Friedrich Schleiermachers Predigt am Grab seines Sohnes Nathanael 1829: „Wie ich immer nur habe sein wollen ein Diener des göttlichen Wortes in freudigem Geist und Sinne: warum denn hätte ich nicht glauben sollen, daß der Segen der christlichen Gemeinschaft sich auch an ihm bewähren würde, und daß durch christliche Erziehung ein unvergänglicher Same in ihm wäre niedergelegt worden? warum sollt ich nicht auch für ihn, selbst wenn er strauchelte, auf die gnädige Bewahrung Gottes hoffen?“

Am 21. November gedenken wir des 250. Geburtstags Friedrich Schleiermachers und am 10. Dezember des 50. Todestages Karl Barths. Beide … Mehr

Hans-Georg Gadamer, Die Erfahrung des Todes (1983): „Es sieht so aus, als ob die Verdrängung des Todes, wie sie zum Leben selbst gehört, von den Überlebenden auf eine ihnen selbstverständliche Weise wieder gutgemacht werden muß. Religiöser Glaube und reine Weltlichkeit kommen darin überein, die Majestät des Todes zu ehren. Die Angebote wissenschaftlicher Aufklärung finden an dem Mysterium des Lebens und des Sterbens eine unübersteigbare Grenze. Mehr noch, an dieser Grenze kommt eine wahre Solidarität aller Menschen miteinander zum Aus­druck, indem sie alle das Geheimnis als solches verteidigen. Wer lebt, kann den Tod nicht annehmen. Wer lebt, muss den Tod annehmen. Wir sind Grenzgänger zwischen Diesseits und Jenseits.“

Die Erfahrung des Todes Von Hans-Georg Gadamer Da war der eigene Tod noch mehr als 18 Jahre entfernt, als der … Mehr

Hans-Georg Gadamer über den Tod als menschliche Frage: „Während eine ruhig herabbrennende Kerze, von dem Wind der Zeit hin- und herbewegt, zwischen Verdunkelung und neu ansteigender Helligkeit hin- und herschwankt, scheint das Flackern der verlöschenden Kerze zuweilen noch ein klein wenig mehr Helligkeit zu verbreiten als das der ruhig abbrennenden: Die Unbegreiflichkeit des Todes ist der höchste Triumph des Lebens.“

Über den Tod als menschliche Frage Von Hans-Georg Gadamer Anschaulich und hintergründig hatte sich Hans-Georg Gadamer 1975 in seinem Aufsatz … Mehr

Helmut Merkleins letzter Predigt über Matthäus 14,22-33: „Unser ganzes Leben ist eine Fahrt über das Wasser. Wir leben ständig am Rande des Chaos und des Todes. Wir bemerken das meistens nur nicht. Aber hin und wieder wird uns unser Grenzgang zwischen Tod und Leben bewusst. Wenn unsere Welt, die wir uns so schön zurechtgelegt haben, zerbricht. Wenn Krisen in den Beziehungen auftreten. Wenn wir hilflos und machtlos unser Leben nicht mehr gestalten können, wie wir es eigentlich wollen. Wenn schwere Krankheit uns überfällt.“

Da weiß der katholische Professor für die Exegese des Neuen Testaments Helmut Merklein (1940-1999), dass die Krebserkrankung ihn an das … Mehr

Lebens- und Sterbensgebet des Frankfurter Arztes Johann Christian Senckenberg im Nachlass Johann Wolfgang von Goethes: „Ich weiß, wie Du mich bis hierher in Deinem Sohn Jesu Christo geliebt hast; so wirst Du auch ferner mich lieben, beraten, leiten und führen bis an mein Ende und in der Zeit, also auch in der Ewigkeit, wohl versorgen. Denn Du kannst nichts anderes als Gutes tun. Fahre nun hin, meine Seele, in vollem Glauben und Vertrauen auf eine gewisse selige Ewigkeit. Denn Du hast einen guten Herrn, der alles vermag, der unendlich gütig ist, der sein Wort hält, und den Du vor langen Jahren her kennst und dessen Güte Du geschmeckt und erfahren hast. Er kann, er will, er wird Dich nicht verlassen. O, wie ruhig, o, wie fröhlich verlasse ich diese elende Welt, da ich weiß, dass mir etwas Besseres beigelegt ist in dem Lande der Lebendigen. Da werde ich meinen Gott und Herrn näher kennen lernen.“

Lebens- und Sterbensgebet Von Johann Christian Senckenberg Drei Jahre vor seinem Tod hatte der bekannte, pietistisch geprägte Frankfurter Arzt Johann … Mehr