Helmut Gollwitzer, Einige Leitsätze zur christlichen Beteiligung am politischen Lebens von 1964: „Weil Gott alle Menschen liebt, darf kein Mensch aus dem Ver­antwortungsbereich unseres Handelns grundsätzlich ausgeklammert werden. Ausgeschlossen ist also das Freund-Feind-Denken als Wesensbestimmung des Politischen, die Pflege des Hasses als Mittel der Politik, die Ausscheidung irgendwelcher Menschen oder Men­schengruppen aus der Nächstenschaft, die Bestreitung des Existenz­rechtes für irgendwelche Menschengruppen.“

Einige Leitsätze zur christlichen Beteiligung am politischen Leben (Zum Abschluß einer Vorlesung über „Christliche Ethik des Politischen“) Von Helmut Gollwitzer … Mehr

Helmut Gollwitzer über Weihnachten 1945-1948 in russischer Kriegsgefangenschaft: „Was aber ist ein Weihnachtsgeschenk? Doch ein Erinnerungs­zeichen an den schenkenden, lebendigen Gott, der uns aus dem Kerker des Todes errettet. Als wir in der Nacht ganz überraschend und ohne weitere Erklärung aus unserem Keller heraufgeholt wurden, waren wir uns selbst zum Gleichnis der Weihnacht geworden: »Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los.«“

Weihnachten 1945-1948 in russischer Kriegsgefangenschaft Von Helmut Gollwitzer 24.12.1945 Wenn die dünne Abendsuppe ausgelöffelt war, saßen sie noch eine Zeitlang … Mehr

Helmut Gollwitzer, Miteinander und füreinander leben. Predigt über das Vierte Gebot: „Ehren heißt: dem Schwächeren seine Würde lassen, oft auch: dem in Unehre Gefallenen seine Würde wiedergeben, ohne die er nicht Mensch sein kann. Wer ehrt, der nützt nicht die eigene Stärke zur Entwürdigung und zur Erniedrigung des Schwächeren aus. Altern ist mit vielen Entwürdigungen verbunden, mit vielen entwürdigenden Diensten, deren ein alter Mensch bedarf, je schwächer er wird. In der Behandlung bei Alten, besonders auch in der Pflege der Alten, wenn sie senil geworden sind, nicht der Versuchung zur Entwürdigung nachzugeben, sondern ihnen bis zu ihrem letzten Atemzug die Würde geben, auf die jeder Mensch Anspruch hat, er sei, wer er sei, und was er auch getan habe, das heißt ehren. Indem wir die Alten ehren lernen, lernen wir, alle die Schwächeren um uns zu ehren, die Kranken, die Schwachsinnigen – und auch die Kinder!“

Miteinander und füreinander leben. Predigt über das 4. Gebot Von Helmut Gollwitzer „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine … Mehr

Helmut Gollwitzers Predigt über Lukas 9,57-62 von 1939: „Wo ein Mensch pflügt, da muß er voraus aufs Ziel sehen, auf das Ende des Ackers, und wenn er sich umwendet und zurückwinkt und an einen denkt, der hinter ihm am Ende des Ackers steht, dann wird die Furche krumm, und der Pflug gräbt nicht tief genug. Ihr, sagt Jesus, seid Pflüger im Reich Gottes, Eure Furche muss gerade und tief werden, die ihr aufpflügt in dem Volk, das euch hört. Darum, eben darum darf kein Mensch, dem die Verkündigung Christi aufgetragen ist, darf also kein Christ nach links oder nach rechts sehen oder sich umwenden. Darum ist das Volk, das wir pflügen sollen, nicht Maßstab. Grenze und Ziel, sondern Raum, darin die große Ackerarbeit des Evangeliums geschieht. Einfältige Herzen braucht es, deren Augen einfältig auf das Ziel gerichtet sind.“

Nachdem Martin Niemöller am 1. Juli 1937 verhaftet worden war, übernahm Helmut Gollwitzer dessen Predigtdienst in Berlin-Dahlem. Von ihm stammt … Mehr

Helmut Gollwitzer, Friedenspredigt zu Weihnachten 1939 über Epheser 2,17-18: „Jesus ist die Verkündi­gung an uns, an dich und mich, Gott habe sich nicht abgefunden mit diesem Kriegszustand, er sei nicht Partei geblieben, die gegen uns geht, Gott habe sich aufgemacht und seine rechte Hand eingesetzt, die alles ändern kann. Der Frieden sei nicht an unserer Welt vorübergegan­gen und in Regionen geblieben, die näher sind am Leben Gottes und die nicht in einem Kriege mit ihm leben, er sei hereingekommen in unsere Welt. Wer von euch mit seinen neugekauften Geschenken vorübergeht, etwa am Alexanderplatz oder am Gefängnis in Moabit, der geht mit seiner ganzen Freude vorüber, aber er kann zu den Menschen, die da freudlos und wartend und unglücklich darin sitzen, nichts hineinbringen vom Frieden. Der Friede Gottes geht am Gefängnis dieser Welt nicht vorüber, er begibt sich hinein.“

Nachdem Martin Niemöller im Juli 1937 inhaftiert worden war, übernahm Helmut Gollwitzer Prediger- und Pfarrdienste in dessen Gemeinde in Berlin-Dahlem. … Mehr

Helmut Gollwitzer über Hans Joachim Iwand: „Die Verkündigung und die Kirche gehören also in das eschatologische Gesche­hen hinein; aber sie können sich nicht selbst hineinstellen. Der gleiche Theologe, der der Pre­digt Außerordentliches zutraut, dem Predigen inmitten eines zusammengebrochenen, dem äußeren und dem inneren Nihil ausgesetzten Volkes das sinnvollste und unerläßlichste Tun ist, und der einen großen Teil seiner letzten Kraft an die Erneuerung der Predigt wendet, ist jedem Besitzbewußtsein der Kirche, jeder sich selbst aufblähenden Amtstheologie, jeder hier­archischen Verfestigung bitter feind. Von da­her wird er schärfster Kritiker einer glaubenslos sich in der Welt einrichtenden und den Schutz weltlicher Macht sich erkaufenden Kirche.“

Eine anspruchsvolles und sympathisches theologisches Porträt von Hans Joachim Iwand hatte Helmut Gollwitzer 1966 verfasst: Hans Joachim Iwand Von Helmut … Mehr