Hannah Arendt über die Natalität bzw. das Geborensein: „Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf, ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrückt als in den Worten, mit denen die Weihnachtsoratorien ‚die frohe Botschaft‘ verkünden: ‚Uns ist ein Kind geboren.‘“

Über das Geborensein (Natalität) Von Hannah Arendt Das Wunder, das den Lauf der Welt und den Gang menschlicher Dinge immer … Mehr

Joachim Matthes über das „Gesicht wahren“ im interkulturellen Vergleich zwischen Europa und dem Fernen Osten: „Was wir unter dem Signum Ethik thematisieren, ist zuallererst tagtäglich gelebter Umgang zwischen wirklichen Menschen. Die Sensibilität dafür wird durch vorschnell universalisierende Prinzi­pienreflexion eher gelähmt.“

Einen immer noch lesenswerten Beitrag in Sachen interkultureller Vergleich hatte mein soziologischer Lehrer Joachim Matthes (1930-2009) 1991 über das „Gesicht … Mehr

Max Horkheimer im Gespräch mit Paul Neuenzeit über die Funktion der Theologie in der Gesellschaft (1969): „Ich denke an den Begriff der Nächstenliebe. … In kühnen Träumen scheint mir, es könnte einmal so werden, dass eine Art mit Theologie verbundener Gesinnung sich entfalte, in der die Menschen es als ihre wesentliche Aufgabe ansehen, zusammenzu­stehen, damit niemand mehr hungere, damit jeder ein anständiges Heim habe, damit auch in notleidenden Ländern keine Epidemien mehr herrschen. Die Menschen würden versuchen, ihre Probleme als endliche Wesen gemeinsam zu lösen und die Existenz nicht nur länger, sondern auch schöner zu machen. Ja, ich gehe so weit, zu denken, dass sich die Solidarität schließlich sogar auf die anderen Kreaturen ausdehnen könnte. Diese Gedanken sind minde­stens so sehr in der Theologie wie in der Wissenschaft verwurzelt, aber die Vorstellung des Ziels würde eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Theologie bedingen.“

Die Funktion der Theologie in der Gesellschaft. Max Horkheimer im Gespräch mit Paul Neuenzeit NEUENZEIT: Vom Gespräch zwischen Kirche und … Mehr

Günter Brakelmann über Hans Ehrenberg: „Als ‚Christ aus Israel‘ wird Ehrenberg mit dem zeitgenössischen Antisemitis­mus in seiner religiösen wie rassischen Variante konfrontiert. Es ist ihm von Anfang an klar, daß es hier nicht mehr nur um eine gepflegte intel­lektuell-argumentative Streitkultur mit den Völkischen, Rassen­antisemiten und Nationalsozialisten geht, sondern am Ende um Tod und Leben. Über den Vitalismus und Fanatismus dieser Bewegungen hat er sich keine Illusionen gemacht. Spä­testens seit den Hattinger Ereignis­sen hatte er hautnah erlebt, was in der Zukunft auf ihn zukommen konnte. Er hat sich in Reden und Schriften gewehrt, die ‚Krankheit des Antise­mitismus‘ nicht zum unkontrollierbaren Pestherd werden zu lassen.“

Hans Ehrenberg. Summe eines Lebens 1883-1932 Von Günter Brakelmann Überblickt man die fast fünfzig Jahre des Hans Ehrenberg von 1883 … Mehr

Die Gottesfrage im Zeitalter der KI und die Freiheit der Kinder Gottes: „Was die Künstliche Intelligenz deutlich macht, ist die Paradoxie eines unfreien Willens, der sich selbst als frei versteht: Vorgesehenes wird zur vermeintlich freien Wahl auf das eigene Bedürfnis hin gestellt. Das Bewusstsein einer freien Entscheidung folgt der bereits vollzogenen Handlung, wie dies im ‚Libet-Experiment‘ nachgewiesen worden ist. Dass Künstliche Intelligenz in unserer Gesellschaft immer lebensbestimmender wird, hängt mit dem Dogma der individuellen Wahl- und Entscheidungsfreiheit zusammen. Im Glauben, es sei unsere freie Wahl, wird umso williger angenommen, was für uns künstlich vorgesehen wird. Treffend schreibt dazu Slavoj Žižek: ‚Individuen lassen sich viel besser steuern, wenn sie sich auch weiterhin als freie und autonome Gestalter ihres eigenen Lebens verstehen.'“

Die Gottesfrage im Zeitalter der KI und die Freiheit der Kinder Gottes „Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann … Mehr

Hannah Arendt über Lügen und Fiktion totalitärer Propaganda (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft): „Der wahre Grund für die unabwendbare, prinzipielle Überlegenheit aller totalitären Propaganda über die Propaganda aller anderen Parteien oder Regierungen ist, dass ihr Inhalt – jedenfalls für die Mitglieder der Bewegung und die Bevölkerung eines totalitären Landes – nichts mehr mit Meinungen zu tun hat, über die man streiten könnte, sondern zu einem ebenso unangreifbar realen Element ihres täglichen Lebens geworden ist, wie dass zwei mal zwei vier ist.“

Über Lügen und Fiktion totalitärer Propaganda Von Hannah Arendt Bevor die totalitären Bewegungen die Macht haben, die Welt wirklich auf … Mehr