Philipp Melanchthon, Von der Bekehrung zu Gott (1550 – De poenitentia): „Ich will hier im Anfang die Fragen von den Ursachen, durch die die Reue erregt wird, fahren lassen, sondern wenn in einem Menschen rechter und nicht erdichteter Schrecken und Wehklagen über die Sünde ist und er vor Gottes Zorn über die Sünde erschrickt und es kommt der Glaube dazu, der durch diesen großen Schrecken veruracht, dass der Mensch Zuflucht zu Gott sucht und ihn um Vergebung der Sünden bittet, so ist das wahrhaftige Reue.“

Von der Bekehrung zu Gott (1550) Von Philipp Melanchthon Für Melanchthon ist seine Lehre von der Bekehrung besonders charakteristisch. Sein…

Rudolf Bohren, Die Bibel und der moderne Mensch (1955): „Die Bibel ist Brot. Brot will gegessen werden. Wenn abergläubische Bau­ern ein Blatt des Evangeliums zerrieben und unter den ersten Brei misch­ten, den sie dem Kind eingaben, so zeigt sich hier bei aller Verkehrtheit die richtige Einsicht: die Bibel muss gegessen werden. Wir wollen uns diesen banalen Vorgang des Essens vergegenwärtigen, um damit den geistigen Vorgang des Bibellesens besser zu verstehen.“

Die Bibel und der moderne Mensch Von Pfarrer Dr. Rudolf Bohren Im Berneroberland gibt es eine Bar: links vom Eingang…

Jacob Taubes, Der Messianismus und sein Preis (1982): „Wenn man unwiderruflich in die Geschichte eintreten will, muß man sich unbedingt vor der Illusion hüten, die Erlösung (ja selbst die Anfänge der Erlösung, atchalta di geulah!) fände auf der Bühne der Ge­schichte statt. Denn jeder Versuch, die Erlösung ohne Verwandlung der messianischen Idee auf der Ebene der Geschichte zustande zu bringen, führt direkt in den Abgrund.“

Der Messianismus und sein Preis Von Jacob Taubes I Die innere Dynamik der messianischen Idee im Judentum zu untersu­chen, was…

Artur Weiser, Kommentar zu Hiob 2,1-13 (ATD): „Sie mussten ihr erbärmliches Dasein auf dem Schutthaufen (mazbala) fristen, der sich außerhalb des Dorfes erhob. Dort finden wir den Hiob in der Asche sitzend, eine aufgelesene Scherbe in der Hand, mit der er sich die juckende eiternde Haut schabt; dieser Hiob ist ein Bild des Jammers, und doch gerade in seinem Jammer der Zeuge zu Gottes Ehre. Ein Bild, das den tiefen Sinn des gesamten Hiobbuches — noch unentfaltet — in sich schließt.“

Kommentar zu Hiob 2,1-13 Von Artur Weiser 2,1-6 Die zweite Wette im Himmel. Durch die Bewährung Hiobs ist Gott gerechtfertigt.…

Heinrich Groß, Kommentar zu Hiob 1 und 2 (NEB): „Satan gibt sein Spiel so schnell nicht auf und verloren. Er setzt neu ein. Dabei benutzt er ein im Be­duinenhandel gebräuchliches Sprich­wort. »Haut um Haut« ist Ausdruck der talio und damit der ausgleichen­den Gerechtigkeit; es zeichnet auf derbe Weise den Menschen in sei­nem urtümlichen Selbsterhaltungs­trieb. Alles ist ihm feil für seine Haut; in seinem innersten Wesen verhält der Mensch sich demzufolge sehr egoistisch. Erst wenn es ihm an die Haut geht, zeigt er, was wirklich in ihm ist.“

Kommentar zu Ijob 1,1-2,13 Von Heinrich Groß Das 42 Kapitel umfassende Ijob-Buch wird durch einen Bericht über die Titelgestalt, der…

Dietrich Bonhoeffer, Bibelarbeit über Versuchung (1938): „Der Geist lehrt uns, dass die Zeit der Versuchungen noch nicht zu Ende ist, sondern dass den Seinen die schwerste Versuchung noch bevorsteht. Aber er verheißt uns auch: ‚Dieweil du bewahrt hast das Wort meiner Geduld, will ich dich auch bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald‘ (Offb 3, 10f). So beten wir wie Jesus Christus uns gelehrt hat zum Vater im Himmel: ‚führe uns nicht in Versuchung‘ und wissen, dass unser Gebet erhört ist, denn alle Versuchung ist in Jesus Christus überwunden für alle Zeit bis ans Ende.“

Bibelarbeit über Versuchung (20.-25. Juni 1938) Von Dietrich Bonhoeffer Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.…

Bernhard Häring über die Versuchung (Encyclopedia of Religion): „Jesus überwand die Versuchung nicht nur, indem er das damit verbundene Leiden ertrug, sondern indem er gerade dieses Leiden zum höchsten Zeichen der Liebe und der rettenden Solidarität Gottes machte. Dass diese Liebe das Ziel aller Christen ist, zeigen die Evangelien. Diese decken diejenigen Versuchungen auf, an Gesetzen festzuhalten und dabei den Bund zu verraten, der heute als höchstes Gesetz der selbstlosen, allumfassenden Liebe zwi­schen Gott und den Menschen verstanden wird.“

Versuchung Von Bernhard Häring Die Herangehensweisen an das komplexe Phänomen der Versuchung sind ebenso vielfältig wie die Kulturen, die Weltanschauungen,…

Julius Schniewind über die Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ (Matthäus 6,13): „Es gibt keine Beziehung zu Gott, die nicht „Gehorsam“ hieße und darum auch Erprobung forderte: es muss erprobt und versucht sein, ob wir Gott folgen oder nicht. Diese bloße Tatsache aber ist in sich unbegreiflich. Sie streitet logisch mit dem Gedanken der Allmacht und All-wirksamkeit.“

Über die Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ (Matthäus 6,13) Von Julius Schniewind Wir fassen die beiden von Luther…