Die Unwiderruflichkeit des Getanen und die Macht zu verzeihen Von Hannah Arendt Wir sahen, wie der Mensch qua Animal laborans … Mehr
Kategorie: Philosophie
Leszek Kolakowski, Bileam, oder das Problem der objektiven Schuld: „Erste MORAL: Schätzen wir die Stimme eines Tieres nicht gering – denn es weiß gelegentlich etwas besser als wir. Zweite MORAL: Unwissenheit ist eine Sünde, und indem wir uns mit Unwissenheit rechtfertigen, fügen wir den alten Sünden eine neue hinzu.“
Leszek Kolakowski (1927-2009), der wohl bekannteste polnische Philosoph des 20. Jahrhunderts, hatte trotz kommunistischer Sozialisation immer auch ein Faible für … Mehr
Viktor Klemperer über den Einfluss des Sprachgebrauchs auf das Denken und Fühlen (LTI. Notizbuch eines Philologen, 1947): „Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da. Wenn einer lange genug für heldisch und tugendhaft: fanatisch sagt, glaubt er schließlich wirklich, ein Fanatiker sei ein tugendhafter Held, und ohne Fanatismus könne man kein Held sein.“
Über den Einfluss des Sprachgebrauchs auf das Denken und Fühlen Von Victor Klemperer Der Nazismus glitt in Fleisch und Blut … Mehr
Friedrich Nietzsche in Jenseits von Gut und Böse: „Die wunderliche Familien-Ähnlichkeit alles indischen, griechischen, deutschen Philosophirens erklärt sich einfach genug. Gerade, wo Sprach-Verwandtschaft vorliegt, ist es gar nicht zu vermeiden, dass, Dank der gemeinsamen Philosophie der Grammatik von vornherein Alles für eine gleichartige Entwicklung und Reihenfolge der philosophischen Systeme vorbereitet liegt.“
Über die Philosophie der Grammatik In Sachen sprachlicher bzw. linguistischer Relativität provoziert Friedrich Nietzsche, wenn er in Jenseits von Gut … Mehr
Jacques Gernet, Denken und Sprache (Christus kam bis nach China, 1984): „Im Chinesischen gab es kein Verb für Existenz, nichts, mit dem sich die Begriffe ‹Sein› oder ‹Wesen› übersetzen ließen, die im Griechischen so bequem mit dem Substantiv ousia oder dem neutralen to on ausgedrückt werden. So gibt es für die Chinesen auch kein Sein als ewige und beständige Realität jenseits der Phänomene. Sprachliche Struktur und Formen haben offenbar das chinesische und das abendländische Denken in je verschiedene Richtungen gelenkt und geistige und religiöse Traditionen entstehen lassen, die sich zu zwei voneinander unabhängigen Welten gefügt haben.“
Der Schlussabschnitt von Jacques Gernets Christus kam bis nach China. Eine erste Begegnung und ihr Scheitern (im Original Chine et … Mehr
Wie ‚Gott‘ eine metaphysische Trinität zugrunde liegt und warum für eine NAMENliche Trinitätslehre die Existenzfrage Gottes irrelevant ist: „Wenn in unserer Gesellschaft die Existenz Gottes theistisch bzw. atheistisch diskutiert wird, geht es dabei um die Gültigkeit der metaphysischen Trinität. Dem Gottsein sind drei Abstraktionsverhältnisse zugedacht, nämlich ursprungszentrierte Kosmologie (causa prima), selbstreferentielle Ontologie (ipsum esse) sowie epistemische Ideologie (summum bonum).“
Wie „Gott“ eine metaphysische Trinität zugrunde liegt und warum für eine NAMENliche Trinitätslehre die Existenzfrage Gottes irrelevant ist Wenn in … Mehr
Pico della Mirandolas Gottesbekenntnis zur menschlichen Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung in seiner „Rede über die Würde des Menschen“: „Du bist durch keinerlei unüberwindliche Schranken gehemmt, sondern du sollst nach deinem eigenen freien Willen, in dessen Hand ich dein Geschick gelegt habe, sogar jene Natur dir selbst vorherbestimmen.“
In seiner berühmten Rede Über die Würde des Menschen (Oratio de hominis dignitate) von 1484 lässt der junge Renaissance-Philosoph Pico … Mehr
Hannah Arendt über die Natalität bzw. das Geborensein: „Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf, ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrückt als in den Worten, mit denen die Weihnachtsoratorien ‚die frohe Botschaft‘ verkünden: ‚Uns ist ein Kind geboren.‘“
Über das Geborensein (Natalität) Von Hannah Arendt Das Wunder, das den Lauf der Welt und den Gang menschlicher Dinge immer … Mehr
Joachim Matthes über das „Gesicht wahren“ im interkulturellen Vergleich zwischen Europa und dem Fernen Osten: „Was wir unter dem Signum Ethik thematisieren, ist zuallererst tagtäglich gelebter Umgang zwischen wirklichen Menschen. Die Sensibilität dafür wird durch vorschnell universalisierende Prinzipienreflexion eher gelähmt.“
Einen immer noch lesenswerten Beitrag in Sachen interkultureller Vergleich hatte mein soziologischer Lehrer Joachim Matthes (1930-2009) 1991 über das „Gesicht … Mehr