Gott in Bergen-Belsen Von Werner Weinberg Viele gelehrte Abhandlungen sind über die Auswirkungen des Holocaust auf Glaube und religiöse Haltung … Mehr
Schlagwort: Theodizee
Jizchak Katzenelsons „Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk“ von 1943/44 in der Nachdichtung von Wolf Biermann: „Zähl die Millionen Schädel, Finger zeigen auf mich. Gott, mir grinst Der Tod. Gesichter, Lippen, im Gebet erstarrt, im Schrei. Walpurgisnacht“
Wohl eines der beeindruckensten Lebenszeugnisse über die Massenvernichtung von Juden durch das deutsche NS-Regime ist das Jizchak Katzenelsons „Dos lied … Mehr
Rechenschaft über die Hoffnung statt Rechtfertigung Gottes. Über die Theodizee-Frage: „Theodizee-Versuche überzeugen nicht wirklich. Sie suchen sich den Gott zurechtzudenken und diesen kategorisch aus dem Leidgeschehen zu entfernen. Um seiner ‚Idealität‘ willen hat der Gott vernünftigerweise ‚über den Dingen‘ zu stehen. Mit solch einer apathischen Gottesvorstellung kann jedoch die biblische Gnadenformel ‚Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte‘ (Psalm 103,8) dem irdisch-menschlichen Geschehen nicht länger zugesprochen werden.“
Rechenschaft über die Hoffnung statt Rechtfertigung Gottes. Über die Theodizee-Frage Die Frage nach der Theodizee – die Rechtfertigung Gottes angesichts … Mehr
Johann Baptist Metz, Die Rede von Gott angesichts der Leidensgeschichte der Welt: „Leiden, das uns schreien oder schließlich kläglich verstummen läßt, kennt keine Hoheit […] Es ist jenes Leid, das ins Nichts führt, wenn es nicht ein Leiden an Gott ist.“
Die Rede von Gott angesichts der Leidensgeschichte der Welt (1992) Von Johann Baptist Metz Zur näheren Erläuterung dieses Themas und … Mehr
Wenn die Corona-Pandemie keine göttliche Strafe sein kann, wie ist dann Gott im Unheil zugegen?: „Sucht man Gott aus dem Unheilsgeschehen wegzurationalisieren, so dass ihm auch kein Vorwurf mehr zu machen ist, müssen Menschen mit dem Unheil selbst zurechtkommen. Sie können dann allein darauf vertrauen, was menschliches Können noch zum Guten zu wenden vermag. Derartige Lebensaussichten bleiben natürlicherweise dürftig.“
Wenn die Corona-Pandemie keine göttliche Strafe sein kann, wie ist dann Gott im Unheil zugegen? Wie kommen manche Christinnen und … Mehr
Ulrich Eibach über das Leiden: „Leiden darf theologisch gesehen nicht als in sich selbst sinnvoll und als ontologisch notwendig gedacht werden. Sofern Leiden Zerstörung von Leben bedeutet, ist jeder Einbeziehung dieses ‚Nichtigen‘ in Gottes gute Schöpfung und damit jeder theoretischen Synthese von Schöpfung und Leiden zu wehren, weil sie Leiden zu etwas ‚Natürlichem‘, von Gott Gewolltem verharmlost und so in Gefahr steht, die Tiefe des Leiden der Kreatur zu verhöhnen.“
Was Ulrich Einbach seinerzeit im Evangelischen Soziallexikon über das Leiden geschrieben hat, ist immer noch lesenswert: Leiden Von Ulrich Eibach … Mehr
Jürgen Moltmann, Die Grube – Wo war Gott? Jüdische und christliche Theologie nach Auschwitz: „Wenn wir an Stelle der Allmacht Gottes in der Weltgeschichte Gottes Leiden in den Opfern menschlicher Gewalttat wahrnehmen, heißt dies zugleich, auf das Kommen Gottes in seiner Allmacht zum Gericht und zu seinem Reich zu hoffen. Gott ist noch nicht so gegenwärtig, dass er »alles in allem«, bewirkt, wie Paulus es für das kommende Reich Gottes erwartet. Gott ist aber schon so gegenwärtig, dass er bei den Opfern und den Leidtragenden wohnt und sie durch seine ewige Gemeinschaft tröstet. In der Geschichte dieser Welt ist die Herrschaft Gottes noch umstritten und wird durch die Opfer und die Märtyrer bezeugt, wie die Offenbarung des Johannes schildert. Wenn aber die Herrlichkeit Gottes selbst in die Schöpfung einzieht und seine Schekina alles erfüllt und ewig lebendig macht, wird sie allmächtig und allgegenwärtig sein. Die Anfechtungen des Glaubens und die theologischen Schwierigkeiten entstehen dadurch, dass man das allmächtige und allgegenwärtige Reich, in dem Gott »alles so herrlich regiert …«, als jetzt schon gegenwärtig glaubt. Das ist ein Irrglaube, der an der Kreuzesgestalt der geschichtlichen Gegenwart Gottes vorbeigeht.“
Die Grube – Wo war Gott? Jüdische und christliche Theologie nach Auschwitz Von Jürgen Moltmann „Wo war der Gott, »Der … Mehr
Die dramatische Wahrheit der christlichen Lehre: „Für die christliche Lehre ist wesentlich, dass wir von einer dramatischen Wahrheit des Evangeliums zu sprechen haben – also eine Wahrheit, die sich im konkreten Handlungsgeschehen als göttlich erweist. Wo dem Wahrheitsanspruch des Evangeliums Handlungsraum, Zeit und Personen entzogen werden, um Wahrheit prinzipiell zu erfassen, entsteht ein statisches Lehrgefüge mit unerträglichen Widersprüchlichkeiten, das in Ermangelung vertrauensfähigen Handlungsgeschehens keinen Glauben finden kann.“
Die dramatische Wahrheit der christlichen Lehre Das sind ja der allzu offensichtliche Widerspruch zwischen göttlicher Allmacht und (All-)Güte im Angesicht … Mehr
Zur Theodizeefrage: „Die Frage nach der Theodizee – die Rechtfertigung Gottes angesichts menschlichen Unglücks und Leidens – ist weithin eine theoretische. Wer sie stellt, sitzt am Schreibtisch oder auf der Schulbank. Sind Menschen vom Leiden selbst eingeholt, klagen sie, verbittern, schweigen oder beten.“
Zur Theodizeefrage „Ist Gott dann nicht ungerecht, wenn er zürnt?“ (Römer 3,5) Die Frage nach der Theodizee – die Rechtfertigung … Mehr