Zu Dietrich Bonhoeffers Plädoyer für eine nicht-religiöse Interpretation biblischer Begriffe: „Ein religionsloses Christentum stellt das Evangelium Jesu Christi als eigensinnige Botschaft vor. An Stelle einer hermeneutischen Transformation der Botschaft tritt die narrative Invitation in das Evangelium: Menschen sollen in die Namensgeschichte des Gottes und seines Sohnes Jesus Christus hineingenommen werden.“

Zu Dietrich Bonhoeffers Plädoyer für ein religionsloses Christentum bzw. für eine nicht-religiöse Interpretation biblischer Begriffe Dietrich Bonhoeffers Plädoyer für ein…

Karl Barths Predigt über den Guten Hirten (Johannes 10,11-13) vom April 1934: „Der Mensch, der sein eigener Herr ist, ist nur ein kümmerlicher Stellvertreter seines wirklichen Herrn. Darum sind wir in seinen Händen nicht gut aufgehoben. Es mag alles scheinbar gut gehen unter dieser Herrschaft, bis es ums Ganze geht. Geht es ums Ganze, bricht die letzte Gefahr herein, dann zeigt es sich, was das bedeutet, dass der Mensch nicht sich selber gehört, dann wird er sich selbst untreu. Reicher, starker, lebendiger Mensch! Du schaffst Vieles, aber dieses Eine wirst du nicht schaffen, du wirst dich selber dort, wo es wirklich nötig wäre – alles Andere ist ja vielleicht noch gar keine wirkliche Not gewesen –, nicht erretten.“

Sechs Wochen vor der Barmer Bekenntnissynode predigte Karl Barth am 15. April 1934 in der deutschsprachigen lutherischen Christuskirche in Paris…

Wilhelm Kamlah über die Widerfahrnis (Philosophischen Anthropologie, 1972): „Unser aller Leben ist eingespannt zwischen den Widerfahrnissen Geburt und Tod. Gleichsam das erste und das letzte Wort hat für uns nicht unser eigenes Handeln. Aber auch, wenn wir handeln, widerfährt uns stets etwas. Es gibt Widerfahrnisse ohne Handeln, aber es gibt kein pures Handeln. Auch ein so mächtiges Handeln wie das sogenannte ’schöpferische‘ ist doch stets auf vorgegebene Bedingungen angewiesen und Störungen ausgesetzt, so dass es mehr oder weniger oder gar nicht ‚gelingt‘. Handlungen führen zum Erfolg oder zum Mißerfolg oder auch zu unerwarteten Neben­folgen.“

„Widerfahrnis“ ist kein geläufiger anthropologischer Begriff, obwohl er das aufnimmt, was in der klassischen griechischen Philosophie mit páthos bezeichnet wird.…

Jürgen Moltmann über die Auferstehung Jesu (2019): „Das Grab war leer, sonst hätten die Jünger die Auferstehung Jesu Christi nicht verkündigen können. In Jerusalem hätten die Juden darauf verwiesen: Da liegt er doch im Grab, er ist nicht auferstanden. Der Leichnam wurde auferweckt und ist wieder lebendig geworden. Jesus ist also der gleiche Mensch, der er vorher war. Sonst hätten die Jünger ihn nicht erkannt. Und sie erkennen ihn an seiner Stimme und an den Wundmalen. Jesus ist in der ersten Gegenwart den Jüngern erschienen und in der zweiten Gegenwart uns. Im Wort der Verkündigung und im Sakrament ist er gegenwärtig.  Für mich bedeutet dies: im Ende der Anfang. Christi Ende war sein wahrer Anfang. Das erlebe ich mit meinen 92 Jahren immer wieder: Im Ende der Anfang. Das hab ich erlebt, als ich ohne Hoffnung war, in dem ersten Jahr meiner Gefan­genschaft nach dem 2. Weltkrieg. Da habe ich in meinem Ende den Anfang mit Christus erlebt.“

„Wage es, mit der Gewissheit der Auferstehung zu leben“ Ein Gespräch mit dem Tübinger Theologieprofessor Dr. Jürgen Moltmann über die…

Alfons Deissler über das Ethos des Alten Testaments: „Auf die bundeswillige personale Zukehr Gottes zum Menschen soll der Mensch (‚als Partner Gottes‘) antwortend sich verwirklichen in einem tätigen ‚Ja‘ zu JHWH u. damit ‚in, durch und mit JHWH‘ sich der Welt und der menschlichen Gemeinschaft zukehren in Gesinnung, Wort u. Tat. Damit werden ‚Weltdienst‘ und ‚Menschendienst‘ im Alten Testament in den Rang des ‚JHWH-Dienstes‘ er­hoben.“

Ethos des Alten Testaments Von Alfons Deissler Grundlegung Religionsgeschichtlich wird die „Existenz Israels vor JHWH“ mit Recht als „ethische Reli­gion“…