Hans Jochim Iwand über Tod und Auferstehung in seiner Vorlesung zu Luthers Theologie: „Luther hat den Glauben an die Auferstehung nicht nur auf die Auferstehungsberichte gegründet, sondern auf die Tatsache, daß Gott mit uns redet, also auf das erste Gebot. Darauf kommt er immer wieder: Wenn Gott sagt «Ich bin der Herr, dein Gott», dann sei damit schon die Auferstehung gegeben. Mit anderen Worten: Im Bunde (des Gesetzes), den Gott mit den Menschen macht, ist die Gewissheit der Auferstehung gegeben. Was bezeugt wird in der Auferstehung Jesu, ist nichts anderes, als dass Gott Gott ist. Und was bezeugt werden wird in der Wiederkunft Christi, das ist auch nichts anderes, als dass Gott Gott ist. Das heißt: Das Sein, das sich der Tod angemaßt hat, wird, in der letzten Perspektive gesehen, als ein Nicht-sein erwiesen werden, und das Sein, das Jesus darstellt, wird uns als rechtes Sein offenbar werden. Das «In-Christus-Sein» ist also Ausdruck der einzigen Wirklichkeit, die es gibt. Dagegen wird die angemaßte Wirklichkeit des Todes, die eine Wirklichkeit ist, weil der Zorn Gottes dahintersteht, als ein Schein erwiesen werden.“

In seiner Bonner Vorlesung zu Luthers Theologie 1956/57 behandelt Hans Joachim Iwand im Rahmen der Christologie auch die Frage nach … Mehr

Martin Luther über die Macht des allgemeinen Kirchengebets (Von den guten Werken): „Wenn das Gebet darniederliegt, wird dem bösen Geist niemand mehr etwas nehmen, auch niemand wider­stehen. Wo er aber gewahr würde, dass wir dieses Gebet üben wollten, wenn es gleich unter einem Strohdach wäre oder in einem Saustall, würde er es ganz sicher nicht hingehen lassen, sondern sich weit mehr vor diesem Saustall fürchten als vor allen hohen, großen, schönen Kirchen, Türmen, Glocken, wo immer sie sein mögen, wenn nur solches Gebet nicht drin wäre! Es liegt gewiss nicht an den Stätten oder Gebäuden, in denen wir zusammen­kommen, sondern allein an diesem unüberwindlichen Gebet: daran, dass wir dies in rechter Weise zusammen tun und vor Gott kommen lassen.“

In Martin Luthers Sermon „Von den guten Werken“ (1520) findet sich in Sachen allgemeines Kirchengebet (Fürbitten) und Kirchengebäude folgende Worte, … Mehr

Apocalypse Now – Matthias Gerung und seine reformatorischen Holzschnitte zum Buch der Offenbarung: „Eine der schärfsten bildlichen Abrechnungen mit der römischen Kirche und dem Papsttum während der späteren Reformationszeit stammt aus meinem Heimatdekanat Neu-Ulm. Der Maler und Holzschneider Matthias Gerung (1500-1570) hatte in seiner Werkstatt in Lauingen an der Donau zwischen 1544 bis 1558 27 Holzschnitten zur Apokalypse mit 32 entsprechenden Allegorien zu biblischen Geschichten oder reformatorischen Szenen seiner Gegenwart angefertigt.“

Apocalypse Now – Matthias Gerung und seine reformatorischen Holzschnitte zum Buch der Offenbarung Das hätte ich nicht gedacht. Eine der … Mehr

Martin Luther über Weihnachten: „Lass weg alle Philosophie und das göttliche Gesetz und tu dich mit Gewalt zur Krippe und zum Schoß der Mutter und ergreife jenes Kind und den Sohn der Jungfrau und siehe hin, wie er geboren wird, an der Mutter Brust trinkt, wie er wächst, unter den Menschen weilt, wie er lehrt, stirbt, aufersteht; sieh ihn aufgenommen über alle Himmel und sieh ihn im Besitz der Allgewalt, so kannst du alle Schrecken zerschlagen, wie die Wolken von der Sonne vertrieben werden, so kannst du alle Irrtümer vermeiden. Dieses Anschauen des Gottessohnes in Niedrigkeit behält dich auf dem richtigen Weg, so dass, wo Christus hingeht, du folgen kannst.“

Martin Luther über Weihnachten Woher kommen die Weihnachtsgeschenke? Für Martin Luther ist es klar – vom Christuskind. Aber weshalb gibt … Mehr

Martin Luthers Predigt über Christi Höllenfahrt (1533) mit deren Anti-Hermeneutik: „Weil wir uns ja unsere Gedanken und Vor­stellungsbilder von dem machen müssen, was uns in Worten vorge­tragen wird, und weil wir nichts ohne Bilder denken und verstehen kön­nen, so ist es fein und recht, dass man’s ganz wörtlich auffasst, so wie man’s malt: dass Christus mit der Fahne hinunterfährt und die Höllenpforten zerbricht und zerstört; die hohen, unver­ständlichen Gedanken sollen wir auf sich beruhen lassen.“

„Hermeneutik ist die Kunst, aus einem Text herauszukriegen, was nicht drinsteht.“ Odo Marquards bekanntes Diktum verweist auf die platonische Grundlage … Mehr

Martin Luther, Vorrede zu Historia Galeatii Capellae (1538): „Die Historien sind nichts anderes als Anzeigung, Gedächtnis und Hinweis göttli­cher Werke und Urteile, wie er die Welt, besonders die Menschen, erhält, regiert, hindert, fördert, straft und ehrt, je nachdem ein jeder verdient, Böses oder Gutes. Und wenn es auch viele sind, die Gott nicht erkennen noch achten, so müssen sie doch an den Exempeln und Historien stutzig werden und befürchten, dass es ihnen nicht auch so gehe wie dem und dem, wie sie durch die Historien vor Augen gerückt werden. Dadurch werden sie stärker bewegt, als wenn man sie nur mit bloßen Worten des Rechts oder der Lehre abhält und ihnen damit wehrt.“

Der italienische Geschichtsschreiber Galeatius Capella hat den mailändischen Krieg von 1521-1530 in seinen Wechselfällen und damit ein Stück der Renaissancepolitik … Mehr

Martin Luther in seiner Predigt über 1. Petrus 4,8ff zu Nüchternheit und Mäßigung (1539): „Dazu gehört nun, wie Petrus hier sagt, dass ein Christ ein Mensch sei, der auch im Essen und Trinken seinen Leib an­gemessen versorge und nüchtern halte, ihn also nicht mit unmäßigem Fressen und anderem Überflüssigem belade und zu Schaden kommen lasse. Das bewirkt, dass er tüchtig, klug und fähig zum Beten wird. Denn wer nicht danach strebt, dass er nüchtern und mäßig seinen Dienst oder sein Amt ausübt, son­dern voll wie ein Schwein und täglich ein Trunkenbold ist, der wird weder zum Beten noch zu anderen christlichen Dingen nützlich sein, ja, er taugt dann überhaupt zu keiner Sache. Hier täte uns zuchtlosen Deutschen wohl eine besondere Predigt und Ermahnung gegen unser Schlemmen, Fressen und Saufen not.“

Da redet Martin Luther dem Volk nicht nach dem Mund, wenn er in seiner Predigt über 1. Petrus 4,8 ff … Mehr

Martin Luthers erschreckende Kanzelvermahnung „Wider die Juden“ vom 15. Februar 1546: „Nun verhält es sich mit den Juden so, dass sie unseren Herrn Jesus Christus täglich nur lästern und schänden. Weil sie das tun und wir wissen es, sollen wir es nicht dulden. Denn wenn ich den bei mir dulde, der meinen Herrn Christus schändet, lästert und verflucht, dann nehme ich Anteil an fremden Sünden, obwohl ich doch genügend eigene Sünden habe. Darum sollt ihr Herren sie nicht dulden, sondern vertreiben. Wenn sie sich aber bekehren, ihren Wucher lassen und Christus annehmen, wollen wir sie gern wie unsere Brüder halten.“

„Darum sollt ihr Herren Juden nicht dulden, sondern vertreiben“– Martin Luthers erschreckender Kanzelmissbrauch Drei Tage vor seinem Tod, am 15. … Mehr