns erhalten geblieben. Ein Oberleut­nant zeichnete auf der Rückseite einer russischen Landkarte das Bild der Gottesmutter, die das Kind in ihren Armen trägt. Die Gestalt der Mutter faltet sich förmlich um das Kind herum, das Kind aber bildet die Mitte, es trägt seine Mutter. An den Rand der Zeichnung schrieb der Maler die drei Worte: Licht, Leben, Liebe. Es sind die drei großen Worte, in denen uns der Eingang des Johannes-Evangeliums die Fleischwerdung des Wortes Gottes erzählt. Vor diesem Bild, so wird uns berichtet, haben die Männer von Stalingrad gesessen und Weih­nachten gefeiert. Sie haben den Weg zu dem Kind gefunden. Das Kind ist längst bei uns, es kommt nur darauf an, dass wir noch recht­zeitig zu ihm kommen können. Amen.“

Predigt über Lukas 2,10-12 zu Weihnachten Von Hans-Joachim Iwand Die Weihnachtsgeschichte beginnt von oben her, denn sie ist Ge­schichte von … Mehr

Heinrich Vogel, Menschwerdung Gottes (EKL): „Das Ereignis der Menschwerdung gründet und west in Gottes Tat, die als solche weder dem histori­schen noch dem spekulativen Denken zugänglich ist. Darum bedarf das Weihnachtswunder der Weih­nachtsbotschaft (die Funktion des Engels!), ohne die es für uns stumm bleibt.“

Menschwerdung Gottes Von Heinrich Vogel Die Menschwerdung Gottes, das Wunder der Weihnacht, ist das nur als die Allmachtstat des ewigen … Mehr

Albrecht Goes, Bündnis des Lebens: „Weihnachten ist für alle, alle da, aber wer persönlich sprechen will, kann nicht mit allen zugleich sprechen, und persönlich sprechen will ich. So wende ich mich in dieser Stunde an die, die seit dem letzten Weihnachtsfest einen besonders nahe­stehenden Menschen verloren haben und denen nun in diesen Tagen der Verlust wieder ganz neu zum Bewußtsein kommt. Ich wünschte, ich könnte diese Leidtragenden mit diesem Wort erreichen, ich wollte, ich wüßte sie anzureden, ganz unmittel­bar.“

Bündnis des Lebens Von Albrecht Goes Weihnachten ist für alle, alle da, aber wer persönlich sprechen will, kann nicht mit … Mehr

Karl Rahner, Seitdem ich euer Bruder wurde … Das Wunder der Weihnacht (1951): „Mensch, sag nur das eine, dann ist auch für dich Weihnachten, sag nur: Du bist da! Nein, sag nichts. Ich bin da und meine Liebe ist seitdem unbesieglich. Ich bin da. Es ist Weihnachten. Zündet die Kerzen an, sie haben mehr Recht als alle Finsternis. Es ist Weihnacht – sie bleibt in Ewigkeit.“

Seitdem ich euer Bruder wurde … Das Wunder der Weihnacht [hier der Text von Rahner selbst eingesprochen] Von Karl Rahner … Mehr

Helmut Gollwitzer über Weihnachten 1945-1948 in russischer Kriegsgefangenschaft: „Was aber ist ein Weihnachtsgeschenk? Doch ein Erinnerungs­zeichen an den schenkenden, lebendigen Gott, der uns aus dem Kerker des Todes errettet. Als wir in der Nacht ganz überraschend und ohne weitere Erklärung aus unserem Keller heraufgeholt wurden, waren wir uns selbst zum Gleichnis der Weihnacht geworden: »Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los.«“

Weihnachten 1945-1948 in russischer Kriegsgefangenschaft Von Helmut Gollwitzer 24.12.1945 Wenn die dünne Abendsuppe ausgelöffelt war, saßen sie noch eine Zeitlang … Mehr

Reinhold Schneider, Tröstliche Kindheit (1946): „Daß uns einmal ein ganz reines Bild des Göttlichen im Menschen geschenkt werde, ist alles: es geschieht so oft unter Um­ständen, die wie Träume sind. Ward es uns aber geschenkt, so müs­sen wir es festhalten; wir sind ihm verpflichtet und haben kein Recht mehr, zu glauben, daß der Mensch verloren sei – selbst wenn das Weihnachtszimmer der Kindheit uns so weit entrückt wäre vom Grauen der Erde, daß es mit dem Einladenden uns heute erschiene wie die Schwelle des ewigen Lebens.“

Tröstliche Kindheit Von Reinhold Schneider Wunderbares Dunkel dieser Tage! Wenn der Nebel die Fenster umdüstert, die Bäume wie Schatten in … Mehr