Adrian Schenker über das Sprichwort ‚Die Väter essen saure Trauben und den Söhnen werden die Zähne stumpf‘ in Ezechiel 18,2 (1981): „Wie Sprichwörter von Natur aus meistens keine kritische Funktion haben, sondern eher neutral und ohne Werturteil der Welt Lauf, wie er eben ist, in eine Sentenz einfangen, so auch hier in diesem Maschal: die Vergangenheit stutzt der Gegenwart die Flügel. Die Israeliten sind realistisch genug, dieses Gesetz an­zuerkennen, weit entfernt sich dagegen prometheisch oder zynisch aufzulehnen. Für sie ist damit kein Theodizeeproblem verbunden; es sind nicht die Israeliten, die sich hier an einem Problem stoßen, es ist vielmehr JHWH, der diesem Gesetz widerspricht!“

Der Sinn des Sprichwortes „Die Väter essen saure Trauben und den Söhnen werden die Zähne stumpf“ in Ezechiel 18,2 Von … Mehr

Fridolin Stier wider die theologische Domestizierung der Bibel: „Die Bibel ist mehr: lebendige Stimme, Anrede, Aufruf des Menschen zur Umkehr, Umdenken fordernd und Aufbruch, Unruhe stiftend, drängend auf Wandlung. Das ‚Wort Got­tes‘, das sie fortlautend bezeugt, bricht aufscheuchend in die Menschen­welt ein, wie der Wolf in die Herde der Lämmer.“

Sie halten der Bibel Schalldämpfer vor den Mund Von Fridolin Stier Was ist denn noch alles zu tun, um das … Mehr

Eugen Rosenstock-Huessy, Das Versagen des Namens (Soziologie, 1925): „Der Name ist der Strohhalm, an den sich das ertrinkende Leben klammert, damit ich es rette, damit ich es mir, gerade weil es Abschied genommen hat, ins Gedächtnis zurückrufen kann. Über die Brücke des Namens treten die Mächte des gesichtlichen Lebens in mein Bewußtsein.“

Das Versagen des Namens Von Eugen Rosenstock-Huessy Man hört jetzt oft in Gesprächen, schriftlich oder mündlich jemand sagen: „Das muß … Mehr

Karl Barth über die Allmacht und die Hand Gottes (Das Glaubensbekenntnis der Kirche, 1943): „Gott ver­fügt über die Menschen, er regiert und leitet sie. Ebenso wie er der wahre Vater ist, ist er auch der, der die wahren Hände hat. Wir müssen uns hüten vor jenem idealistischen Spiritualismus, der uns sagen läßt: Gott ist zu sehr Geist, um Hände zu haben. Nein, er hat Hände, und zwar die wahren Hände (und keine Klauen wie die unsrigen …).“

Über die Allmacht und die Hand Gottes Von Karl Barth Zwischen Oktober 1940 und Januar 1943 hielt Karl Barth in … Mehr

Pfarrer Wolfgang Niederstraßers Schuldbekenntnis zum kirchlichen Versagen im Nationalsozialismus (1946): „Im Blick auf die vergangenen Jahre und das Gottesgericht im Kriegsende, glaube ich urteilen zu müssen, dass auch wir, ich selber und wir alle, unermessliche Schuld tragen vor unserem Volke und vor Gott. – Wir sind dem Staate unbrüderlich, unchristlich und lieblos begegnet, sofern wir aus Angst vor seinen Machtmitteln den Anspruch Gottes an unser Volk nicht eindeutig genug aufgerichtet haben, und wir haben für unsere eigene Entscheidung und Haltung die Grundlage unserer reformatorischen Kirche, das Handeln allein aus dem Worte, weithin verlassen. Hesekiel 33,1ff ist uns allen zum besonderen Gerichtswort geworden. Das Blut derer, die ungewarnt um ihrer Sünde willen sterben, wird von unserer Hand gefordert. So ist denn die Buße, die wir heute unserm Volke predigen müssen, uns selber – mir und uns allen – am nötigsten, nicht aber der Erweis unserer ‚Gerechtigkeit‘ mittels Daten einzelner politischer Verfolgungen, die nicht charakteristisch sind für uns!“

Es ist Björn Mensing zu verdanken, dass der Widerstand gegen das NS-Regime und die KZ-Inhaftierung des Pfarrers Wolfgang Niederstraßer (1907-1981) … Mehr

Paul Tillich, Das Rätsel der Ungleichheit. Über Markus 4,25: „Wir können das Rätsel der Ungleichheit nicht lösen, so­lange wir in unserer Abgetrenntheit von den anderen darnach suchen. Aber in der göttlichen Teilhabe an dem Leben eines jeden von uns und an dem Leben aller Wesen ist es auf ewig gelöst. Die Gewißheit, daß das Göttliche in allem gegenwärtig ist, gibt uns den Mut, das Rätsel der Ungleichheit zu ertragen, obwohl unser endlicher Verstand es nicht zu lösen vermag.“

Das Rätsel der Ungleichheit Von Paul Tillich Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, von dem … Mehr