Das ist eine Kunst: Das theologische Werk eines anderen sachgerecht darzustellen und zu würdigen, dessen Überzeugungen man selbst nicht teilt. … Mehr
Kategorie: Protestantismus und Religionismus
Gustav Heinemanns Brief an einen „Zuchthäusler“ von 1936: „Es gibt Ereignisse, die auch zwischen fremden Menschen alle Schranken mit einem Schlage niederbrechen. Dann stehen wir plötzlich nur noch als Brüder zueiander, weil wir in Gott einen und denselben Vater haben. Was Ihr Leben bisher erfüllt hat, ist nun zerbrochen. Ein gleiches Schicksal kann einen jeden von uns auf mancherlei Weise ereilen. Nur eines besteht. Das ist die Liebe Gottes des Vaters zu allen, die wir als seine Geschöpfe in dieser Welt leben. Nichts anderes kann ich für Sie erbitten, als dass Ihr Schicksal Ihnen zur Begegnung mit dem lebendigen, nicht von uns erdichteten Gott werde. Auch hinter Ihrer Bestrafung durch den Staat steht der Gott, der diese Bestrafung in seinen Plan mit Ihnen eingeordnet hat.“
Brief an einen „Zuchthäusler“ (1936) Von Gustav Heinemann Das Erstaunliche an Gustav W. Heinemanns Lebensweg ist dessen radikale Christwerdung. Seinem … Mehr
Karl Barths Abschied von „Zwischen den Zeiten“: „Es hätte keinen Sinn mehr, sondern es könnte die theologische und kirchliche Öffentlichkeit nur noch irreführen und verwirren, wenn wir fernerhin nach außen eine Gruppe und Front darstellen wollten.“
Abschied von „Zwischen den Zeiten“ Von Karl Barth Als wir im Herbst 1922 „Zwischen den Zeiten“ begründeten: Friedrich Gogarten, Eduard … Mehr
Paul Schempp, Randglossen zum Barthianismus (1928): „In der Diskussion über Barths Theologie bleibt man stecken, als ob Theologie ein so harmloses und friedfertiges Unternehmen wäre wie die Aufstellung der Jahresbilanz eines gut fundierten Geschäfts. Barth floriert, seine Bücher gehen und die Konkurrenz strengt sich an. Aber dies hindert nicht, daß der gesamte Produktionszweig, Kirche und Theologie, nur unter die Luxusindustrie zu rechnen ist; sie muß schon sehr interessante Artikel liefern, wenn das Publikum noch kaufen soll. Nicht die Ware, der Verkäufer, die Aufmachung, die Reklame und vor allem das Ansehen der Firma geben den Ausschlag. Der Erfolg: ein paar bedeutende Theologen, die Aufrechterhaltung des Betriebs mit staatlichen Mitteln, die Erhaltung der Absatzgebiete, die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse des Mittelstandes, die langsame Modernisierung; innerhalb der Wissenschaft, Bildung, Mentalität und Religiosität des 20. Jahrhunderts behaupten Theologie und Kirche ihr traditionelles Plätzchen, die Konjunktur schwankt, aber das Unternehmen ist gesicherter als der Friede Europas. Das alles wird gerechtfertigt durch die Theologie selber, nicht so plump und unglaubwürdig, dass das als Werk und Wille Gottes ausgegeben wird, nein, viel feiner und imponierender dadurch, dass der Zorn Gottes über all das gelegt wird, dass geschmettert und getobt wird wider die Gottlosigkeit der Kirche und die Unfruchtbarkeit und den Mangel an Geist in der Theologie.“
Randglossen zum Barthianismus Von Paul Schempp Schon 1928 hatte der damals 28jährige Paul Schempp in der Zeitschrift Zwischen den Zeiten … Mehr
Karl Barth, Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie (1922): „So gewiss wir irgendeinen Weg gehen müssen und so gewiss es sich wahrhaftig lohnt, wählerisch zu sein und nicht den ersten besten Weg zu gehen, so gewiss müssen wir bedenken, dass das Ziel unsrer Wege das ist, dass Gott selber rede, und dürfen uns also nicht wundern darüber, wenn uns überall am Ende unsrer Wege, und wenn wir unsre Sache noch so gut gemacht hätten, ja dann am meisten, der Mund verschlossen wird.“
Karl Barths Vortrag „Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie“ von 1922 ist ein theologischer Klassiker – expressive Sprache und … Mehr
Von verschiedenen Glaubensweisen unter Christen: „Der naive Glaube nimmt wörtlich, was göttlich ausgesprochen worden ist, hinterfragt nicht, sucht keinen höheren Sinn, sondern findet sich kindlich in einem göttlichen Vertrauensverhältnis wieder und bittet ‚wie die lieben Kinder ihren lieben Vater‘ (Martin Luther, Kleiner Katechismus).“
Von verschiedenen Glaubensweisen unter Christen Wir reden gemeinhin vom christlichen Glauben. Aber was ist damit gemeint? Wenn es um Glaubensinhalte … Mehr
Karl Barth über die CDU im Brief an Gustav Heinemann vom Februar 1946: „Was ist das im Sinne des Namens und Anspruchs dieser Partei ‚Christliche‘? Hatte das einstige Zentrum nicht auch seinen starken konservativen Flügel, ist also von daher für das ‚Demokratische‘ der neuen Partei irgendeine Garantie geboten? Und was hat der protestantische Eheteil in dieser Sache beizusteuern, wo man auch unter den besten BK-Theologen die meisten schon vor dem Wort ‚Demokratie‘ noch immer scheuen sieht wie die Kuh vor dem neuen Scheunentor? Was ergibt sich endlich daraus, daß diese Partei nun immerhin den äußersten rechten Flügel in der ganzen Konstellation bildet? Wer wird da ganz zwangsläufig Anschluß suchen und finden? Und was wird sich da unter Mißbrauch des ‚christlich‘ und unter Verhöhnung des ‚demokratisch‘ aufs neue breit zu machen wissen?“
Karl Barth über die CDU im Brief an Gustav Heinemann vom Februar 1946 Kann man christliche Politik machen, noch dazu … Mehr
Hannah Arendt über Paul Tillich: „Er war im Grunde dumm, ohne jedes Urteilsvermögen, aber gerade dies hing auf kuriose Weise mit einer echten ,Christlichkeit‘ zusammen“
Das ist das abschließende Urteil Hannah Arendts über Paul Tillich in einem Brief an Karl Jasper vom 23. Oktober 1965, … Mehr
George Lindbeck, Heilige Schrift, Konsens und Gemeinschaft (1988): „Inwiefern kann die Bibel heutzutage gewinnbringend als ein kanonisch und narrativ einheitliches, auf sich selbst bezogenes und sich selbst auslegendes Ganzes aufgenommen werden?“
Die Frage nach einem biblisch geprägten Glaubenssinn (sensus fidelium) innerhalb der Kirche in der Gegenwart ist seinerzeit George A. Lindbeck … Mehr