Dietmar Willoweit über „Herr, Herrschaft“ im Lexikon des Mittelalters: „Indem die Herrschaft aber polizeilich ordnend tätig wird, gewinnt sie allmählich eine neue Qualität, für die im 15. Jahrhundert das Wort ‚Obrigkeit‘ geprägt wird. Damit aber bahnt sich eine dem mittelalterlichen Herrschaftsdenken fremde Konzentration der vornehmsten politischen Rechte an, für die in der Neuzeit der Begriff des Staates steht.“

Dietmar Willoweits rechtsgeschichtlicher Lexikonartikel über Herr und Herrschaft aus dem Lexikon des Mittelalters von 1989 ist immer noch instruktiv zur … Mehr

Martin Buber, Kirche, Staat, Volk, Judentum. Aus dem Zwiegespräch mit Karl Ludwig Schmidt im Jüdischen Lehrhaus in Stuttgart (14. Januar 1933): „Das Leiden um Gottes willen, die verborgene Geschichte der Pfeile, die Gott nicht verschickt, die im Dunkel des Köchers sein Werk wirken – von da aus leben wir seither als Israel. Aller seitherige Widerstreit kann nur von da aus verstanden werden.“

Kirche, Staat, Volk, Judentum. Aus dem Zwiegespräch mit Karl Ludwig Schmidt im Jüdischen Lehrhaus in Stuttgart[1] (14. Januar 1933) Von … Mehr

Yosef Hayim Yerushalmi, Über das Vergessen: „Unser wahres Problem ist, dass wir ohne halacha leben. Wie Kafkas Mann vom Lande sehnen wir uns nach dem Gesetz, das uns aber nicht mehr zugänglich ist. Die vielberufene Krise des Historismus spiegelt lediglich die Krise unserer Kultur und unseres spirituellen Lebens. Die­ser Krebsschaden, wenn es ihn denn gibt, hat seinen Herd nicht in der Suche nach Geschichte, sondern im Verlust einer halacha, die uns sagt, was wir uns aneignen und was wir vergessen sollen, im Verlust gemeinsamer Werte, die es uns ermöglichen würden, Geschichte in Ge­dächtnis zu verwandeln. Der Historiker allein kann diesen Verlust nicht wett­machen.“

Über das Vergessen Von Yosef Hayim Yerushalmi Präludium Im Frühjahr 1987 erfuhr ich von einer Tagung, die während meines Frankreich­aufenthaltes … Mehr

Søren Kierkegaard über die Anfechtung in seiner Rede über die Bestätigung des inwendigen Menschen: „Es war ihm, als wäre das äußerliche Glück nur dazu da, das innerliche Leiden zu umfrieden, auf daß er noch nicht ein­mal in der Widerwärtigkeit der Welt eine Linderung finde; es war ihm, als wäre es Gott selber, der seine gewaltige Hand auf ihn legte, als wäre er ein Kind des Zorns, und doch konnte er es nicht näher verstehen oder sich erklären, wieso.“

Die Anfechtung Von Søren Kierkegaard Betrachte ihn, den Versuchten, der da geprüft ward in der Anfechtung Not. Vielleicht hast du … Mehr

Gustav Radbruch, Gerechtigkeit und Gnade von 1949: „Nur ein Altarbild, das 1506 im Braunschweiger Dom aufgestellt wurde, zeigt einzigartig unter dem Altan, auf dem Christus dem Volke zur Begnadigung dargestellt wird, drei Gestalten im Halseisen, die bei­den Schächer, welchen die Legende die Namen Dismas und Gismas ge­geben hat, und neben ihnen Barabbas. Ihm werden die Fesseln gelöst, und er nimmt die Befreiung entgegen“

Gerechtigkeit und Gnade (1949) Von Gustav Radbruch Während der Katholizismus eine großartige christlich fundierte Lehre von Recht und Gerech­tigkeit entwickelt … Mehr

Gustav Radbruch, Fünf Minuten Rechtsphilosophie von 1945: „Wenn Gesetze den Willen zur Gerechtigkeit bewußt verleugnen, z. B. Menschenrechte Men­schen nach Willkür gewähren und versagen, dann fehlt diesen Gesetzen die Geltung, dann schuldet das Volk ihnen keinen Gehorsam, dann müssen auch die Juristen den Mut finden, ih­nen den Rechtscharakter abzusprechen.“

Fünf Minuten Rechtsphilosophie Von Gustav Radbruch Erste Minute Befehl ist Befehl, heißt es für den Soldaten. Gesetz ist Gesetz, sagt … Mehr