Rita Thalmann über Jochen Klepper: „Wie er selber in seinem Tagebuch bekennt, hätte er, als es noch Zeit war, mit seiner Familie einen Staat verlassen können, der seit 1933 die elementarsten Rechte mit Füßen trat und ihm wegen seiner jüdischen Frau eine normale Existenzmöglichkeit absprach. Das von Jugend auf aner­zogene blinde Vertrauen auf Gottes Führung und Fügung, auf das »Gute« in seinem Volk, versperrte ihm den Weg zur verantwortungsvollen Tat. Sein Lebensweg und Werk bleiben ein eindrucksvolles Mahnmal für künftige Generationen.“

Ein sensibles Lebensporträt Jochen Kleppers, das Ambivalenzen und Kritisches benennt, hatte Rita Thalmann (1926-2013) für die Reihe „Gestalten der Kirchengeschichte“ … Mehr

Martin Luther, Über die Wirklichkeit des Segens (Auslegung zu Genesis 27,28-29 – Isaaks Segen an Jakob): „Dieser Segen aber ist nicht nur ein leerer Schall von Worten oder ein Glückwunsch, mit dem einer dem anderen etwas Gutes zu wünschen pflegt. Zum Beispiel, wenn ich sage: „Gott gebe dir schöne und gehorsame Kinder.“ Das sind nur Worte, mit denen man einem anderen etwas Gutes wünscht, ohne ihm tatsächlich etwas zu geben – es bleibt lediglich ein Wunsch, ein Segen, der ungewiss ist und noch vom Erfolg abhängt. Der Segen des Patriarchen Isaak hingegen zeigt ein gegenwärtiges Gut und ist für immer gewiss. Es ist kein bloßer Wunsch, sondern eine tatsächliche Gabe des Guten, wenn er spricht: ‚Siehe, nimm die Gaben hin, die ich dir mit Worten verspreche.‘ In der Heiligen Schrift sind Segen nicht allein Segenswünsche, son­dern wirkliche Segen, die das wirklich schenken und mit sich bringen, was die Worte besagen.“

Über die Wirklichkeit des Segens (Auslegung zu Genesis 27,28-29) Von Martin Luther In seiner Genesis-Auslegung zu 27,28f – Erstgeburtssegen, den … Mehr

Martin Greschat über Martin Niemöller: „Pazifismus aus Glauben und in der Nachfolge Jesu hieß also für Niemöller die Konsequenz. Und das bedeutete: Die Christenheit musste umkehren, musste Buße tun und ihre Schuld bekennen, weil sie so lange und so selbstverständlich mit Macht und Gewalt gerechnet hatte, damit umging und immer wieder darauf statt auf das Wort und Beispiel ihres Herrn baute und noch baut. Das bedeutete zugleich: Die Christenheit muß anders reden und sie muss vor allem anders leben als bisher. Niemöller hat diesen Zusammen­hang einmal in einer ebenso schlichten wie schönen Formulierung so ausgedrückt: »Glauben heißt: Bei Jesus sein: Und bei Jesus sein, das heißt: Bei ihm bleiben: Und da er nicht in der Kirche sitzt und Sprechstunden hält, sondern auf dem Wege ist, so heißt bei ihm bleiben: Ihm nachfolgen!«“

Martin Greschat hatte es in der von ihm herausgegebenen Reihe „Gestalten der Kirchengeschichte“ selbst übernommen, Martin Niemöllers Lebensporträt zu schreiben. … Mehr