Lebens- und Sterbensgebet des Frankfurter Arztes Johann Christian Senckenberg im Nachlass Johann Wolfgang von Goethes: „Ich weiß, wie Du mich bis hierher in Deinem Sohn Jesu Christo geliebt hast; so wirst Du auch ferner mich lieben, beraten, leiten und führen bis an mein Ende und in der Zeit, also auch in der Ewigkeit, wohl versorgen. Denn Du kannst nichts anderes als Gutes tun. Fahre nun hin, meine Seele, in vollem Glauben und Vertrauen auf eine gewisse selige Ewigkeit. Denn Du hast einen guten Herrn, der alles vermag, der unendlich gütig ist, der sein Wort hält, und den Du vor langen Jahren her kennst und dessen Güte Du geschmeckt und erfahren hast. Er kann, er will, er wird Dich nicht verlassen. O, wie ruhig, o, wie fröhlich verlasse ich diese elende Welt, da ich weiß, dass mir etwas Besseres beigelegt ist in dem Lande der Lebendigen. Da werde ich meinen Gott und Herrn näher kennen lernen.“

Lebens- und Sterbensgebet Von Johann Christian Senckenberg Drei Jahre vor seinem Tod hatte der bekannte, pietistisch geprägte Frankfurter Arzt Johann…

Adolf Schlatters unsägliche antisemitische Äußerungen aus seiner Schrift „Wird der Jude über uns siegen?“ von 1935: „Während der Weihnachtszeit sieht Deutschland seltsam aus. Nun marschieren zahlreiche und überzeugte Deutsche auf einmal Arm in Arm mit der Judenschaft. Aus dem Reichstag und der Universität, aus Amtsstube, Theater und Zeitung haben wir die Juden verdrängt. Nun aber gewähren wir ihnen für ihr wichtigstes Anliegen unsere Unterstützung. … Es ist freilich möglich, dass der Jude zunächst einen machtvollen Sieg über uns gewinnt; aber dieser Sieg wird nicht endgültig sein. Denn den Glauben an Gott hat nicht der Jude in die Welt gebracht, und ebensowenig können die Juden und Judengenossen ihn zerstören. Sie können dies nicht, weil sie nicht ungeschehen machen können, daß der Christus in die Welt gekommen ist.“

Adolf Schlatters antisemitische Äußerungen aus seiner Schrift „Wird der Jude über uns siegen?“ Man hält den Atem an, wenn man…

Hans Joachim Iwand, Die Kirche und die Juden (1951): „Es bleibt nach Römer 9-11 bestehen, dass wir als Heidenkirche die Zweige sind und das Volk Israel das Volk der Erwählung ist. Es bleibt nach diesem Abschnitt des Römerbriefes gewiss, dass jede Über­hebung der Zweige über die Wurzel diese selbst unter das Gericht Gottes bringt. Es mag schwer sein, im Blick auf das Jesus – noch nicht – als den Christus anerkennende Volk Israel zu glauben, dass die christliche Kirche und dieses Volk zusammengehören und nach Gottes Ratschluß ein Ganzes sind, aber wenn wir nicht lernen, an die Kirche zu glauben, gerade im Blick auf Israel, dann werden wir das Geheimnis der göttlichen Erwählung, in das auch das der – zeitweisen – Verwerfung eingeschlossen ist, nicht verstehen und statt der auf dieser Erwählung ruhenden Universalkirche ethnisierende Volkskirchen schaffen.“

Die Kirche und die Juden Von Hans Joachim Iwand Es läßt sich nun einmal nicht leugnen, daß die Kirche in…

Friedrich Schleiermacher, Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern (1799): „Religion ist nur das unmittelbare Gefühl der Abhängigkeit des Menschen von Gott; es ist noch nicht durch den Begriff hindurch gegangen, sondern nur im Gefühl erwachsen. Das Gemüth ist wie der Sitz, so die nächste Welt der Religion. Daher muss alles Handeln und Thun ein religiöses werden. Die Offenbarung ist keine von obenher gekommene, ausserordentliche Mittheilung, sondern das Bewusstwerden des eigenen innersten Lebens und einer neuen Anschauung des Unendlichen.“

Über die Bedeutung von Schleiermachers Religionsschrift muss man keine Worte verlieren. Was jedoch fehlt, ist eine vollständige und zitationsfähige Online-Ausgabe…

„Der Herr ist mein Hirte“ – eine kurze Meditation über Psalm 23 mit versweiser Auslegung: „Im dunklen Tal wandern, wo bedrückendes Felsgestein weder Aussicht noch Ausweg gewährt, heißt weitergehen müssen. Aber auch da zeigt sich dieses Gottvertrauen: Du bist bei mir, berührst mich, tröstest mich und führst mich heraus aus diesem Tal mit seinen Todesschatten. So tut sich am Ende für mein Leben eine unverhoffte Aussicht auf, die Unheil und Bedrängnis hinter sich lässt: ‚Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.‘ In weiter Landschaft empfängt der HERR den Beter fürstlich, erweist sich als Gastgeber des guten Lebens.“

Für viele sind die Worte des Psalms 23 vertraute Worte: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Wo … Mehr