Karl Barth über die CDU im Brief an Gustav Heinemann vom Februar 1946: „Was ist das im Sinne des Na­mens und Anspruchs dieser Partei ‚Christliche‘? Hatte das einstige Zentrum nicht auch seinen starken konservativen Flügel, ist also von daher für das ‚Demo­kratische‘ der neuen Partei irgendeine Garantie geboten? Und was hat der protestantische Eheteil in dieser Sache beizu­steuern, wo man auch unter den besten BK-Theologen die meisten schon vor dem Wort ‚Demokratie‘ noch immer scheuen sieht wie die Kuh vor dem neuen Scheu­nentor? Was ergibt sich endlich daraus, daß diese Partei nun immerhin den äußersten rechten Flügel in der ganzen Konstellation bildet? Wer wird da ganz zwangsläufig Anschluß suchen und finden? Und was wird sich da unter Mißbrauch des ‚christlich‘ und unter Verhöhnung des ‚demokra­tisch‘ aufs neue breit zu machen wissen?“

Karl Barth über die CDU im Brief an Gustav Heinemann vom Februar 1946 Kann man christliche Politik machen, noch dazu … Mehr

Gustav Heinemann, Wider ein ,undogmatisches‘ Christentum (Brief an Wilhelm Röpke vom Heiligabend 1935): „Ich muss Dir sagen, dass ,undogmatisches‘ Christentum eine Selbsttäuschung ist. Entweder wird Christus geglaubt als der für uns Menschen gestorbene und auferstandene Sohn Gottes oder er wird es nicht. Entweder wird die Heilige Schrift angesehen als Bericht über die von Gott den Menschen gegebene Offenbarung seines Willens oder sie wird es nicht. Wer und wo immer an diesen Kernstücken etwas abstreift, um sich die Dinge ,undogmatischer‘ = mensch­licher, d. h. weniger ärgerlich und unverbindlicher zu machen, sollte sich nicht Christ nennen. Denn das ist nun einmal der grundlegende Unterschied zwischen Christentum und sonstigen Religionen, daß das Christ-sein eine völlige Unterwerfung unter etwas bedeutet, was wir nicht gemacht, gedacht oder erfunden haben, sondern was uns gegeben ist.“

Wider ein ,undogmatisches‘ Christentum (1935) Von Gustav Heinemann Als Wilhelm Röpke in einem Brief an seinen Studienfreund Gustav W. Heinemann … Mehr

Diether Koch über Gustav W. Heinemann: „Heinemanns Tätigkeit in der Bekennenden Kirche wuchs Mitte der 30er Jahre an Umfang. Als Mitglied des Bruderrats der Bekennenden Kirche der Rheinprovinz beriet er die Bekennende Kirche und einzelne Mitglieder in Rechtsfragen. 1937 übernahm er die Leitung des Christli­chen Vereins Junger Männer in Essen und bewahrte den Verein vor drohender Auflösung. Ein geheimer kirchlicher Nach­richtendienst wurde im Keller des Hauses Heinemann vervielfäl­tigt. Vom gehei­men Prozess gegen Martin Niemöller übermittelte Heinemann heimlich Nach­richten durch seinen Studienfreund Ernst Lemmer in die ausländische Presse und half damit der Weltöffentlichkeit zur Wachsamkeit. Seiner kirchlichen Tätigkeit räumte er neben seiner beruflichen gleichen Rang ein. Als ihm 1936 angeboten wurde, Vorstandsmitglied im Rhei­nisch-Westfälischen Kohlensyndikat zu wer­den, machte er zur Bedingung, seine kirchliche Tätigkeit weiterführen zu dürfen; daraufhin zog der Aufsichtsrat sein Angebot zurück.“

Gustav W. Heinemann Von Diether Koch I. Von vielen anderen Gestalten der deutschen Kirchengeschichte unterscheidet sich Gustav Heinemann in zweierlei … Mehr

Karl Barth in seinem Brief an Joachim Kahl in Sachen «Das Elend des Christentums» (1968): „Was ich vermisse, ist irgend etwas Lehrreiches, Hübsches, Einladendes und Hilfreiches über die «Humanität ohne Gott». Aber eben: Sie Glücklicher sind volle 55 Jahre jünger als ich, haben also noch weiten Raum vor sich, um diese m.E. bedenklichste Lücke Ihres Buches mit Hilfe der Philosophie, Soziologie und Politologie, der Sie sich nach Ihrem Ausgang aus der Theologie zugewendet haben, auszufüllen. Glückauf, tapferer Mann! Möge er sich auch als ein weiser Mann offenbaren!“

Brief an Joachim Kahl Von Karl Barth Nachdem Joachim Kahl 1967 an der Philipps-Universität Marburg mit der Arbeit Philosophie und … Mehr