Claus Westermann, Ruf aus der Tiefe (1976): „Die Klage ist die Sprache des Leides. Leid muss sich aussprechen können, es muss sich auch Gott gegenüber aussprechen können. Darum gehört die Klage not­wendig zum Reden des Menschen zu Gott. Klage aber ist nicht einfach identisch mit Schrei. Schrei ist der un­mittelbare Reflex des Schmerzes oder der Angst, der als solcher nicht artikuliert zu sein braucht. Es ist ein Reflex kreatürlicher Art, der dem Menschen mit vielen Tieren gemeinsam ist. Die Klage ist im Unterschied zum Schrei artikuliert, in der Klage wird der Schrei zur Sprache.“

Ruf aus der Tiefe Von Claus Westermann Der Schrei der Unterdrückten in den Psalmen Das Loben Gottes in den Psalmen … Mehr

Von der Theologie. Die Kunst der guten Gottesrede in Entsprechung zur gelesenen SCHRIFT: „Demzufolge ist die Theologie keine theoretische Wissenschaft, sondern eine poie­tische Kunst, die auf Glauben aus ist. Sie folgt der gelesenen SCHRIFT und kann damit kein metaphysisch gehaltenes Gotteswissen sein, das von einem gedachten Gott ausgeht. Die Theologie ist eine reguläre Kunst und keine apodeiktische Wissenschaft. Sie referiert kein allgemeingültiges Wissen des Unveränderlich-Notwendigen. Stattdessen zeigt sie sich als regelgeleitetes Vermögen, ein kontingentes, so als auch anders mögliches Kunstwerk, nämlich die gute Gottesrede zu bewirken.“

Nachdem meine Dissertationsschrift out of print ist, hier der Text: Von der Theologie. Die Kunst der guten Gottesrede in Entsprechung … Mehr

Edmund Schlink, Thesen über Theologie und Naturwissenschaften (1947): „Wie die Religionsgeschichte und Philosophie kann auch die Beschäftigung mit den Naturwissenschaften für die Theologie eine Hilfe sein, die Verborgenheit des Wortes im Fleisch, d. h. die Verborgenheit der Offenbarung in Vorstellungsinhalten der Weltbilder menschlicher Geschichte immer wieder aufs Neue zu erkennen.“

Thesen über Theologie und Naturwissenschaften Von Edmund Schlink I. 1. Die Theologie bezeugt aus Grund der Heiligen Schrift und unter … Mehr