Württembergisches Gebet gegen die Tierquälerei von 1850: „Liebreicher Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, Du erbarmst dich aller deiner Werke und schonest aller; denn sie sind dein, o Herr, du Liebhaber des Lebens. Du tust deine milde Hand auf und erfüllst alles, was lebt, mit Wohlgefallen; du hilfst beiden, Menschen und Vieh; du gibst dem Vieh sein Futter und bereitest dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu dir rufen. Steure allen Ärgernissen der Rohheit und Hartherzigkeit, und lass Mitleid und Erbarmen wohnen unter uns, dass deiner Güte sich freuen beide, Menschen und Tiere, bis auf den großen Tag, da du auch die Kreatur frei machen wirst von dem Dienste des vergänglichen Wesens und deine Geschöpfe erlösen von allem Übel. Amen.“

Das Kirchenbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, 1850 in der zweiten Auflage im Verlag der Chr. Belser’schen Buchhandlung erschienen, … Mehr

Martin Luther über die Erbsünde in seiner Auslegung zu Psalm 51,7: „Dieser Spruch von der Erbsünde ist einer der herrlichen Sprüche, die die Vernunft nicht versteht. Man lernt ihn aber, gleichwie andre Stücke, aus dem Gesetz und den Verheißungen Got­tes. Von den Aposteln ist es aber allein Paulus, der diesen Spruch ausdrücklich und aus­führ­lich mit großem Ernst behandelt hat. […] Und diese Lehre ist in der Kirche Gottes auch höchst nötig.“

In seine Vorlesung über Psalm 51 von 1532 skizziert Martin Luther bei der Auslegung von Vers 7 die evangelische Lehre … Mehr

Martin Niemöller, Was schuldet der Christ dem Staat heute? (1957): „Der Staat, der sich selbst zum Zweck macht, der sich selber verabsolutiert, der Staat, der zur Totalität und zur Omnipotenz strebt, der richtet sich selbst zugrunde und zugleich die Menschen, die — was Recht und Frieden angeht — seiner Sorge anvertraut sind. Gott will nicht, dass der Staat an seine Stelle tritt und sich zum Gott macht; das ist Majestätsbeleidigung, das ist das crimen laesae majestatis, denn Gott duldet keine Usurpatoren, keine Konkurrenten. — So schuldet es der Christ dem Staat heute, ihn nicht nur an seinen Auftrag, sondern auch an seine Grenzen zu erinnern, weil der Staat, der seine Grenzen nicht erkennt und anerkennt, nicht nur sich selber, sondern auch seine Menschen tödlich gefährdet, und der Christ kann ja nicht im Blick auf die Menschen, d. h. auf die anderen erklären: ‚Soll ich meines Bruders Hüter sein?‘. Er ist es, oder er verleugnet sein Christsein.“

Auf Einladung der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin (Ost) hielt Martin Niemöller am 24. Mai 1957 im Auditorium Maximum vor … Mehr

Wilhelm Löhe, Israelgebet (1858): „O Herr, der du dein Volk willst setzen in die Mitte der Völker, auf dass dein Licht ausgehe von Zion und aufs neue ausbreche von deinem Tempel der schöne Glanz des Herrn. Sei gnädig deinen Kindern aus den Heiden und baue dir in Bälde aus Juden und Heiden einen geistli­chen unvergänglichen Tempel zu deinem Preise. O Herr, der du wirst einen neuen Himmel und eine neue Erde bauen, auf welcher Israel mit deinen Völkern in Gerechtigkeit und Friede wohnen wird, auf welcher du bei ihnen wohnen und sie deine Völker sein werden, und dir selbst Gott mit ihnen ihr Gott.“

Ein bemerkenswertes Gebet für Israel, das die christliche Sympathie zur Sprache bringt, hatte Wilhelm Löhe 1858 für den mittwöchlichen Abendgottesdienst … Mehr

Wilhelm Groß über die bildende Kunst als Verkündigung (1955): „Wir sollen ja dem großen Bildhauer Gott als geschickte Werkzeuge dienen. Beim Arbeiten an einem kreuztragenden Christus in hartem Eichenholz brach mir ein wertvolles Werkzeug zur Hälfte ab. Traurig tat ich den Stumpf beiseite und habe ihn jahrelang nicht beachtet, bis ich ihn eines Tages wieder zur Hand nahm, das beschädigte Stück Stahl entfernen und den Stumpf wieder neu anschleifen ließ. Und siehe da, dies kurze, unansehnliche Eisen ist eines meiner Lieblingswerkzeuge geworden. Gott der Herr arbeitet nur mit zerbrochenen Werkzeugen.“

Nachdem der Bildhauer Wilhelm Groß 1953 die theologische Ehrendoktorwürde der Universität Heidelbergs erhalten hatte, hielt er dort im Mai 1955 … Mehr