Wer bin ich wirklich? Warum persönliche Integrität kollektiver Identität vorzuziehen ist: „Wo ‚identitativ‘ argumentiert wird, werden andere Menschen mit denselben Eigenschaften zwangsläufig bevormundet bzw. vereinnahmt. Im Zusammenleben mit anderen Menschen geht es primär nicht um Identitäten, die es zu bestärken und zu verteidigen gilt. Vielmehr sind wir in unserer persönlichen Integrität ethisch herausgefordert.“

Wer bin ich wirklich? Warum persönliche Integrität kollektiver Identität vorzuziehen ist „Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn…

Johann Christoph Hampe über Joseph Wittig: „Man hat ihn einen modernen Hiob genannt, und der Vergleich mag darin wirklich stimmen, dass er das, was ihm widerfuhr, als ein Schicksal hinnahm, das ihn von diesem Gott und seiner Kirche nicht trennen konnte. Noch zuletzt hat er das Hiobschicksal in Protest und Ergebung durchdekliniert, als er die „schlesische Passion“ und seinen Auszug aus der geliebten Heimat als seinen „Roman mit Gott“ erlebte und formulierte.“

Über Joseph Wittig (1879-1949), dem er als Schlesier landsmännisch verbunden gewesen ist, hatte Johann Christoph Hampe 1966 ein sympathisches Porträt…

Elisabeth Schmitz, Denkschrift „Zur Lage der deutschen Nichtarier“ von 1935/36 (vollständiger Text): „Einer Judenverfolgung im Namen von Blut und Rasse muss eine Christenverfolgung notwendigerweise folgen. Einen Anfang davon hat die Bekennende Kirche, haben vor allem ihre Pfarrhäuser zu spüren bekommen. Aber trotz alles Leides wird es niemand ein­fallen, es in einen Vergleich setzen zu wollen zu dem Leid der deutschen Juden und Nicht­arier. Und ganz abgesehen von der Größe des Leides bleibt der große Unterschied: Der Christ leidet persönlich, der Jude und Nichtarier mit Kindern und Enkeln. Und selbst wenn die Glie­der der Bekennenden Kirche unter die Ariergesetzgebung gestellt würden, wären noch immer die Ver­wandten, die weitere Familie nicht mitbetroffen. Und die Hauptsache: Die Bekennende Kir­che leidet – und darf das wissen – um ihres Glaubens willen, der Nichtarier wird verfolgt, weil Gott ihn in eine bestimmte Familie hat hineingeboren werden lassen.“

Im Sommer 1935 wurde der Bekennende Kirche sowohl vom Völkischen Beobachter wie auch vom Stürmer vorgeworfen, dass sie die nationalsozialistische…

Segen statt Segnung. Was die evangelische Liturgie der römisch-katholischen promissorisch voraushat: „Im aaronitischen Segen wird ja das HERRliche Gutheißen (ברך brk) mittels der Redefigur der Anhäufung (congeries) dynamisch entfaltet. Dieser Segen sagt dem Gesegneten einen umfänglichen Gegenwartsraum des dreieinigen Gottes zu, in dem sich das eigene Leben bewegen darf. Nicht die Faktizität der Segnung und auch nicht das Gebet um den göttlichen Segen stehen in der evangelischen Liturgie im Vordergrund, sondern die promissorische Wirklichkeit des Segens, was auch katholische Christen als Mitgesegnete zu schätzen wissen.“

Segen statt Segnung. Was die evangelische Liturgie der römisch-katholischen promissorisch voraushat Eine Stärke der evangelischen Liturgie ist der zugesprochene Segen, sei…

Über das Gotteslob: „Wer Gott mit eigener Stimme lauthals lobt, lässt Seelentrübnis hinter sich. Das Gotteslob zündet in uns ein Freudenfeuer an. Mit jedem Halleluja drängt die Seele nach draußen, will ganz bei Gott sein. Wie eine Blüte, die sich dem Licht zuwendet und mit jedem Blütenblatt selbst erstrahlt, so blühen Menschen im Gotteslob auf.“

Über das Gotteslob „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen. Erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinem…

„Ein Theologe im Tod“ – Jorge Luis Borges‘ postmortale Melanchthon-Geschichte: „Um sie glauben zu machen, er sei im Himmel, verabredete er sich mit einem Hexenmeister von denen aus dem letzten Zimmer, und dieser täuschte sie mit allerlei Blendwerk von Glanz und Heiterkeit. Kaum jedoch zogen die Besucher sich zurück, so erschienen wieder die Armseligkeit und der Kalk, manchmal auch ein bißchen früher.“

Da hat sich Jorge Luis Borges geirrt, dass in Philipp Melanchthons Loci communes von 1521 die Loci „De caritate et…