Gedanken über die gegenwärtige theologische Situation Von Rudolf Bultmann Die gegenwärtige Aufgabe der Theologie ist, wie mir scheint, durch zwei … Mehr
Schlagwort: Rudolf Bultmann
Rudolf Bultmann, „Rogate“-Predigt über Johannes 16,22-33: „Wollen wir die Freude der Freiheit »jenes Tages« erleben, d. h. wollen wir die innere Freiheit von uns selbst gewinnen als Menschen, die nicht mehr zu dieser Welt gehören und die doch offen sind für die Begegnungen des Lebens, so müssen wir vor Gott einsam sein können. Wir müssen bereit sein, in eine Einsamkeit hineinzugehen, in der die Welt für uns versinkt in die Nichtigkeit, in der alle Bindungen, auch die verpflichtendsten und liebsten, gelöst sind, in der uns niemand mehr begegnet als Gott allein. Wir müssen uns vor Gottes Augen stellen ganz nackt und bloß, entkleidet von allem, an das wir uns halten möchten, entblößt von allem, das wir um uns hängen möchten, um ein Ansehen und Bewußtsein unser selbst zu haben. Es ist eine schauerliche Einsamkeit, die für den natürlichen Menschen ein Schrecken ist; und der Gott, der uns in solcher Einsamkeit begegnet, mag uns anmuten wie die vernichtende Macht des Todes. Seinem verzehrenden Blick müssen wir standhalten und bereit sein, vor ihm nichts zu sein.“
Predigt über Johannes 16,22-33 Von Rudolf Bultmann Ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz … Mehr
Rudolf Bultmanns Sonntagspredigt über Matthäus 11,28-30: „»Kommet her zu mir!« so rufen die Glocken am Sonntag; sie rufen uns in Gottes Haus unter Gottes Wort.“
Predigten verraten über den Prediger mehr, als es diesem lieb sein kann. Hier Rudolf Bultmanns Sonntagspredigt über Matthäus 11,28-30 aus … Mehr
Rudolf Bultmanns Predigt über die Seligpreisungen von 1943: „Wer ist reines Herzens? Gemeint ist die Gesinnung der Aufrichtigkeit, die innere Wahrhaftigkeit“
Predigt über Matthäus 5, 3-10 Von Rudolf Bultmann Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr, … Mehr
Marburger Gutachten zum Arierparagraph in der Kirche von 1933: „Der Jude, der im Gesetz und den Propheten seines Volkes die Weissagung auf Christus erkennt, sich bekehrt und taufen läßt, ist für die Kirche nicht mehr Jude.“
Während Werner Elert und Paul Althaus im Erlanger Gutachten prinzipiell die Einführung des Arierparagraphen in der Kirche befürworteten, sprach sich … Mehr
Rudolf Bultmann, Welchen Sinn hat es, von Gott zu reden? (1925): „Jedes ‚Reden über‘ setzt einen Standpunkt außerhalb dessen, worüber geredet wird, voraus. Einen Standpunkt außerhalb Gottes aber kann es nicht geben, und von Gott lässt sich deshalb auch nicht in allgemeinen Sätzen, allgemeinen Wahrheiten reden, die wahr sind ohne Beziehung auf die konkrete existentielle Situation des Redenden. Man kann über Gott sinnvoll so wenig reden wie man über Liebe reden kann. In der Tat, auch über Liebe kann man nicht reden, es sei denn, dass dies Reden über Liebe selber ein Akt des Liebens wäre. Jedes andere Reden über Liebe ist kein Reden von Liebe, da es sich außerhalb der Liebe stellt. Also eine Psychologie der Liebe würde jedenfalls von allem andern reden als von Liebe. Liebe ist keine Gegebenheit, woraufhin ein Tun und Reden, ein Nichttun oder Nichtreden möglich wäre. Sie besteht nur als eine Bestimmtheit des Lebens selbst; sie ist nur, indem ich liebe oder geliebt werde, nicht daneben oder dahinter.“
Welchen Sinn hat es, von Gott zu reden? (1925) Von Rudolf Bultmann I. Versteht man unter „von Gott“ reden „über … Mehr
Rudolf Bultmann, Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation 1933: „Christlicher Glaube muss eine kritische Kraft in den Fragen der Gegenwart sein, und er muss seine Positivität gerade in seiner kritischen Haltung bewähren. Wie kann er das? Weil er nicht nur von Sünde, sondern auch von Gnade weiß. Weil er Gott nicht nur als den Richter kennt, sondern auch als den Erlöser, der durch Jesus Christus seine ursprüngliche Schöpfung wiederherstellt. Die Erlösung durch Jesus Christus bedeutet die Vergebung der Sünde durch die Offenbarung der Liebe Gottes, und sie bedeutet deshalb die Befreiung des Menschen zur Liebe.“
Nicht nur Karl Barth hatte im Frühsommer 1933 mit seiner Schrift „Theologische Existenz heute!“ zur theologischen Besinnung im Angesicht der … Mehr
„Es war einmal“ – Ein Altersgedicht von Rudolf Bultmann (1975) in seinem letzten Brief an Martin Heidegger: „»Es war einmal«, so pflegt das Märchen zu beginnen. / In diesem Satz entsteht das Wissen um die Zeit. / Was einmal war, – es ist ja jetzt von hinnen, / Verschlungen ist’s von der Vergangenheit. / Was kommen wird, die Zukunft wird es bringen / So kann das Märchen vom Vergangenen nur singen. / Doch ist im Märchen noch das Wissen nicht entfaltet, / Denn auch das Künftige wird in ihm gestaltet: / In Phantasien mit alten Bildern von Königen und von Megären, / Von Hexen, Zauberern, die uns am Leben zehren. / Doch solcher – Phantasien – Chor / Schwebt heut‘ nicht unsern Augen vor. / Doch ist die Zeit, in der wir heute leben, / mit unserm Planen und Bestreben / Von Märchen wirklich frei? Nein nie! / Nur heißt das Märchen jetzt Ideologie. / Drum frage jeder sich: bist du bereit / Für eine zukunftsreiche offne Zeit?“
Dem letzten Brief Rudolf Bultmanns (1884-1976) an Martin Heidegger (1889-1976) vom 20. September 1975 lag folgendes Gedicht bei – Bultmann … Mehr
Rudolf Bultmann, Weihnachten (1953): „Wir sind des Lichtes Kinder. Wir sind es, weil das Licht göttlicher Liebe und Gnade, das in der Geburt Jesu Christi für die Welt aufgestrahlt ist, immer für uns alle leuchtet. Wir sind es, und zwar sind wir es als die, als die wir — unser eigentlich Ich — vor Gottes Augen im Lichte seiner Gnade dastehen. Wir sollen nicht wähnen, das wirklich zu sein, als was wir den Augen anderer, ja unsern eigenen Augen erscheinen. Wir sollen es nicht wähnen, weder im Hochmut der Selbstzufriedenheit noch in der Verzagtheit der Selbstverurteilung. Wir dürfen glauben, dass unser eigentliches Leben uns selbst verborgen ist. Wir sind wohl jetzt schon ‚Kinder Gottes‘, aber ‚es ward noch nicht offenbar, was wir sein werden‘ (1.Johannes 3,2).“
Weihnachten Von Rudolf Bultmann Warum entzünden wir an Weihnachten Kerzen und freuen uns ihres Glanzes? Welches auch die historischen Gründe … Mehr