Wer bin ich wirklich? Warum persönliche Integrität kollektiver Identität vorzuziehen ist „Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn…
Johann Christoph Hampe über Joseph Wittig: „Man hat ihn einen modernen Hiob genannt, und der Vergleich mag darin wirklich stimmen, dass er das, was ihm widerfuhr, als ein Schicksal hinnahm, das ihn von diesem Gott und seiner Kirche nicht trennen konnte. Noch zuletzt hat er das Hiobschicksal in Protest und Ergebung durchdekliniert, als er die „schlesische Passion“ und seinen Auszug aus der geliebten Heimat als seinen „Roman mit Gott“ erlebte und formulierte.“
Über Joseph Wittig (1879-1949), dem er als Schlesier landsmännisch verbunden gewesen ist, hatte Johann Christoph Hampe 1966 ein sympathisches Porträt…
Joseph Wittig über den Geburtstag der christlichen Sprache: „Nicht einmal so weit ist unser Pfingstwissen gediehen, daß wir wissen und bekennen: Der Heilige Geist ist ‚in Sprachen‘ zu uns gekommen.“
Ein Jahr vor seiner Exkommunikation 1926 veröffentlichte Joseph Wittig (1879-1949) eine Pfingstbetrachtung, die ein beredetes Zeugnis für seine Freundschaft mit…
Elisabeth Schmitz, Denkschrift „Zur Lage der deutschen Nichtarier“ von 1935/36 (vollständiger Text): „Einer Judenverfolgung im Namen von Blut und Rasse muss eine Christenverfolgung notwendigerweise folgen. Einen Anfang davon hat die Bekennende Kirche, haben vor allem ihre Pfarrhäuser zu spüren bekommen. Aber trotz alles Leides wird es niemand einfallen, es in einen Vergleich setzen zu wollen zu dem Leid der deutschen Juden und Nichtarier. Und ganz abgesehen von der Größe des Leides bleibt der große Unterschied: Der Christ leidet persönlich, der Jude und Nichtarier mit Kindern und Enkeln. Und selbst wenn die Glieder der Bekennenden Kirche unter die Ariergesetzgebung gestellt würden, wären noch immer die Verwandten, die weitere Familie nicht mitbetroffen. Und die Hauptsache: Die Bekennende Kirche leidet – und darf das wissen – um ihres Glaubens willen, der Nichtarier wird verfolgt, weil Gott ihn in eine bestimmte Familie hat hineingeboren werden lassen.“
Im Sommer 1935 wurde der Bekennende Kirche sowohl vom Völkischen Beobachter wie auch vom Stürmer vorgeworfen, dass sie die nationalsozialistische…
Segen statt Segnung. Was die evangelische Liturgie der römisch-katholischen promissorisch voraushat: „Im aaronitischen Segen wird ja das HERRliche Gutheißen (ברך brk) mittels der Redefigur der Anhäufung (congeries) dynamisch entfaltet. Dieser Segen sagt dem Gesegneten einen umfänglichen Gegenwartsraum des dreieinigen Gottes zu, in dem sich das eigene Leben bewegen darf. Nicht die Faktizität der Segnung und auch nicht das Gebet um den göttlichen Segen stehen in der evangelischen Liturgie im Vordergrund, sondern die promissorische Wirklichkeit des Segens, was auch katholische Christen als Mitgesegnete zu schätzen wissen.“
Segen statt Segnung. Was die evangelische Liturgie der römisch-katholischen promissorisch voraushat Eine Stärke der evangelischen Liturgie ist der zugesprochene Segen, sei…
Hans Scholls Gedicht „Gott“ passend zu Erntedank: „Aus grauer Erde ließest du quellen / den Saft in funkelnde Trauben, / du sandtest Regen, dass Halme schwellen / mit Früchten wie goldene Hauben.“
Hans Scholl, Mitbegründer und prägendes Mitglied der 1942/43 aktiven studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, hatte 1938 als 19jähriger unter dem Titel…
Über das Gotteslob: „Wer Gott mit eigener Stimme lauthals lobt, lässt Seelentrübnis hinter sich. Das Gotteslob zündet in uns ein Freudenfeuer an. Mit jedem Halleluja drängt die Seele nach draußen, will ganz bei Gott sein. Wie eine Blüte, die sich dem Licht zuwendet und mit jedem Blütenblatt selbst erstrahlt, so blühen Menschen im Gotteslob auf.“
Über das Gotteslob „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen. Erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinem…
„Ein Theologe im Tod“ – Jorge Luis Borges‘ postmortale Melanchthon-Geschichte: „Um sie glauben zu machen, er sei im Himmel, verabredete er sich mit einem Hexenmeister von denen aus dem letzten Zimmer, und dieser täuschte sie mit allerlei Blendwerk von Glanz und Heiterkeit. Kaum jedoch zogen die Besucher sich zurück, so erschienen wieder die Armseligkeit und der Kalk, manchmal auch ein bißchen früher.“
Da hat sich Jorge Luis Borges geirrt, dass in Philipp Melanchthons Loci communes von 1521 die Loci „De caritate et…
Axel von Campenhausen über Kirche und Staat: „Dass die Toleranz, die Kraft, andere Meinungen und Arten der Lebensgestaltung zu ertragen, eine wesentliche Bürgertugend ist.“
Immer noch lesenswert ist der konzise Artikel von Axel von Campenhausen über Kirche und Staat aus dem Evangelischen Soziallexikon (1980):…