Walter Brueggemann, Gespräche unter Exilanten (Conversations Among Exiles), 1997: „Menschen wie wir scheuen vor der Heiligkeit zurück, weil sie Angst vor Prahlerei oder selbstgerechter Pünktlichkeit haben. Aber in dieser dringenden Situation zuckten die Priester nicht zurück. Ohne sich zu schämen, verkündeten sie Gottes Ruf: „Ich bin der Herr, euer Gott; darum heiligt euch und seid heilig. Ihr sollt euch nicht verunreinigen. … Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (Lev. 11,44-45).“

Wie von einem close reading des Alten Testaments her sowohl kirchlich wie auch gesellschaftlich interveniert werden kann, darauf versteht sich … Mehr

Die Auferweckung von den Toten als ethische Revolution: „In Verbindung mit dem jüngsten Gericht wird der Verstorbene aus dem familiären Lebensgefüge herausgenommen. Das Leben der vom Tod Auferweckten ist auf Jesus Christus ausgerichtet und lässt familiäre Verbindungen und Verpflichtungen dabei hinfällig werden.“

Die Auferweckung von den Toten als ethische Revolution Jesu Antwort auf die Sadduzäer-Frage nach der Wirklichkeit der Auferstehung (Mk 12,18-27; … Mehr

Zum Heilsdrama Jesu Christi: „Hingenommen mit Leib und Seele, selbst auf die Bühne gestellt, so mitsprechen, als wäre man selbstgewiss als Gotteskind dabei. Nicht von oben herabsehen, was das alles soll, nicht skeptisch sich abwenden, weil es mir nicht das zu sagen scheint, was mir selbst als Sinn des Lebens in den Sinn kommt, als ob es für mich ganz und gar wirklich wäre – dieses Schauspiel.“

Zum Heilsdrama Jesu Christi Man stelle es sich vor, als ob es nur ein Schauspiel wäre, das Heilsdrama Jesu Christi, … Mehr

Martha Sonntag, Biographische Notiz über Fridolin Stier (1902-1981): „Im Herbst 1980, als er in der medizinischen Klinik letzte Versuche der Ärzte gegen die Leukämie über sich ergehen ließ, antwortete er auf die Frage nach den Schmerzen: „Ich habe keine Schmerzen, aber es ist ein schmerzhafter Zu­stand.“ Er sprach nicht vom Tod, aber er wusste trotz ärztli­cher Vertröstungen um sein Herannahen. Oft wollte er allein sein; er erzählte uns die Geschichte von dem alten Hofhund daheim, der sich versteckte, als er seinen Tod kommen fühlte.“

Biographische Notiz über Fridolin Stier (1902-1981) Von Martha Sonntag Als Studenten besuchten wir Fridolin Stier eines Tages wäh­rend der Sommerferien … Mehr

Rudolf Bohren, Die Bibel und der moderne Mensch (1955): „Die Bibel ist Brot. Brot will gegessen werden. Wenn abergläubische Bau­ern ein Blatt des Evangeliums zerrieben und unter den ersten Brei misch­ten, den sie dem Kind eingaben, so zeigt sich hier bei aller Verkehrtheit die richtige Einsicht: die Bibel muss gegessen werden. Wir wollen uns diesen banalen Vorgang des Essens vergegenwärtigen, um damit den geistigen Vorgang des Bibellesens besser zu verstehen.“

Die Bibel und der moderne Mensch Von Pfarrer Dr. Rudolf Bohren Im Berneroberland gibt es eine Bar: links vom Eingang … Mehr

Artur Weiser, Kommentar zu Hiob 2,1-13 (ATD): „Sie mussten ihr erbärmliches Dasein auf dem Schutthaufen (mazbala) fristen, der sich außerhalb des Dorfes erhob. Dort finden wir den Hiob in der Asche sitzend, eine aufgelesene Scherbe in der Hand, mit der er sich die juckende eiternde Haut schabt; dieser Hiob ist ein Bild des Jammers, und doch gerade in seinem Jammer der Zeuge zu Gottes Ehre. Ein Bild, das den tiefen Sinn des gesamten Hiobbuches — noch unentfaltet — in sich schließt.“

Kommentar zu Hiob 2,1-13 Von Artur Weiser 2,1-6 Die zweite Wette im Himmel. Durch die Bewährung Hiobs ist Gott gerechtfertigt. … Mehr

Heinrich Groß, Kommentar zu Hiob 1 und 2 (NEB): „Satan gibt sein Spiel so schnell nicht auf und verloren. Er setzt neu ein. Dabei benutzt er ein im Be­duinenhandel gebräuchliches Sprich­wort. »Haut um Haut« ist Ausdruck der talio und damit der ausgleichen­den Gerechtigkeit; es zeichnet auf derbe Weise den Menschen in sei­nem urtümlichen Selbsterhaltungs­trieb. Alles ist ihm feil für seine Haut; in seinem innersten Wesen verhält der Mensch sich demzufolge sehr egoistisch. Erst wenn es ihm an die Haut geht, zeigt er, was wirklich in ihm ist.“

Kommentar zu Ijob 1,1-2,13 Von Heinrich Groß Das 42 Kapitel umfassende Ijob-Buch wird durch einen Bericht über die Titelgestalt, der … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Bibelarbeit über Versuchung (1938): „Der Geist lehrt uns, dass die Zeit der Versuchungen noch nicht zu Ende ist, sondern dass den Seinen die schwerste Versuchung noch bevorsteht. Aber er verheißt uns auch: ‚Dieweil du bewahrt hast das Wort meiner Geduld, will ich dich auch bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald‘ (Offb 3, 10f). So beten wir wie Jesus Christus uns gelehrt hat zum Vater im Himmel: ‚führe uns nicht in Versuchung‘ und wissen, dass unser Gebet erhört ist, denn alle Versuchung ist in Jesus Christus überwunden für alle Zeit bis ans Ende.“

Bibelarbeit über Versuchung (20.-25. Juni 1938) Von Dietrich Bonhoeffer Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. … Mehr