Martin Heideggers Todtnauberg-Orakel über die Gott-Notwendigkeit (SPIEGEL-Gespräch 1966): „Nur noch ein Gott kann uns retten. Uns bleibt die einzige Möglichkeit, im Denken und im Dichten eine Bereitschaft vorzubereiten, für die Erscheinung des Gottes oder für die Abwesenheit des Gottes im Untergang; dass wir im Angesicht des abwesenden Gottes untergehen. Wir können ihn nicht herbeidenken, wir vermögen höchstens die Bereitschaft der Erwartung zu wecken.“

Nur noch ein Gott kann uns retten Von Martin Heidegger Die Philosophie wird keine unmittelbare Veränderung des jetzigen Weltzustandes bewirken … Mehr

„Das Licht der Öffentlichkeit verdunkelt alles“ (Hannah Arendt mit Bezug auf Martin Heidegger): „In unserem Zusammenhang geht es darum, dass die sarkastisch-pervers klingende Aussage ‚Das Licht der Öffentlichkeit verdunkelt alles‘ den Kern der Sache trifft und eigentlich nicht mehr ist als die prägnanteste Zusammenfassung der bestehenden Verhältnisse.“

Über den Sinnspruch „Das Licht der Öffentlichkeit verdunkelt alles“ Das ist ein Sinnspruch, der es in sich hat und auf … Mehr

Martin Heidegger, Vom Geheimnis des Glockenturms: „Die geheimnisvolle Fuge, in der sich die kirchlichen Feste, die Vigiltage, und der Gang der Jahreszeiten und die morgend­lichen, mittäglichen und abendlichen Stunden jedes Tages in­einanderfugten, so daß immerfort ein Läuten durch die jungen Herzen, Träume, Gebete und Spiele ging …“

Vom Geheimnis des Glockenturms Von Martin Heidegger In der Frühe des Weihnachtsmorgens gegen halb vier Uhr ka­men die Läuterbuben ins … Mehr

„Es war einmal“ – Ein Altersgedicht von Rudolf Bultmann (1975) in seinem letzten Brief an Martin Heidegger: „»Es war einmal«, so pflegt das Märchen zu beginnen. / In diesem Satz entsteht das Wissen um die Zeit. / Was einmal war, – es ist ja jetzt von hinnen, / Verschlungen ist’s von der Vergangenheit. / Was kommen wird, die Zukunft wird es bringen / So kann das Märchen vom Vergangenen nur singen. / Doch ist im Märchen noch das Wissen nicht entfaltet, / Denn auch das Künftige wird in ihm gestaltet: / In Phantasien mit alten Bildern von Königen und von Megären, / Von Hexen, Zauberern, die uns am Leben zehren. / Doch solcher – Phantasien – Chor / Schwebt heut‘ nicht unsern Augen vor. / Doch ist die Zeit, in der wir heute leben, / mit unserm Planen und Bestreben / Von Märchen wirklich frei? Nein nie! / Nur heißt das Märchen jetzt Ideologie. / Drum frage jeder sich: bist du bereit / Für eine zukunftsreiche offne Zeit?“

Dem letzten Brief Rudolf Bultmanns (1884-1976) an Martin Heidegger (1889-1976) vom 20. September 1975 lag folgendes Gedicht bei – Bultmann … Mehr