Walter Jens‘ Rezension von Fridolin Stiers Übersetzung des Markus-Evangeliums (1965): „Doch das sind kleine Monenda, Unebenheiten, die nur der mit Nachdruck hervorheben muss, dem, wie mir, diese Übersetzung vom Geist Martin Luthers, von seiner Kenntnis und von seiner Wortgewalt, erfüllt zu sein scheint. Und wieviel theologische Gelehrsamkeit wurde hier eingedeutscht, ohne die Worte des Schriftstellers Markus explikativ zu erweitern! Welcher Laie schließlich weiß schon, dass Jesus, auf Pilatus’ Frage, ob er der König der Juden sei, nicht du sagst es im Sinne von ‚ja‘, sondern das sagst DU antwortet? Theologen und Laien gemeinsam aber haben Grund sich zu freuen; denn es ist keine Kleinigkeit, ein Stück Weltliteratur, ein Evangelium zum ersten Mal in wortwörtlicher Treue lesen zu können.“

Fridolin Stiers Das Neuen Testament, 1989 aus dem Nachlass von Eleonore Beck, Gabriele Miller und Eugen Sitarz herausgegeben, ist als…

Karl Barths Abschiedspredigt in Safenwil vom 9. Oktober 1921 über 1. Petrus 1,24-25: „Ihr könntet mir sagen, ich sei ein allzu einsamer Mann gewesen, ich sei zu wenig in die Häu­ser und unter die Leute gegangen. Ihr könntet mir zurufen, was ja in einer Zeitung gestanden hat: Er verstand seine Gemeindegenossen nicht, und sie verstanden ihn nicht. Und ich müsste euch zugeben: ja, daran ist etwas, und ich weiss, dass es nicht so hätte sein sollen. Aber was hat mich denn in die Einsamkeit getrieben? Wer hat mir denn etwa das abgenommen, was ich sagen wollte? Wer hat, mich denn verstehen wollen, auch dann, wenn ich mir alle Mühe gab, ihn zu verstehen? Und wieder würden wir wahrscheinlich quitt und könnten nur sagen: Alles Fleisch ist wie Gras.“

Das war’s. Karl Barths gottesdienstlicher Abschied als Pfarrer der reformierten Kirchgemeinde in Safenwil stand für Sonntag, den 9. Oktober 1921…

Hans-Georg Gadamer über den Tod als menschliche Frage: „Während eine ruhig herabbrennende Kerze, von dem Wind der Zeit hin- und herbewegt, zwischen Verdunkelung und neu ansteigender Helligkeit hin- und herschwankt, scheint das Flackern der verlöschenden Kerze zuweilen noch ein klein wenig mehr Helligkeit zu verbreiten als das der ruhig abbrennenden: Die Unbegreiflichkeit des Todes ist der höchste Triumph des Lebens.“

Über den Tod als menschliche Frage Von Hans-Georg Gadamer Anschaulich und hintergründig hatte sich Hans-Georg Gadamer 1975 in seinem Aufsatz…