Eilert Herms über Friedrich Mildenbergers „Gotteslehre“: „Obwohl also Welten zwischen Barth und seinem Enkelschüler liegen, beerbt dieser jenen doch an einem wichtigen Punkte: Auch Barths Offenbarungsbegriff schließt das Verbot ein, die Subjektivität des Glaubens zu begreifen. Mildenberger hält an die­sem Verbot fest und macht seine Konsequenzen sichtbar.“

In der Sammelrezension Wilfried Härle/Eilert Herms, Deutschsprachige protestantische Dogmatik nach 1945 (Verkündigung und Forschung 1982/83) hat Eilert Herms unter der … Mehr

Hans-Werner Surkau über Hans Joachim Iwand (1987): „Von ihm konnte eine Freimütigkeit ausstrahlen, die von Anfang an gewann, eine Herzlichkeit, die auch den Fremden nicht ausschloß, eine Offenheit zur Selbstkritik und Willigkeit zu einem neuen Anfang, die manchem den Weg zur verlorenen oder selbst verlassenen Bru­derschaft ermöglichte. Wer ihn einmal so erlebt hat, trotz gelegentlicher Schroffheit, die nie persönlich bedingt war, der wird Hans Joachim Iwand unvergessen behalten.“

Iwand, Hans Joachim (1899-1960) Von Hans-Werner Surkau 1. Leben Hans Joachim Iwand wurde am 11. Juli 1899 als Pfarrerssohn in … Mehr

Hans Joachim Iwand, Evangelium und Gesetz (Vorlesung über die Rechtfertigungslehre, 1958): „Man muss Gott glauben, dass wir Sünder sind. Es ist also kein Zufall, keine Schwäche, keine durch diese oder jene Lage gegebene Verfehlung, sondern es ist notwendig, unausbleiblich, unsere Bestimmung: Der Mensch, der wir sind, muss offenbar werden in seiner Übereinstimmung mit diesem dort in Jesus Christus gekreuzigten und hingerichteten Adam. Insofern sagt das Gesetz, was ist. Es stellt fest. Es bringt Erkenntnis, das heißt, was zunächst nur eine unbegreifliche, eine äußere, eine lediglich mir als Formel be­gegnende Wahrheit ist, das wird nun in der Erkenntnis auch die meine. Die Wahrheit Gottes zieht vom Kreuze her ein in mein Leben, ich erkenne sie, ich weiß, warum ich glaube. Ich begreife in einer wunderbaren, einer nicht näher zu schildernden Exstasis, einer Versetzung an jene Stelle, dass mein Leben und diese Geschichte zu­sammenhängen, dass sie nicht wäre, wenn mein Leben nicht wäre, und mein Leben keine Hoffnung auf Wendung, auf Umkehr, auf Verwandlung hätte, wenn mir Gott diesen ‚topos pou sto‘, diesen Ort, wo ich stehen kann, nicht geschenkt hätte.“

Evangelium und Gesetz Von Hans Joachim Iwand Dieses Thema kommt zweimal in der Dogmatik vor. Einmal dort, wo von den … Mehr

Gerhard von Rad, Grundprobleme einer biblischen Theologie des Alten Testaments (1943): „Das bleibt immer die Hauptaufgabe einer alttestamentlichen Theo­logie: das Zeugnis des Alten Testametns gerade in seiner Besonder­heit und in seiner ihm allein eigenen Begrifflichkeit zu erarbeiten. Gerade wenn wir uns ganz seiner eigenen Schwere und seiner spezifischen Kontur überlassen, dann wird sich uns das Alte Testament selbst in eigener Vollmacht in das richtige Verhältnis zum Neuen setzen.“

Grundprobleme einer biblischen Theologie des Alten Testaments Von Gerhard von Rad, Jena Es ist schon ein großer Wandel, der sich … Mehr

Klaus Koch über Gerhard von Rad 1966: „Das Alte Testament bezieht demnach durchweg Gottes Offenbarung auf eine Geschichte, die durch Verheißung und Erfüllung gekennzeichnet ist. Die Verheißungen laden immer breiter aus. ‚Das Alte Testament kann nicht anders denn als Buch einer ins Ungeheure anwachsenden Erwartung gelesen werden.‘ Dabei werden immer wieder alte Verheißungen und Ge­schichts­traditionen aktualisiert, wie es schließlich mit dem gesamten Alten Testament im Neuen geschieht.“

Gerhard von Rad Von Klaus Koch Gerhard von Rad, geboren am 21. Oktober 1901 in Nürnberg. Theologiestudium in Erlangen und … Mehr

Kurt Hübner, Der Mythos behält seine Berechtigung: „Niemand begeht ein sacrificium intellectus, der glaubt; niemand begeht aber auch ein Sakrileg, der bestimmte vor allem dem vorwissenschaftlichen Logos verpflichtete Elemente in der Heiligen Schrift fallen läßt. So könnte man eher sagen, man sollte die Bibel „entlogisieren“ als entmythisieren.“

Der Mythos behält seine Berechtigung. Die Kritik der empirischen Wissenschaft ist unhaltbar Von Kurt Hübner Als Bultmann seine „entmythologisierte“ Theologie … Mehr

Karl Barth über Rudolf Bultmanns Entmythologisierung des Ostergeschehens (Kirchliche Dogmatik): „Wieder vertritt hier Bultmann die wohlbekannte, die reichlich humorlose Marburger Tradition, laut derer das erste Gebot der Wahrhaftigkeit unweigerlich darin bestünde, dass man sich in dieser Hinsicht nur ja keine Freiheiten erlauben dürfe. «Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benützen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testamentes glauben». Wen schauderte da nicht? Aber wenn nun das moderne Weltbild in Wirklichkeit gar nicht so abgeschlossen, das moderne Denken so einheitlich gar nicht wäre, wie man es uns einst unter der Diktatur der Marburger Kant-Schule glauben machen wollte?“

Über Rudolf Bultmanns Entmythologisierung des Ostergeschehens (aus KD III/2) Von Karl Barth R. Bultmann «entmythologisiert» das Osterereignis, indem er es … Mehr

Rudolf Bultmann, Zum Problem der Entmythologisierung (Kerygma und Mythos VI-1, 1963): „Die konsequente Naturwissenschaft hat die „Hypothese Gott“ nicht nötig (Laplace); die das Naturgeschehen leitenden Kräfte sind diesem immanent. Ebenso eliminiert sie den Gedanken des Wunders als eines den Kausalzusam­men­hang des Weltgeschehens unterbrechenden Mirakels.“

Zum Problem der Entmythologisierung (1963) Von Rudolf Bultmann Unter Entmythologisierung verstehe ich ein hermeneutisches Ver­fahren, das mythologische Aussagen bzw. Texte … Mehr

Jürgen Habermas, Israel und Athen oder: Wem gehört die anamnetische Vernunft? (1993): „Die Spannung zwischen dem Geiste Athens und dem Erbe Israels hat sich innerhalb der Philosophie nicht weniger fol­genreich ausgewirkt als innerhalb der Theologie. Wenn aber das philosophische Denken nicht aufgeht in der synthetischen Arbeit jenes Idealismus, der das kirchlich verfaßte Heiden­christentum des Abendlandes auf den theologischen Begriff gebracht hat, dann kann sich die Kritik am hellenisierten Christentum auch nicht gegen die argumentierende Vernunft per se, gegen die unpersönliche Vernunft der Philosophen als solche richten.“

Als die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster am 16. Juni 1993 unter dem Titel «Gott in dieser Zeit» ein Symposion … Mehr