Helmut Gollwitzer über den rechten Osterzweifel (Jesu Tod und Auferstehung nach dem Bericht des Lukas, 1941): „Ein Osterzweifel muss in das Herz kommen, ein fröhlicher und respektloser Zweifel gegenüber der Herrschaft des To­des auf Erden, gegenüber der Hoffnungslosigkeit unseres Lebens, der Unabänderlichkeit des Weltlaufes, der Unbe­kanntheit und Ferne Gottes, den harten Gesetzen des Verge­hens, der Sinnlosigkeit des Leides, der Überlegenheit der Macht über das Recht, der Unterworfenheit der Wahrheit unter die Lüge.“

In seinem Buch „Jesu Tod und Auferstehung nach dem Bericht des Lukas“ (Theologische Existenz heute 77, München: Evangelischer Verlag Albert … Mehr

Karl Barth, Was ist Ostern? (1926): „Es kann nur noch ein Wunder geschehen, nein, nicht ein Wunder, das Wunder Gottes, Gottes unbegreifliches, ret­tendes Eingreifen und Erbarmen, die umfassende, aus dem Tode zum Leben führende Erneu­erung von ihm her, Gottes Schöpferruf, Gottes Lebenswort – und das heißt eben: Auferste­hung! Auferstehung von den Toten! Auferstehung, nicht Fortschritt, nicht Entwicklung, nicht Aufklärung, sondern, was das Wort sagt, ein Ruf vom Himmel her: Steh auf, du bist tot, aber ich will dir Leben geben.“

Den folgenden Text „Was ist Ostern“ hat Karl Barth 1926 verfasst: Was ist Ostern? Was ist Ostern? Auferstehung, antwortet uns … Mehr

Eberhard Jüngel, Einige Bemerkungen zum Menschsein des Menschen aus theologischer Perspektive: „Der Mensch existiert nicht nur aus der Beziehung Gottes zu ihm. Er bezieht sich seiner­seits auf Gott. Er bezieht sich aber auch auf seine natürliche und soziale Umwelt. Und er be­zieht sich in allen diesen Beziehungen immer auch auf sich selbst. Der Mensch ist also ein beziehungsreiches Wesen, ein Wesen, dessen Sein nach dem Urteil Luthers überhaupt nur in praedicaemento relationis angemessen bestimmt werden kann. Ein auf sich selbst reduzierter Mensch wäre nichts anderes als eine Leiche.“

Einige Bemerkungen zum Menschsein des Menschen aus theologischer Perspektive Von Eberhard Jüngel Kurz, eloquent und hintersinnig hat Eberhard Jüngel die … Mehr

Hans Joachim Iwand, Bekennende Kirche. Eine Osterbetrachtung (DIE ZEIT, 1946): „Die Oster­feier müsste die Siegesfeier der Christen sein, die sie erinnert an jenen Tag, da Gott Christus zum Herrn der Welt setzte und alle Mächte und Gewalten, alle Throne und Herrschaften, wie es in der Bibel heißt, ihm unterordnete. Wir müssen hier jene Freiheit des Christenmenschen geschenkt bekommen, die sich nicht beugt und fürchtet, die immun ist gegen die Waffe der Angst, mit der der Fürst dieser Welt, für den und dessen Gei­stesverwandte mit guten Gründen die Auferstehung eine schlechthin widervernünftige Ange­legenheit ist, seine Opfer blendet, gängelt und schließlich in den Abgrund stürzt.“

In den mir bekannten Iwand-Bibliographien ist Iwands Artikel „Bekennende Kirche. Eine Osterbetrachtung“ aus der ZEIT, Nr. 9 vom 18. April … Mehr

Karl Kardinal Lehmann, „Ecce homo!“ Seht, was ist der Mensch!: „Das Holz des Kreuzes bleibt im wahrsten Sinne des Wortes sperrig. Wir sperren uns gegen die Wucht dieses Zeichens, eher neigen wir zur Verharmlosung. Dies ist nicht selten in der Geschichte des Glaubens geschehen. Oft wurde ein vorschnelles Reden vom Kreuz missbraucht, um dahinter eine feige Schwächlichkeit zu verbergen. Das wahre Kreuz ist keine halbfromme Betäubung. Das Kreuz darf nicht als Ablenkung dienen, um Unrecht oder Leid zu rechtfertigen. Überall, wo vermeidbares Leiden im Namen des Todes Jesu Christi akzeptabel gemacht wird, wird der Sinn des Kreuzes ausgehöhlt. Jesu Kreuz ist aber gerade das höchste Zeichen dafür, wie man der furchtbaren Realität in unserem Leben nicht ausweicht.“

„Ecce homo!“ Seht, was ist der Mensch! Von Karl Kardinal Lehmann Es mag verwundern, dass ich die Frage „Was ist … Mehr

Hans Joachim Iwand, Osterpredigt über 1. Petrus 1,3 (1950): „Das ist das Geheimnis von Ostern. Hier und heute steht das Licht still. Hier wandert es nicht mehr weg von uns, hier stoßen wir auf die Zentralsonne, von der alle anderen ihr Licht empfangen. Hier über dem leeren Grab des Jesus von Nazareth macht Gott das letzte und tiefste Geheimnis seines großen Erbarmens kund, und ein paar Menschen, die diesem Geheimnis ganz nahe gekommen sind, fassen das Unfaßliche und geben es weiter. Und andere, die es so empfingen und nun auch von dieser Mitte her lebten, fassten es in die Worte: Gott sei Dank, der uns wiedergeboren hat nach seiner großen Barmherzigkeit durch die Auferstehung Jesu Christi zu einer lebendigen Hoffnung.“

Am Ostersonntag, 9. April 1950 predigt Hans Joachim Iwand in der Kapelle von Beienrode über 1. Petrus 1,3 und bringt … Mehr

„sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet wissen“ – Über die neue AfD-Klausel im bayerischen Kirchenvorstandswahlgesetz (2018): „Dass nun im bayerischen Kirchenvorstandswahlgesetz ein christliches Menschenbild zum Wählbarkeitskriterium erhoben worden ist, steht für eine fortschreitende Ideologisierung in den Kirchenleitungen der verfassten Kirchen: An die Stelle von Lehrbindung und Christusglaube tritt die ‚richtige‘ ideologische Gesinnung.“

Über die neue AfD-Klausel im bayerischen Kirchenvorstandswahlgesetz (2018) In der neuen Fassung des Kirchenvorstandswahlgesetz der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern heißt … Mehr