Hans Joachim Iwand, Predigt über Johannes 13,1-15 an Gründonnerstag (1950): „Gerade darum ist uns Jesus immer wieder so fremd und zwar dieser Jesus, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen, und der doch ein Herr ist. Wenn wir ihn lieb gewonnen haben, wenn er uns Eindruck gemacht hat mit seinen Worten und Taten, wollen wir ihm dienen. Er soll uns unter keinen Umständen die Füße waschen – das wäre ja die Umkehrung aller Ordnung –, denn damit würde das unterste zuoberst gekehrt, die Herren würden Diener sein und die Knechte Herren. Ganz unten, wo niemand stehen will, würde der Herr aller Herren stehen, und ganz oben, wo niemand hinzukommen glaubte, da würden die Jünger und die Knechte stehen. Gott so tief unten, dass keiner von uns da sein möchte, wo er ist, und der Mensch so hoch oben, dass keiner sich getraut, das auch nur zu denken. Aber gerade das ist es, was Jesus Liebe nennt.“

Eine eindrückliche Predigt über Johannes 13,1-15 hatte Hans Jochim Iwand am 6. April 1950 im „Haus der helfenden Hände“ in … Mehr

Martin Luther, Osterpredigt zu Markus 16,1-8 von 1533: „Also soll man die Person groß machen. So aber die Person groß ist, so muss auch die Auferstehung, welche in dieser Person geschehen ist, groß sein. Christus ist wahrhaftiger Gott und wahrhaftiger Mensch, wahrhaftiger Gottes und der Jungfrauen Sohn, größer denn Himmel und Erde. Dazu ist er unschuldig und ohne alle Sünde. So nun ein Christ diese Größe der Person fasst, so erkennt er auch die Größe der Frucht. Wie gering ist Sünde, Tod und Teufel gegen Christus? So aber Christus größer ist, denn Himmel und Erde, größer denn Sünde, Tod und Teufel; so muss auch alles sehr groß sein, was er leidet und tut. Groß muss sein Leiden sein; groß muss auch seine Auferstehung von den Toten sein.“

Dass Jesu Auferstehung von den Toten untrennbar mit der Menschwerdung des Gottessohnes verbunden ist, davon handelt Martin Luthers Predigt über … Mehr

Christoph Blumhardt, Osterpredigt zu Markus 16,1-8 (1914): „»Jesus ist auferstanden!« ist das Größte, was man überhaupt verkündigen kann. Es ist der Gipfel des Evangeliums, die Höhe alles dessen, was Jesus im Erdenleben gewesen war, und diese Verkündigung oder diese Tatsache, die verkündigt wurde: »Jesus ist auferstanden«, ist mit einemmal eine Tatsache geworden, die sich der ganzen Weltgeschichte entgegensetzt. Der ganze Lauf der Welt ist immer nur sterben, und die Erde ist ein großmächtiges Grab, in welchem nicht nur Menschen, sondern auch alle früheren Kreaturen begraben liegen und zu den Toten gehören. Und nun auf einmal in diesen Lauf der Welt, an den wir uns leider im Christen­tum auch gewöhnt haben, als ob gar nichts anderes mehr möglich wäre, als nur das Grab alles Lebendigen, kommt die Verkündigung: »Da ist einer auferstanden, der ist gestorben und lebt wieder.« Ja, da kann einen Furcht und Zittern ankommen oder auch Unglauben; und ich weiß nicht, ob es viele Menschen heute gibt, in deren Herzen die Verkündigung: »Er ist wahrhaftig auferstanden« wirklich lebendig wird. Wir hören es so mit christlichen Ohren, und das sind oft die taubsten in der ganzen Welt.“

Kurz vor dem 1. Weltkrieg hatte der württembergische Pfarrer (und Sozialdemokrat) Christoph Blumhardt (1842-1919) mit seiner Osterpredigt über Markus 16,1-8 … Mehr

Hans Joachim Iwand in seiner Palmsonntagspredigt zu Matthäus 21,1-9 von 1945: „Es gehört zum Glauben dazu, in Jesus den König zu erkennen und anzuerkennen. Wir Menschen neigen alle dazu, uns dem zu beugen, der seine Macht und Autorität durch äußere Kennzeichen erweist. Wir neigen alle dazu, uns eher den Tyrannen zu beugen, als dem, der um unseren freien Gehorsam wirbt, wir neigen alle dazu, mehr auf Drohungen zu hören oder auf Versprechungen, und wir verstehen unter Herrschaft nur allzu leicht Gewalt und Macht. So ist es ja auch in der Welt und darum geht die Welt zugrunde.“

Da war Dortmunds Innenstadt nach den Bombenangriffen am 12. März 1945 völlig zerstört, so dass Iwand diese Predigt wohl am … Mehr

Ungenießbar! – „Wer mein Fleisch isst …“ Predigt zu Johannes 6,55-65: „Beim Abendmahl mit Brot und Wein sagt sich Jesus Christus uns leibhaftig zu: Er verbindet sich mit unserem Leib, nimmt auch unser Leben in Leib und Blut für das ewige Leben bei Gott an. Die göttliche Lebensgemeinschaft ist eben keine Kopfgeburt, die uns in Fleisch und Blut der Vergänglichkeit überlässt.“

Ungenießbar! – „Wer mein Fleisch isst …“ Predigt zu Johannes 6,55-65 „Abendmahl“ heißt das großflächige Bild (1,60 mal 2 Meter), … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über 2. Korinther 12,10 (Neujahrsbetrachtung 1959): „Wir meinen so oft, in unserem ruhigen sicheren Westen hätte die Kirche nichts zu fürchten. Aber ist es nicht so, dass die Kirche sich vor nichts mehr fürchten muss, als vor der Sicherheit? Das Wasser muss uns ins Schiff laufen, damit wir schreien. Wir müssen Sturm erfahren, damit wir beten. Wir müssen beten, damit Christus uns helfen, damit Jesus uns Christus sein kann. Heil denen, die so angefochten sind, ihnen ist Christus nahe.“

Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark Von Hans Joachim Iwand 2. Korinther 12,10b: Denn, wenn ich schwach bin, … Mehr