Martin Buber, Vertrauen (1926): „Einem Menschen vertrauen heißt, an die Wahrheit glauben, der man dienen kann, an die Wahrheit, die nicht von unsern Gnaden, sondern von deren Gnaden wir bestehn. An Menschen glauben, daraus bündelt sich zu allen Zeiten und in allen Völkern der große Fascio der Heiden – Menschen vertrauen, daraus wächst zu allen Zeiten und in allen Völkern der »heilige Stamm« Israels. Ich sehe immer deutlicher unsern rechten Weg dahin, daß an die Stelle des »Glaubens« an Menschen das Vertrauen trete. Wir brauchen Führer. Aber wir brauchen Führer, denen wir nicht um ihretwillen folgen, sondern um ihrer Dienstherrin, um ihres Dienstherrn willen – wie immer sie ihn nennen: an ihrer Dienstart erkennen wir, daß es der rechte ist. Und geht ihnen die Fähigkeit ab, mit aufrührendem oder anordnendem Wort sicher und sicherheitweckend die Menge zu bewegen, sie vermögen das Unscheinbare und Wichtigste: das Raten, das Mahnen, das Weisen. Sie stellen uns immer wieder vor die strengen Strahlen der Wahrheit. Sie führen, indem sie lehren. Ihrer ist die heimliche Weltgeschichte.“

Vertrauen Von Martin Buber Es gibt zwei Gattungen führerischer Menschen. Von dem einen sagt man: »Ich glaube an ihn«. Von … Mehr

Eberhard Jüngels Predigt über Psalm 46 von 1998: „Genau dazu will uns der 46. Psalm ermutigen: dass wir glaubend über uns hinausfahren, dass wir glaubend hingerissen werden von Gott und zu Gott, dass wir glaubend außer uns geraten in die herrliche Ekstase der Freiheit. Und wenn wir singen, liebe Gemeinde, wenn wir singend unsere Herzen zu Gott erheben, dann ist das zumindest ein Anfang, ein kleiner Anfang einer großen Freiheit.“

Predigt über Psalm 46 Von Eberhard Jüngel, Tübingen Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem … Mehr

Eberhard Jüngel, Was ist »das unterscheidend Christliche«?: „Der christliche Glaube ist diejenige menschliche Einstellung zu Gott, in der sich der Mensch darauf verlässt, dass Gott Mensch ge­worden ist und bleibt, damit der Mensch menschlich sein und immer menschlicher werden kann. Kürzer: das Wesen des christlichen Glau­bens ist die rechte Unterscheidung zwischen Gott und Mensch, nämlich zwischen einem menschlichen Gott und einem immer menschlicher wer­denden Menschen. Und man muss hinzufügen, dass der christliche Glaube über diese Unterscheidung von Gott und Mensch froh ist, weil es dem Menschen und seiner Welt wohltut, dass der Mensch kein Gott ist und sein wollen muß. — Insofern kann man noch kürzer sagen: das Wesen des christlichen Glaubens ist Freude an Gott und deshalb Sorge für eine menschlichere Welt.“

Was ist »das unterscheidend Christliche«? Von Eberhard Jüngel I. Früher antwortete nun auf diese Frage mit dem Glaubensbekenntnis und dazu … Mehr

Unfreiwillig und ungezwungen – der Glaube, das Evangelium und die guten Werke: „Das macht nämlich wahres Vertrauen aus: ein Geschehen, das mir zugutekommt. Ich ent­scheide eben nicht, ob und wem ich wirklich vertraue, sondern lebensentscheidendes Gesche­hen lässt mich vertrauen. Sobald ich jedoch meinen Glauben im Sinne einer eigenen Glau­bensentscheidung verstünde, wäre ich im Glauben selbst am Werk und müsste ihn durch wei­tere Schritte des Glaubens mir jeweils neu rechtfertigen.“

Der unfreiwillige Glaube, das Evangelium und die guten Werke Luthers Auslegung des dritten Glaubensartikels aus seinem Kleinen Katechismus hat es … Mehr