Nachdem der württembergische Landesbischof Wurm im Mai 1938 per Gesetz den Pfarrern seiner Landeskirche die Leistung eines Treueeids auf Adolf…
Gutachten der Kirchlich-Theologischen Sozietät wider die Ablegung eines kirchlichen Treueeids auf Adolf Hitler vom 2. Mai 1938: „Hier gibt es wirklich nur ein Entweder-Oder, da es in der Kirche neben der potestas Jesu Christi die er durch sein Evangelium ausübt, keine andere potestas geben kann, die dann immer sofort von selbst zu einer potestas über derjenigen Christi werden muss, da die geistliche Gewalt gegen die rechtliche Gewalt ohnmächtig ist.“
Es war die Kirchlich-theologische Sozietät in Württemberg, die bereits am 2. Mai 1938 ein theologisches Gutachten wider die Ablegung eines…
Martin Widmann über die Kirchlich-theologische Sozietät in Württemberg: „Die Sozietät lebte, lernte und lehrte je und je in den Grundentscheidungen von Barmen und Dahlem. Sie hielt treu zu den von der Bekenntnissynode in Bad Oeynhausen 1936 eingesetzten kirchenleitenden Organen, der 2. Vorläufigen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche, sie hielt zur (staatsrechtlich) illegalen Bekennenden Kirche.“
Die Kirchlich-theologische Sozietät in Württemberg war ein theologischer Arbeitskreis, der 1930 aus dem Freundeskreis um die Pfarrer Hermann Diem, Heinrich…
Hermann Diems Predigt über Lukas 6,20-31 von 1954: „Doch denken wir uns einmal den Fall, wo ein Armer zu mir um eine Unterstützung kommt, vielleicht ein Ostzonenflüchtling oder irgend jemand, der aus einem besonderen Grund in Not geraten ist, wie das täglich mit fast allzugroßer Selbstverständlichkeit bei mir geschieht.“
Predigt über Lukas 6,20-31 Von Hermann Diem Liebe Gemeinde, in den lutherischen Gemeinden in Amerika, die ich vor einigen Jahren…
Joachim Matthes über das „Gesicht wahren“ im interkulturellen Vergleich zwischen Europa und dem Fernen Osten: „Was wir unter dem Signum Ethik thematisieren, ist zuallererst tagtäglich gelebter Umgang zwischen wirklichen Menschen. Die Sensibilität dafür wird durch vorschnell universalisierende Prinzipienreflexion eher gelähmt.“
Einen immer noch lesenswerten Beitrag in Sachen interkultureller Vergleich hatte mein soziologischer Lehrer Joachim Matthes (1930-2009) 1991 über das „Gesicht…
Entschließung der Glaubensbewegung Deutsche Christen vom 13. November 1933 im Berliner Sportpalast: „dass eine deutsche Volkskirche Ernst macht mit der Verkündigung der von aller orientalischen Entstellung gereinigten schlichten Frohbotschaft und einer heldischen Jesus-Gestalt als Grundlage eines artgemäßen Christentums“
Es war die berüchtigte Kundgebung der Deutschen Christen am 13. November 1933 im Berliner Sportpalast (im Rahmen der Feierlichkeiten zum…
Friedrich Mildenberger, Grabrede für Karl Steinbauer (1906-1988): „Käme es auf uns an, dann ließen wir besser die Finger davon, jene geistlichen Waffen aufzunehmen, die unser Bruder Karl Steinbauer aus der Hand gelegt hat. Aber auch das bleibt uns ja als Erinnerung an ihn, dass nicht dieser oder jener Mensch Herr dieses Zeugnisses ist, ich oder Du, kleine Leute, große Leute, starke Leute, schwache Leute, mutige Leute oder ängstliche Leute. Weil es die Sache des lebendigen Christus ist, darum geht dieses Zeugnis weiter. »Ich weiß, dass mein Erlöser lebt«: Daraufhin können wir kleinen und schwachen und ängstlichen Leute es wagen. So bleibt uns dann die Erinnerung an unseren Bruder Karl Steinbauer als sein Vermächtnis. Ihn aber wissen wir wohl versorgt und aufgehoben, mit allem was er gewesen ist, was er getan und was er erlitten hat, aufgehoben bei dem Bruder Jesus Christus, der uns erlöst hat. »Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und er wird mich hernach aus der Erden aufwecken.«“
Grabrede für Karl Steinbauer Von Friedrich Mildenberger In der Lutherübersetzung, die hier einer alten Auslegungstradition folgt, lesen wir Hiob 19,25…
Ernst Käsemann über den Tod seiner Tochter Elisabeth 1977 in Argentinien: „Ich will sie keineswegs als Märtyrerin sehen und verteidigen. Ich möchte jedoch, dass ihr Tod Augen für die Realitäten in diesem zauberhaften Lande auftut, das zugleich ein Inferno beherbergt. Ich möchte Henkern und Militärs nicht das letzte Wort lassen.“
Da ist die eigene Tochter Elisabeth von Schergen der argentinischen Militärjunta verschleppt, gefoltert und schließlich getötet worden; und der emeritierte…
„Und Gott schweigt.“ Hans Ehrenbergs KZ-Aufenthalt in Sachsenhausen 1938/39: „‚Wenn man schon hier ist‘, meint Ehrenberg ’so soll man wenigstens was Sinnvolles tun. Unser Dienst an den Toten erscheint mir sinnvoll.‘ Mir und uns allen auch. Wir sind den Kameraden dankbar, es werden reine Hände sein, die uns betten, wenn wir in unserem Kampf ums Leben unterliegen. Für die SS ist der jüdische Pfarrer ein sensationeller Anlaß, ihren ‚Witz‘ spielen zu lassen. ‚Was bist du, Pfarrer? Rabbiner, meinst du?‘ Öfters wird er höheren SS-Führern vorgestellt, und seine ruhigen Antworten begleitet sie mit dem üblichen Hohn.“
„Und Gott schweigt.“ Begegnung und Gespräche mit Hans Ehrenberg im Konzentrationslager Sachsenhausen Von Hans Reichmann In seiner 1943 auf Englisch…