Eberhard Jüngels Oinotheologie (aus der RGG4): „Der syrische Über­setzer des Jesus Sirach hat denn auch, dessen Text unverfroren manipulie­rend, den Wein verwässert, als er aus dem hebräischen »dem Leben gleich zu achten ist der Wein« das syrische »dem Wasser gleich zu achten ist der Wein« machte. Wasser so gut wie Wein – schlimmer kann man den Wein nicht kränken! Und auch die Wahrheit nicht, die wohl im Wein, aber niemals im Wasser sein kann: auch dann nicht, wenn es stimmen sollte, dass das Wasser das Beste ist. Der Wein enthemmt, die Wahrheit macht frei. Deshalb bilden Wein und Wahrheit eine Syzy­gie, ein Zwillingspaar. Und was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“

Der Mitherausgeber der RGG4 Eberhard Jüngel hat es sich nicht nehmen lassen, einen oinotheologischen Beitrag „Wein und Wahrheit“ in der … Mehr

Fridolin Stier, Das Denkgemächt oder der Gott der Philosophen: „Als der Mensch Gott begegnet war, verschlug es ihm vor Schreck und Freude die Sprache, die nur mehr zu stammeln vermochte: Du … du … du. Aber da war etwas Starkes im Geiste des Menschen, das sich alsbald ermannte, aufstand und Gott bei der Hand nahm, um ihn auf der Steige der Steigerung, via eminentiae genannt, hoch, immer höher bis auf den Gipfel des höchsten, alle anderen Berge überragenden Berges zu führen. Unterwegs verlor Gott seine Hände und Füße, ein Glied um das andere, dann seinen Mund, seine Augen, seine Ohren, sein Herz – ein Organ um das andere, und mit dem Leib verlor Gott auch die Seele. Das gewisse Starke im Geist des Menschen vergeistigte/vergeistete alles Leib- und Seelhafte Gottes zu geistig Gemeintem.“

Fridolin Stier (1902-1981), katholischer Priester und westallgäuer Theologe, der in besonderer Weise der biblischen Denkungsart verpflichtet gewesen ist, hat in … Mehr

Jürgen Moltmann, Predigt zu 2. Korinther 13,13 über die Trinität (2009): „Die Christusgemeinschaft, Abba – lieber Va­ter –, die Lebenskräfte des Geistes – das ist die Gotteserfahrung im christlichen Glauben. Das ist die ganze Dreieinigkeit. Ich erfahre Gott in seiner Nähe als Liebe und den Heiligen Geist als meine Lebenskraft. Ich beginne, in der einzigartigen Ge­meinschaft von Jesus, dem Sohn Gottes, und Gott dem Va­ter Jesu Christi und dem Heiligen Geist zu leben. Ich glau­be gar nicht »an« den dreieinigen Gott, ich lebe und sterbe »in« dem dreieinigen Gott. Mit Christus lebe ich in Gott.“

In der Vakanzzeit der Tübinger Jakobusgemeinde infolge der Emeritierung von Karlfriedrich Schaller hatte Jürgen Moltmann 2009 am Sonntag Trinitatis über … Mehr

Eberhard Jüngel, Glauben heißt Vertrauen: „Im Glauben verlässt sich eine Person auf eine andere. Im Glauben wird ein Ich seiner selbst ledig, um sich bei einem anderen neu zu finden. Indem der Mensch dem rechtfertigenden Urteil Gottes glaubt, vertraut er diesem Gott, sagt er auf menschliche Weise Ja zu seiner eigenen Bejahtheit durch Gott. Und indem er so Ja sagt, verlässt er sich auf Gott, kommt er bei ihm in neuer Weise zu sich selbst und ist sich eben deshalb seines Gottes und seines eigenen Heils unüberbietbar gewiss. Glaube ist Heilsgewissheit.“

Glauben heisst Vertrauen. Über die Weisheit und den moralischen Sprengstoff der Rechtfertigungslehre Von Eberhard Jüngel «Weder der Abendstern noch der … Mehr

Jürgen Moltmann, Der Heilige Geist und die Theologie des Lebens: „Was von Gott durch Christus in die Welt gebracht wird, das ist mit dem Johannesevangelium einfach gesagt: Leben. »Ich lebe, und ihr sollt auch leben« (Joh 14,19). Denn der Heilige Geist ist die »Quelle des Lebens« und bringt Leben in die Welt; ganzes Leben, volles Leben, unbehindertes, unzerstörbares, ewiges Leben. Der schöpferische und lebendigmachende Gottesgeist bringt dieses ewig lebendige Leben schon hier vor dem Tod, nicht erst dann nach dem Tod, denn er bringt Christus in diese Welt, und Christus ist »die Auferstehung und das Leben« in Person.“

„Die Gabe und die Gegenwart des Heiligen Geistes ist das Größte und Wunderbarste, das uns, der menschlichen Gemeinschaft, allen lebendigen … Mehr

Jürgen Habermas Anfrage an die akademische Theologie: Wenn es doch so sei, dass die Wahrheitsansprüche der Religion nicht nur für eine Doktrin gelten, sondern religiöse Erkenntnis sich als religiöse Sozialisation vollziehe, als Nachfolge auf einem Heilsweg – warum, entkoppelten sich dann die Theologen zunehmend von der rituellen Praxis der Gemeinde?

Schade, leider nicht dabei gewesen. Also doch nur indirekte Rede aus der Feder von Christian Geyer über das, was Habermas … Mehr