Hans Joachim Iwand, Gesetz und Evangelium (1956): „Das Evangelium zerbricht das Gefüge der Gesetzesfrömmigkeit, es hebt das ganze System mit allen seinen Gliedern (articuli) aus den Angeln. Nicht weil der Mensch, sei es in seinem Sein (ontologisch) noch in seinem Tun (ethisch) einen Gott gemäßen Wert darstellt, sondern weil Gott den verlorenen Menschen sucht und für ihn sich selbst einsetzt (Versöhnung); aus unbegründeter, reiner, freier Gnade (sola gratia) heraus wird die Vergebung der Sünden (remissio peccatorum) verkündet.“

Gesetz und Evangelium dogmatisch Von Hans Joachim Iwand B. Dogmatisch 1. Es ist seltsam und nicht so leicht zu erklären, … Mehr

Karl Rahner, Zur gegenwärtigen Situation des Christen. Theologische Deutung der Position des Christen in der modernen Welt (1954): „Die These, die ich aufstellen möchte, ist diese: Die christliche Situation der Gegenwart ist, soweit sie wirklich von heute und für morgen gilt, charakterisierbar als Diaspora, welche ein heilsgeschicht­liches Muß bedeutet, aus dem wir für unser christliches Verhal­ten Konsequenzen ziehen dürfen und müssen.“

Karl Rahners Vortrag von 1954 zur Theologie und Mission in der Diaspora als Lebenssituation einer christlichen Minderheit ist auch nach … Mehr

Trutz Rendtorff über die Ethik (1983): „Ethik ist die Theorie der menschlichen Lebensführung. Als ausdrückliche Rechenschaft über die Lebensführung des Menschen nimmt Ethik ihren Ausgangspunkt bei einer unausweichli­chen Erfahrung: dass der Mensch von der Wirklichkeit seines Lebens her zu einer Stellung­nahme aufgefordert ist. Der Mensch muss Stellung nehmen zu der Wirklichkeit des Lebens, die ihn trägt und bestimmt.“

Ethik Von Trutz Rendtorff Ethik ist die Theorie der menschlichen Lebensführung. Als ausdrückliche Rechenschaft über die Lebensführung des Menschen nimmt … Mehr

Hans Urs von Balthasar, Crucifixus etiam pro nobis (1980): „Hier muss einer, ein Mensch, für ihn eintreten, ein Mensch, der zugleich vor Gott die Last der Sünde und die Unschuld der Liebe verkörpert, damit die Barmherzigkeit Gottes sich von der davon untrennbaren Gerechtigkeit nicht zu entblößen braucht. Wenn Jesus den Schuldzustand eines Abgewendeten in sich trägt, so geschieht dies aufgrund einer letzten raumschaffenden Entleerung seines Herzens, einer Kenosis, in der die Schuld der Welt Platz gewinnt.“

Crucifixus etiam pro nobis Von Hans Urs von Balthasar Die Ursprünglichkeit des »pro nobis« Die Formel, daß Jesus Christus »für … Mehr

Rudolf Bultmann, Gedanken über die gegenwärtige theologische Situation (1958): „Was ist also die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation? Sie besteht darin, dass sie deutlich macht, dass der christliche Glaube keinerlei innerweltliche Sicherheit gibt, dass er aber, als der Glaube an Gottes offenbare Gnade, die Freiheit schenkt, getrost durch Dunkelheit und Rätsel hindurchzuschreiten und die Verantwortung für die Tat in der Einsamkeit eigener Entscheidung zu wagen und zu tragen.“

Gedanken über die gegenwärtige theologische Situation Von Rudolf Bultmann Die gegenwärtige Aufgabe der Theologie ist, wie mir scheint, durch zwei … Mehr

Karl Löwith, Christentum und Geschichte (1955): „Diese moderne Einschätzung der Geschichte, wonach sie schon selber die massgebende, umfassende und absolute Wirklichkeit ist, hat im ‚Historismus‘ zu einer Überschätzung der Geschichte geführt, aus der es keinen historischen, sondern nur einen philosophischen oder theologischen Ausweg gibt.“

Christentum und Geschichte Von Karl Löwith Die Geschichte kann den Menschen nie lehren, was wahr und was falsch ist. Das … Mehr