Hans Joachim Iwands Adventspredigt vom 18. Dezember 1943 über Lukas 1,67-79: „Wer nicht jemals schon empfunden hat, daß Gott schweigt, der wird auch nie begreifen, daß er redet. Wer nie darüber fast zerbrochen ist, daß Gott sich von seinem Volk entfernt hat; wer nie darauf gewartet hat, daß ein Frühling einbrechen würde über dem Volk Gottes, dem wird auch nie der Tag kommen, da seine Zuge gelöst wird und er loben kann.“

Im Benedictus, dem Lobgesang des  Zacharias, ist von der herzlichen Barmherzigkeit unseres Gottes die Rede, „durch die uns besuchen wird … Mehr

Hans Joachim Iwand über Kirche und Staat bei Martin Luther (1956): „Es ist ein Kennzeichen der Ordnung von Staat und Gesellschaft, dass im Bereiche des Luthertums alle Gesellschaftsprobleme vom Staat aus gehandelt worden sind. Im Grunde genommen gibt es keine Gesellschaftslehre, die die Gesellschaft unmittelbar auf die Kirche bezieht, wo die Kirche selber «societas», Gesellschaft, genannt wird. Das gibt es nur im angelsächsischen und nordamerikanischen Bereich und bei den Sekten. Die Kirche kann sich nicht unmittelbar mit der Gesellschaft ins Verhältnis setzen; denn es gibt keine christlichen Gesellschaftsorganisationen. Darum fällt die Gesellschaft in den Staat. Der Staat ist der Überschritt aus dem Innen in das Außen. Er ist darum eben das Reich Gottes zur Linken; das ist der Sinn dieser Lehre. Auch der Staat verwirklicht, nein, er allein verwirklicht Gottes Herrschaft nach außen: aber so, wie sie sich eben allein auf Erden verwirklichen läßt, gleichsam wie inkognito in einer seltenen Weise, dass sich ein Fürst durch Blutvergießen den Himmel verdienen kann.“

Dass Luthers Lehre über Kirche und Staat komplexer ist als eine schematisierte „Zwei-Reiche-Lehre“, zeigt Hans Joachim Iwand in seiner Bonner … Mehr

Hans Joachim Iwand, Christliche Freiheit nach Martin Luther: „Die christliche Freiheit betrifft das Gewissen des homo religiosus, also des Menschen, der an Gott glaubt und unter seinen Geboten lebt. Sie wird nicht etwa außerhalb des Heilswillens Gottes, nicht einfach als Freiheit des homo naturalis entwickelt. Sie ist sozusagen die Frage an den «Christenmen­schen», ob er auch wisse, was seine durch Jesus Christus ihm vermittelte Freiheit sei. Die christliche Freiheit ist nicht eine «auch», sondern «nur» bei den Christen anzutreffende Frei­heit.“

Christliche Freiheit nach Martin Luther Von Hans Joachim Iwand In seiner Bonner Vorlesung zu Luthers Theologie 1956/57 behandelte Hans Joachim … Mehr

Hans Joachim Iwand über das Kreuz Christi: „Unser Glaube beginnt genau da, wo die Atheisten meinen, dass unser Glaube zu Ende sein müsse. Unser Glaube beginnt in jener Härte und Nacht, die die Nacht des Kreuzes, der Verlassenheit, der Anfechtung ist, des Zweifels an allem, was es gibt. Wirklich: was es gibt! Unser Glaube muss dort geboren werden, wo alle Gegebenhei­ten ihn verlassen. Er muss geboren werden aus dem Nichts, muss die­ses Nichts schmecken und zu schmecken bekom­men, wie sich das kein Philosoph des Nihilismus vorstellen kann.“

In seiner Bonner Christologie-Vorlesung zu Tod und Auferstehung von 1959 hat Hans Joachim Iwand in wenigen Worten eine theologia crucis … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigt über Johannes 15,26-27 (1957): „Da sagt Jesus: Wenn aber der Tröster kommen wird, der wird von mir zeugen. Mitten in dieser großen Ratlosigkeit und Verlassenheit, wenn sie da alle aufmarschieren werden, da wird ein Zeuge auftreten, unmittelbar von Gott; ein Zeuge, gesandt vom Auferstandenen aus der Höhe. Ein Zeuge, der wird den Zeugen auf Erden die Zunge lösen. Ein Zeuge, der wird sie alle in die Schranken rufen und fragen: Und du, was kannst du tun? Sieh da, dieses Feld der Leichen; und höre mein ewiges Wort: Wer da glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe.“

Eine ganz starke Predigt hatte Hans Joachim Iwand am Sonntag Exaudi, 2. Juni 1957 beim ersten Gottesdienst in der nach … Mehr

„Wenn euch der Sohn frei macht …“ – Eine Betrachtung von Hans Joachim Iwand zu Johannes 8,36: „Das ist der für uns alle gestor­bene und auferstandene Herr. Er ist unsere Freiheit. Der Sohn macht frei. Er weiß ganz genau, dass es gerade um jenen ersten Schritt geht: dass es darum geht, dass einer da ist, der mir wieder das Augenlicht schenkt, denn ich bin eben geblendet; dass einer da ist, der mir sagt: Lazarus komm heraus, denn ich liege bei den To­ten und rieche die Verwesung um mich her.“

Eine pathetische Freiheitsrede hatte Iwand 1956 gehalten, die zugleich Jesus als Befreier verkündet: Eine Betrachtung zu Johannes 8,36 Wenn euch … Mehr