Jürgen Moltmann, Predigt über 1. Mose 32, 25-32 (zum Gedenken an die Theologische Schule Norton Camp 1945-1948): „Was wie ein grimmiges Schicksal aussah, als es begann, wurde für uns zu einem unverdient reichen Segen. Es begann in der Nacht des Krieges, und als wir nach Norton Camp kamen, ging uns die Sonne auf. Wir kamen mit verletzten Seelen, und als wir gingen, war ‚meine Seele genesen‘.“

Predigt über 1. Mose 32, 25-32 (um Gedenken an die Theologische Schule Norton Camp 1945-1948) Von Professor Dr. Jürgen Moltmann … Mehr

Dramatische Interpretation zum Gottesknechtslied Jesaja 53: „Warum begibt sich diese Person freiwillig vor aller Augen auf die Bühne ihrer eigenen Hinrichtung? Warum setzt sie sich dieser Bloßstellung aus? Die Zuschauer rätseln. Während sie weiter hinschauen und sich nicht abwenden, beginnt sich ihre Wahrnehmung zu verändern. Sie spüren langsam, dass sie selbst in das Geschehen hineingezogen sind: Der dort unten erleidet, was sie selbst bedrückt: Krankheit, Leid und vor allem Schuld. Es ist, als entweiche alle negative Energie aus den Zuschauern, ströme in ihn hinein und entfalte in ihm ihre tödliche Wirkung. Im Anblick seines entstellten Leidens löst sich die Verneinung des eigenen Lebens. Das Geschehen an ihm wird zur Erlösung für die Zuschauer. So stimmen sie schließlich in den Chor der Erlösten ein.“

Dramatische Interpretation zum Gottesknechtslied Jesaja 53 Die Geschichte vom leidenden Gottesknecht vereint verschiedene Stimmen. Gerahmt wird sie von der Stimme … Mehr

Hans Joachim Iwands Hiobspredigt vom Juli 1944 im Hinblick auf Hiob 19,19-27: „Gerade weil es Gott ist, an dem er leidet, ist es auch Gott der ihm hilft. Hiob kann nicht dabei stehen bleiben, daß Gott sein Feind ist, er kann nicht dabei stehen bleiben, daß er von Gott selbst an den Satan preisgegeben ist. Zu allerletzt wird es anders sein.“

Im Sommer 1944 predigte Hans Joachim Iwand in den Wochenschlussgottesdiensten in der St.-Marien-Kirche in Dortmund über Hiob. Hier seine siebte … Mehr

Paul Schneiders letzte Predigt zu Erntedank 1937 über Psalm 145,15-21, die ihn in den Tod führte: „Schlimmer als Teurung des Brotes ist für ein Volk die Teurung des Wortes Gottes. Dass wir solche Zeit der Teurung des Wortes Gottes im deutschen Volk befürchten müssen, da schon viele evangelische Pfarrer, die lauter und rein und ohne Scheu vor dem Mißfallen der öffentlichen Gewalten Gottes Wort und Willen verkündigen, Gefangenschaft und Verfolgung erleiden, das will uns die Freude und den Dank dieses Erntedankfestes dämpfen.“

Paul Schneider hatte am 3. Oktober 1937 vormittags seine Predigt im Erntedankgottesdienst in seiner Kirchengemeinde Dickenschied im Hunsrück gehalten. Nachdem … Mehr

Rudolf Bohren, Das Wort und die Kraft von 1952: „Lessing antwortet: »Gewiß, lieber Herr Pfarrer Bohren, ich zweifle ja nicht, daß Sie und alle Ihre hier versammelten Kollegen sehr schön und rührend über die Seligen, die nicht sehen und doch glauben, zu predigen wüßten! Aber was soll dann ich Unseliger? Ich bin kein Gotteskind. Ich bin ein Zweifler. Ich muß schauen. Bin ich darum ewig verloren?«“

Das Wort und die Kraft[1] Von Rudolf Bohren I. Vorspiel Brauchen wir einmal unsere Phantasie. Stellen wir uns vor: hier … Mehr