Als Martin Niemöller 1938 im Konzentrationslager Sachenshausen in Isolationshaft genommen wurde und vom Evangelischen Oberkirchenrat (EOK) seine Entfernung von der … Mehr
Kategorie: Protestantismus und Religionismus
Von Pfarrern und „ihrer“ Gemeinde: „Spreche ich als Pfarrer possessiv von ‚meiner‘ Gemeinde, über die ich das Sagen habe, eigne ich mir das unter Jesus Christus gemeinsam Geteilte eigenmächtig an. Mit gutem Grund ist in der ursprünglichen Luther-Bibel von der ‚Gemeine‘ und nicht von einer untergliedrigen Organisationseinheit ‚Kirchengemeinde‘ die Rede. Mit der ‚Gemeine‘ ist – im Sinne Martin Luthers – eben das Gemeinsame bzw. Gemeinschaftliche, an dem alle Mitglieder qua Priestertum aller Gläubigen partizipieren, hervorgehoben. Egal ob als Pfarrerin oder als ‚Laie‘ Christinnen und Christen sind zuallererst Mitglieder der örtlichen ‚Gemeine‘ Jesu Christi.“
Von Pfarrern und „ihrer“ Gemeinde „Meine Gemeinde“ heißt es aus dem Mund von Christinnen und Christen. Damit wird die eigene … Mehr
Martin Niemöller im Gericht mit seiner Kirche: „Wenn der Prophet Jona der Ansicht war, die Stadt Ninive müsse auf alle Fälle zugrundegehen, ob sie Buße tue oder nicht (Jona 3,4), so meinte ich oft, im Blick auf die alt-preußische Landeskirche mit guten – theologischen und moralischen – Gründen der gleichen Ansicht sein zu müssen.“ (Gedanken über den Weg der christlichen Kirche)
Als Martin Niemöller 1938 im Konzentrationslager Sachenshausen in Isolationshaft genommen wurde und er vom Evangelischen Oberkirchenrat (EOK) die Entfernung von … Mehr
Martin Luthers Anfrage an die Kirchensteuer als Zwangsabgabe: „Unser Herrgott hat sich und seiner Kirche das beste Regiment vorbehalten. Er kommt nicht mit dem Zwang des Gesetzes, sondern mit selbstgewählter Freiheit. Denn Christus sagt: Ich taufe dich, ich unterweise dich, ich spreche dich frei, ich predige dir, ich tröste dich. Wenn du es glaubst, dann hast du diesen Schatz; wenn du es nicht glaubst, dann ist der Schade dein. Mir geht nichts daran ab. Aber weltliches Regiment kommt mit Zwang: tu das und unterlass jenes. Wirst du mir nicht folgen – sagt die Obrigkeit – so strafe ich dich und geschieht mir Schaden.“
Gott hat das beste Regiment sich selbst vorbehalten Unser Herrgott hat sich und seiner Kirche das beste Regiment vorbehalten. Er … Mehr
Ich habe nicht Recht – Gott sei Dank: „Kommt der Zuspruch ‚Dir sind deine Sünde vergeben um Christi willen‘ im eigenen Glauben – d.h. im eigenen Christusbedingten Vertrauen in die göttliche Gerechtigkeit – für uns zur Geltung, vollzieht sich für unser Menschsein die lebensentscheidende Umkehrung. Ich muss als Mensch nicht aus meiner eigenen Selbstbehauptung leben – gleichsam wie in einer Ritterrüstung mit geschlossenem Visier –, sondern kann in Jesus Christus der liebestiefen Annahme meines Lebens offen ins Augen sehen. Wenn ich zu mir selbst sagen kann ‚ich habe nicht Recht, sondern Er hat für mich Recht‘, gebe ich mich selbst nicht verloren, sondern überlasse mich Seiner Gerechtigkeit und finde mich in Jesus Christus als Seinem Ebenbild wieder.“
Ich habe nicht Recht – Gott sei Dank „Ich habe nicht Recht“ ist für Christen der Grundsatz menschlicher Selbstgewissheit. Eine … Mehr
Grimms Wörterbuch (DWB) über den ‚lieben Gott‘: „Die heute gebräuchlichste Wendung ‚der liebe Gott‘ entspricht nicht dem biblischen Sprachgebrauch und kommt auch in der Lutherbibel nicht vor. Im Althochdeutschen erscheint liobi nur in Verbindung mit truhtîn (Herr), nicht aber mit got (Gott). Erst im Mittelhochdeutschen und besonders in älteren Volksliedern wird die Verbindung ‚der liebe Gott‘ gebräuchlich. Im eigentlichen Sinne des Attributs, also im Sinne von ‚gütig, gnädig, freundlich‘, wird es jedoch nur selten verwendet, wie etwa in dem Beispiel: ‚dass er vor sie den lieben Gott bat, damit er sie erlöse.'“
Über den „lieben Gott“ im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (DWB) Kindersprache ist mitunter Elternsprache, wenn verharmlosend … Mehr
opak 4 – die theologische Kreuzigung Gottes
Da finden sich der Aufsatz wieder, den ich 1993 am Ende meiner Studentenzeit zusammen mit Harald Olschner geschrieben hatte: opak … Mehr
Friedrich Wilhelm Kantzenbach über Wilhelm Löhe: „Die nach 1848 gegebenen besseren Möglichkeiten für eine vereinsmäßige Auflockerung der starren kirchlichen Strukturen hat Löhe voll auszuschöpfen versucht. Es ging ihm um das Gemeindeleben, das in den Landeskirchen durch die vom Pietismus schon praktizierten übergemeindlichen Vereinigungen aktiviert und vertieft werden sollte. Die neuerworbene Versammlungsfreiheit diente diesem Ziel. An sich war Löhe kein Freund besonderer Vereinigungen in der Kirche. Aber er erkannte, daß die Landeskirche nicht durch eine neue Verfassung sofort neu werden würde; nur von den Gemeinden aus war sein Ziel der Fortbildung des Luthertums zu einer apostolisch-episkopalen Brüderkirche möglich.“
Wilhelm Löhe (1808-1872) Von Friedrich Wilhelm Kantzenbach Der fränkische Theologe Wilhelm Löhe (1808-1872) zeichnet sich durch die Einheit von theologischer … Mehr
Friedrich Mildenberger über Spiritualität (1983): „Eine evangelische Frömmigkeit, die dem Rechtfertigungsverständnis der Reformation folgt, kann nicht so eindeutig wie die katholische Denkweise zwischen der Wirksamkeit des Heiligen Geistes auf den Menschen und der im Menschen dadurch bewirkten Prägung unterscheiden. Sie weiß um die bleibende Unfähigkeit des Menschen in seiner Beziehung zu Gott. Nur die bleibende Wirksamkeit des Heiligen Geistes kann ihr abhelfen, indem er selbst im Menschen den Glauben bewirkt. Bei der Heilsaneignung ist der Mensch ständig angewiesen auf den Zuspruch des Evangeliums in Wort und Sakrament, durch den sich die Wirksamkeit des Heiligen Geistes im Menschen vollzieht. Die Beziehung auf den Heiligen Geist läßt sich darum nicht als Aktualisierung einer gnadenhaften Befähigung zum geistlichen Lebensvollzug beobachten; Anschauung dieser Beziehung ist vielmehr allein der Zuspruch des Evangeliums.“
Ein konziser Text in Sachen Spiritualität aus evangelischer Sicht ist der Beitrag von Friedrich Mildenberger aus der vierten Auflage des … Mehr