Über die intratextuelle Einlegung in die Heilige Schrift: „Wer sich vom göttlichen Erzählgeschehen der Heiligen Schrift vereinnahmen lässt, von dem was der Gott an Israel und in seinem Sohn Jesus Christus zu unserem Heil getan hat, dem öff­net sich der Himmel, dem sagt sich der Geist der Wahrheit zu, der liest seinen eigenen Namen im göttlichen Buch des Lebens, das mit dem Blut des Lammes signiert ist. Wie hoffnungslos hingegen ist eine biblische Textauslegung, bei der der Mensch in seinem Selbstverständnis sich selbst überlassen bleibt.“

Intratextuelle Einlegung in die Heilige Schrift Die Schlüsselszene im Neuen Testament in Sachen Bibelverständnis findet sich in der Apos­tel­geschichte im … Mehr

Gabriele Miller über Fridolin Stier: „Stier interessierte sich für rundweg alles, was es unter dem Himmel gibt, vor allem aber für die Rätselfragen der Welt, die ihn, je älterer wurde, desto mehr gefangen nahmen. Des­halb blieb er auch der Thematik jenes alttestamentlichen Bu­ches am meisten verpflichtet, dessen Übersetzung samt Kommentar er als erste publizierte: dem Buch Ijob. Das Ijob-Problem hat Stier ein Leben lang nicht losgelassen – am Schreibtisch nicht und nicht als Schicksal. Davon geben sei­ne Tagebücher (»Vielleicht ist irgendwo Tag« und »An der Wurzel der Berge«) beredtes Zeugnis. Sie zeigen aber auch, wie gerne der auf einem Allgäuer Bauernhof Aufge­wachse­ne die Vögel pfeifen und die Katzen schnurren hörte.“

Von Gabriele Miller (1923-2010) stammt folgende Erinnerung an Fridolin Stier: Todestag von Fridolin Stier (1902-1981)  2. März Mappe unter dem … Mehr

Fridolin Stiers biblische Meditation ‚Jakob ward Israel‘: „Das ist die Antwort auf Jakobs Gebet: Gott sagt sich nur dann einem, der mit ihm ringt, zu, der sich von Jakob zu Israel gewandelt hat. Die Geschichte Jakobs, seiner Untaten und seiner Wandlung hat die Tiefe eines Typos. In ihr soll sich das dem Erzähler zeitgenös­sische Israel der Königszeit erkennen als das Volk, das die Wege Jakobs wandelt. Diese machtstolze Zeit ist gewarnt, vor dem Wahn aus eigener Kraft ihr Heil wirken zu können. Der Weg führt in die Nacht des Gerichtes und in die Vernichtung, wenn Jakob sich nicht zu Israel wandelt.“

Vom Tübinger Alttestamentler Fridolin Stier stammt eine kleine biblische Meditation über Jakob, die 1962 in der Zeitschrift „Geist und Leben“ … Mehr

Fridolin Stier, „Geh, verlass die Heimat“. Vom Auszug aus der Begrifflichkeit: „Lass dieses Haus hinter dir, geh! Dann wirst du, vielleicht wirst du dann dem Anderen begegnen, für das du weder Namen noch Wissen noch Begriffe hast, dem ur- und ingründig Wirklichen und Wirkenden begegnen.“

„Geh, verlass die Heimat“. Vom Auszug aus der Begrifflichkeit Von Fridolin Stier Auf den beiden letzten Seiten seiner Aufzeichnungen „Vielleicht … Mehr

Fridolin Stier über die Versuchung Abrahams bzw. die Opferung Isaaks: „Gott aber will den Geber — und die Gabe nur, wenn sich in ihr der Geber gibt, sein ganzes Selbst, sein ganzes Herz. Und das ist mehr als Fleisch und Blut auf Schlachtaltären. Sich selber verlassend, im bloßen Verlass auf Gottes Wort, verzich­tend auf alle im Leben Isaaks liegende Gewähr der verhei­ßenen Volks­vaterschaft errang er die Gewährung.“

Fridolin Stiers Büchlein „Geschichte Gottes mit dem Menschen„, das zuerst 1959 bei Patmos erschienen ist, wurde 2011 von Stiers Schülerinnen … Mehr

Fridolin Stier, Das Denkgemächt oder der Gott der Philosophen: „Als der Mensch Gott begegnet war, verschlug es ihm vor Schreck und Freude die Sprache, die nur mehr zu stammeln vermochte: Du … du … du. Aber da war etwas Starkes im Geiste des Menschen, das sich alsbald ermannte, aufstand und Gott bei der Hand nahm, um ihn auf der Steige der Steigerung, via eminentiae genannt, hoch, immer höher bis auf den Gipfel des höchsten, alle anderen Berge überragenden Berges zu führen. Unterwegs verlor Gott seine Hände und Füße, ein Glied um das andere, dann seinen Mund, seine Augen, seine Ohren, sein Herz – ein Organ um das andere, und mit dem Leib verlor Gott auch die Seele. Das gewisse Starke im Geist des Menschen vergeistigte/vergeistete alles Leib- und Seelhafte Gottes zu geistig Gemeintem.“

Fridolin Stier (1902-1981), katholischer Priester und westallgäuer Theologe, der in besonderer Weise der biblischen Denkungsart verpflichtet gewesen ist, hat in … Mehr