Friedrich Mildenberger über Gottes Heilsplan unter biblischen Vorzeichen: „Da ist es der Herr selbst, der den Mose in der Nacht überfällt und ihn töten will. Seine Frau Zippora schafft es, mit der Beschneidung ihres Sohnes den Zorn dieses Gottes oder bösen Dämons zu besänftigen, so dass er von seinem Vorhaben absteht. Das ist seltsam archaisch und passt weder zu dem Gottesverständnis noch zu dem Erzählfluß, der doch davon redet, wie Mose seiner Beauftragung nachkommt. Aber es gehört anscheinend zur Eigentümlichkeit des biblischen Redens von Erwählung, dass da auch immer wieder von einer Bedrohung der Erwählten die Rede ist, die von dem erwählenden Gott ausgeht.“

In seinem Beitrag zu den von Ernstpeter Maurer herausgegebenen Grundlinien der Dogmatik, einer Festgabe aus Anlass des 70. Geburtstags von … Mehr

Michael Welker über Engel: „Während Menschen sich durch Boten gleichsam vervielfachen, an mehreren Orten zugleich präsent werden können, bedeutet Gottes Gegenwart in den Engeln eine Selbstzurücknahme, eine Selbstverendlichung. Der allgegenwärtige Gott zieht sich in die­ser Offenbarung zusam­men, konzentriert sich auf eine geschöpfliche Situation. Diese Selbstverendlichung Gottes wird nie auf Dauer gestellt und nie konkret wiederholt. Deshalb ist es den Engeln wesentlich, zu verschwinden und nicht wiederzukom­men. Engel werden nicht sesshaft und sterben nicht. Sie sind nicht »natürlich« im Sinne von naturwissenschaftlich faßbaren und meßbaren Sachverhalten. Ihre Realität ist die des einmaligen Ereignisses.“

Das dürfte wohl immer noch der klügste Lexikonartikel in Sachen Engel sein, den Michael Welker im Anschluss an seinen Aufsatz … Mehr

1 Könige 17,1-16 (Elia am Bach Kerit und bei der Witwe zu Sarepta) – eine Predigthilfe von Walter Brueggemann: „In einer extremen Mangelsituation verkündet der Prophet überfließenden Überfluss. Elia ist darüber hinaus so gut wie sein Wort (1. Könige 17,16). Nein, er ist so gut wie Jahwes Wort, denn es ist ‚das Wort des Herrn‘, das die Umstände außer Kraft setzt und Leben im Überfluss garantiert. Beachten Sie, dass die Erzählung keine Erklärung liefert. Sie hat kein Interesse daran, wie all dies geschehen ist. Es ist ein Wunder! Es ist eine Tat, die wie ein Magnet Staunen hervorruft.“

In der revidierten Perikopenordnung ist für den 7. Sonntag nach Trinitatis in der dritten Predigtreihe 1Könige 17,1-16 vorgesehen. Da geben … Mehr

Gerhard von Rad, Bruder und Nächster im Alten Testament: „Nicht weil der Mensch so wertvoll ist und weil er unveräußerliche Rechte hat, sondern weil Gott es nicht will, darf der Arme nicht ausgebeutet werden, darf bei der Rechtsprechung die Waise nicht benachteiligt wer­den — all unser humanitärer Sozialismus ist doch nur eine Äußerung der Selbstbehauptung des Menschen.“

In seinem Aufsatz „Bruder und Nächster im Alten Testament“ skizziert Gerhard von Rad eine biblische Sozialordnung für Israel, über das … Mehr

Harald Weinrich, Narrative Theologie (vollständiger Text): „Es ist daher für mich der Verdacht nicht abweisbar, dass innerhalb der Theologie die Frage nach der Geschichte möglicherweise falsch gestellt ist. Die biblische Tradition legt vielmehr die Frage nach der Erzählung nahe. Denn ein großer Teil der als Bibel kanonisierten Texte, aber auch sonstiger sowohl oraler als auch skripturaler Texte des Christentums sind Erzählungen.“

Narrative Theology – dieses angloamerikanische Theologielabel verdankt sich einem Aufsatz des deutschen Romanisten Harald Weinrich aus dem Jahr 1973 in … Mehr