Paul Schneiders letzte Predigt zu Erntedank 1937 über Psalm 145, 15-21, die ihn in den Tod führte: „Schlimmer als Teurung des Brotes ist für ein Volk die Teurung des Wortes Gottes. Dass wir solche Zeit der Teurung des Wortes Gottes im deutschen Volk befürchten müssen, da schon viele evangelische Pfarrer, die lauter und rein und ohne Scheu vor dem Mißfallen der öffentlichen Gewalten Gottes Wort und Willen verkündigen, Gefangenschaft und Verfolgung erleiden, das will uns die Freude und den Dank dieses Erntedankfestes dämpfen.“

Zentralbild Hafermahd bei Lübben [im Spreewald] 1931

Paul Schneider hatte am 3. Oktober 1937 vormittags seine Predigt im Erntedankgottesdienst in seiner Kirchengemeinde Dickenschied im Hunsrück gehalten. Nachdem Gottesdienstteilnehmer ihn danach bei der Polizei in Kirchberg angezeigt hatten, wurde er nachmittags auf dem Weg zum Gottesdienst in Womrath verhaftet und in das Gefängnis der Geheimen Staatspolizei Koblenz gebracht. Von dort wurde er am 27. November 1937 in das Konzentrationslager Buchenwald verlegt, wo er am 18. Juli 1939 von dem Lagerarzt Erwin Ding-Schule ermordert wurde.

Predigt über Psalm 145,15-21 zu Erntedank

Von Paul Schneider

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebt, mit Wohlgefallen. Der Herr ist gerecht in allen sei­nen Wegen und heilig in allen seinen Werken. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich! (Psalm 145, 15-21)

Liebe Gemeinde! Erntedankfest auch in diesem Jahr der Kirchennot! Es war uns in der Kirche im Dorf und auch in der Stadt immer ein be­sonders freudiges Fest, über den Früchten des Feldes als dem äußerlich sichtbaren Segen, den Gott auf unsere Arbeit gelegt, womit er uns Scheuern und Keller wieder gefüllt hat, Gott zu danken. Das ist dieses Jahr nicht anders, und so wollen wir uns die Freude und den Dank auch dieses Jahr nicht rauben, nicht ersticken las­sen durch alle Stürme der Not, die über unsere teure evangelische Kirche dahinbrausen. Auch heute wollen wir mit dem Psalmsänger froh werden des Gebens und des Waltens Gottes über seinen Ga­ben, die er uns aufs neue gegeben hat.

Wie reich und gütig ist Gott in seinem Geben! Das sagen uns die ersten Verse unseres Psalm­textes, der vielen ein liebes Tischgebet ist. Wir wollen heute auf zwei Worte daraus sonderlich achten. Da steht einige Male groß geschrieben und zugleich so nah und vertraut auf uns zu­kom­mend das Wörtlein Du oder auch Dich. Aller Augen warten auf dich, du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du tust deine milde Hand auf und erfüllest alles, was lebt, mit Wohlge­fallen. Da sehen wir hinter der Kraft unserer Arme bei der Arbeit, hinter der Trieb- und Keim­kraft der Erde, hinter allem geheimnisvollen Sprießen und Wach­sen zwar unsichtbar, aber doch lebendig und wirklich das persönliche, väterliche Du des leben­digen Gottes und Vaters im Himmel. Dieses Du ist es, das noch immer nach seiner Verheißung im Bunde mit Noah die Erhaltungsordnungen gnä­dig über dieser sündigen Erde und Menschheit festhält: „Solange die Erde steht, soll nicht auf­hören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Som­mer und Winter, Tag und Nacht.“ Laßt uns doch nicht Gott die Ehre rauben und nicht hinter Naturgesetze und Natur­kräfte, hinter die Ge­setze und Kräfte von Blut und Boden uns flüch­ten und verstecken, um diesem großen persön­lichen Du des lebendigen Gottes zu entgehen, das in seinen Gaben so väterlich, so warm, so vertraut heute am Erntedankfest auf uns zukommt!

Da steht noch ein zweites kleines Wort in un­serem Text, das uns die reiche Güte göttlichen Gebens ausdrückt und in seiner Wiederholung nachdrücklich betont: das Wörtlein alles und alle. Aller Augen warten auf dich; du erfüllest alles, was lebt, mit Wohlgefallen. Dazu gehört die un­vernünftige Kreatur, die in ihrem tierischen In­stinkt, wie wir sagen, ihr Futter sucht und auf Gottes Gaben wartet. Sie ist an ihrem Teil und in ihrer Art uns ein Vorbild, wie unser Hei­land selbst auf das sorglose Ernährtwerden der Vögel unter dem Himmel durch unseren himmlischen Vater hin weist. Die Henne, die den Schluck Was­ser findet, hebt das Köpfchen wie dankend zum Himmel und mahnt damit uns vernunftbegabte Menschen an den Geber, von dem auch all unser Trank und Speise kommt. Des Nachts gehen die Raubtiere aus und finden ihren Raub zur Stillung ihres Hungers. So geht dann auch der Mensch frühe aus an seine Arbeit und findet Verdienst und Nahrung. Alle, auch die bösen und gottlosen Menschen, ob sie es erkennen und zugeben und Gott Dank wissen oder nicht, warten auf Gottes sich öffnende Hand. Auch ein Belsazar, ein gott­loser, stolzer Weltherrscher in Babylon, der sich über Gott erhebt und stolz und trotzig spricht: „Dies ist die große Babel, die ich mir erbaut habe durch meine Macht, zu Ehren meiner Herrlich­keit“, hat diese Macht doch nur von Gott geliehen bekommen, wie er auch bald mit Schrecken erken­nen muß. Auch alle, die Gott nicht über seinen Gaben danken, empfangen sie doch von dem, der seine Sonne aufgehen läßt in seiner reichen Güte über die Bösen und über die Guten und regnen läßt über Gerechte und Ungerechte.

Aber viel reicher noch ist Gottes Geben. Auf die Gaben seiner Hand aus unseren Feldern und Äckern legt er sein segnendes Wort, so wie es die Früchte auf dem Altar unserer Kirche an­deuten. Mit unserer Ernte ruft er uns herein in sein Haus zum Gottesdienst, daß wir ihn, den Geber, mit Gebet und Flehen darüber anrufen. Unter seinem heiligen, segnenden Wort soll uns der Segen seiner Gaben erst aufgeschlossen werden. Hier sollen und dürfen wir erkennen, daß Gott uns als Vater unseres Herrn Jesus Christus und durch ihn auch unser Vater, alles gibt. Hier lernen wir, daß Gott die Welt noch unter seinen gnädigen Erhaltungs­ordnungen hält, nicht wegen unserer Tüchtigkeit und Würdigkeit, sondern weil das Blut seines lieben Sohnes vom Kreuz von Golgatha für uns um Barmherzigkeit zum Vater gen Himmel schreit. Hier ruft uns Gott mit allen anderen Gaben seiner Hand zur Gabe aller Gaben, zu Je­sus Christus. Hier gibt Jesus Christus selbst sich uns als Brot der Seele zum ewigen Leben.

Nun ermessen wir den Reichtum der Güte Gottes in den Gaben zu unserer leiblichen Not­durft, daß er uns dadurch erhalte, damit uns das Heil und die Erlösung in Jesu Christo gepredigt werde und noch viele selig werden. Nun werden wir bewahrt vor dem Mißbrauch der Gaben Got­tes in sorgendem Geiz oder hochmütiger Ver­schwendung, daß unser Herz darüber hart und stolz und sicher wird wie das des Kornbauern im Gleichnis und wir uns vermessen möch­ten, daß unsere Seele von den irdischen Gaben leben soll: Iß und trink, liebe Seele, du hast jetzt einen Vor­rat für viele Tage! Nun gewinnt unser Dank­gebet erst den vollen, warmen Ton zum Herzen Gottes hin, und wir preisen Gottes reiches, gütiges Geben recht, wenn wir spre­chen: Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust dei­ne Hand auf und er­füllst alles, was da lebt, mit Wohlgefallen.

Die reiche Güte Gottes in seinem Geben ver­bindet sich mit der Heiligkeit und Gerechtigkeit in seinem Walten; und nun möchten wir ausrufen: Wie heilig und gerecht ist Gott in seinem Tun! Wie Gott diese Welt unter dem Kreuz seines lieben Sohnes noch unter seinen gnädigen Er­haltungsordnungen hält, so ist dies teure, un­schuldig für unsere Sünden vergossene Blut auch die Garantie für die Heiligkeit und Gerechtigkeit des göttlichen Waltens. Um dieses Blutes willen will Gottes Güte im Geben und Nehmen, im Ge­währen und Versagen zur Buße leiten. „Will man sich nicht bekehren, so hat Gott seinen Bogen schon gespannt.“ Wehe de­nen, die über Gottes Gaben weltselig und gottvergessen werden! Um seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit willen hat Gott auch Mißwachs und teure Zeit, Dürre und unfruchtbare Jahre, Ar­mut und Krankheit ein­gebettet in seine gnädigen Erhaltungsordnungen. Diese Nöte sind sein aufgehobener heiliger Finger für den einzelnen und für ganze Völker, daß man Gott nicht vergesse und aus der gnädigen Hand des allein Heiligen und Gerechten alle Gaben nehme, in Demut und Buße seinen Segen suchend.

Heilig und gerecht sind Gottes Wege auch mit der Gabe seines Wortes. Laßt uns das bei die­sem Erntedankfest nicht vergessen und wohl be­denken! Schlimmer als Teurung des Brotes ist für ein Volk die Teurung des Wortes Gottes. Daß wir solche Zeit der Teurung des Wortes Gottes im deutschen Volk befürchten müssen, da schon viele evangelische Pfarrer, die lauter und rein und ohne Scheu vor dem Mißfallen der öffentlichen Ge­walten Gottes Wort und Willen verkündigen, Gefangenschaft und Verfolgung erleiden, das will uns die Freude und den Dank dieses Erntedank­festes dämpfen. Es gab auch in Israel Zeiten, von denen es heißt, daß Gottes Wort teuer war im Lande. Zu Elias Zeiten war außer ihm kein Pro­phet Gottes im Lande, weil die gottlose Königin Isebel und ihr ebenso gottloser Gemahl Ahab die Propheten des Herrn ausgerottet hatten im Lande. Solche Zeiten waren keine gesegneten und guten für Israel. Sie brachten mit sich gottloses Regiment, Kriegsnöte, Armut und Teuerung. Es ist aber der Menschen und der Völker Schuld, wenn solche teure Zeit des Wortes Gottes kommt. Auch wir haben diese Zeit der Kirchennot in Deutsch­land wohl verdient mit unserer Gleichgültig­keit und Verachtung des göttlichen Wortes. Aber wehe uns, wenn wir nicht mehr die Säe- und Ernte­arbeit treiben dürfen am göttlichen Wort mit Alten und Jungen in unseren Dörfern und Ge­meinden! Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Scha­den an seiner Seele! Darum, o Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!

Das heilige und gerechte Walten Gottes teilt sich in Wege der Gnade für die ernsthaften Beter, für die Gottesfürchtigen, für die, die in ihrer Not zu Gott schreien können und wollen, für die­jenigen, die Gott, den Geber, liebhaben, mehr als alle seine Gaben und seine Geschöpfe, und in Wege des Gerichts für alle Gottlosen. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Wenn wir etwas ernsthaft von ihm mit gottesfürchtigem Herzen begehren, will er unser Schreien hören, daß wir seine Hilfe er­fahren. Das soll gelten für die Not ums Brot und für die Not ums Wort Gottes, für die Not der Existenz, die heute so manchen Gottes­fürchtigen bedroht, und für die Kirchen- und Gemeindenot. Wir sind gefragt, ob wir uns von der Kirchen-, Gemeinde- und Schulnot denn haben ernsthaft ins Beten hineintreiben lassen. Waren wir ebenso be­sorgt um die christliche Unterweisung unserer Kinder, wie wir froh waren, daß wir sie wegen des ausfallenden Schul- und kirchlichen Unter­richts frei hatten zur Arbeit? Ach, um die Ge­meinde und Kirche und ihre christlichen Anliegen wird nicht genug und nicht ernstlich genug ge­betet! Woran liegt es? Viele sind, die sich erst gar nicht in die Not von Gott wollen hineinfüh­ren lassen, nicht in die Not ums Brot und die Exi­stenz, nicht in die Not um die Kirche und das Wort Gottes. Viele sind, die vorher ausbiegen auf die Wege der Welt, auf ihre krummen Wege der Heuchelei, der Unaufrichtigkeit, der Lüge, des Kompro­missemachens mit dem Geist dieser Welt und des Ungehorsams. Wie sollte aber der, der sich nicht in die Not mitten hineinführen lassen will, die Erfahrung der Hilfe Gottes machen kön­nen? Es ist unmöglich. So bringt er sich selbst um die Erfahrung des lebendigen Gottes und sei­ner herrlichen Hilfe.

Wir sollen es heute wissen, daß das Bekenntnis zu Jesus uns etwas kostet, daß wir um seinet­willen in mancherlei Not und Gefahr, in Schmach und Verfolgung kommen müssen. Wohl dem, der dieser Not nicht aus weicht! Er darf es dann auch erfahren, daß Gott ein Nothelfer ist und sich als solcher finden läßt. Er darf es erfahren, was Gott den Gottesfürchtigen verheißt: Noch ehe sie rufen, will ich sie hören; noch ehe sie schreien, will ich ihnen antworten. Er darf sich dessen trö­sten mitten in der Not: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe!“ Ja, der Gerechte und er allein ist auch in seinem Tode ge­trost und spricht: „Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, alle­zeit meines Herzens Trost und mein Teil.“

Die Gnade der wunderbaren Hilfe und Durch­hilfe Gottes soll auch die Gemeinde und Kirche Jesu Christi erfahren, die sich der Not nicht wei­gert. Mitten im Sturm gilt ihr das Wort ihres Herrn, daß die Pforten der Hölle sie nicht über­wältigen sollen. Er, der Herr selber, will sich le­bendig und wirklich in ihrer Mitte bezeugen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“

Es fehlte aber etwas an der Heiligkeit und Ge­rechtigkeit des Waltens Gottes, wenn seine Wege nicht auch Gerichtswege wären für alle Gott­losen. Als Belsazar, der babylonische Welt­herrscher, in seinem gottlosen, stolzen und ver­schwenderischen Mißbrauch der Gaben Gottes ausgereift war, als er aus den heiligen Geräten des Tempels gotteslästerlich soff mit seinen Gro­ßen und ihren Weibern und Kebsweibern, als ihm nun Gottes Flammenschrift an der getünchten Wand des Königssaales erschien und er auch jetzt nur mehr erschrak, statt sich zu bekehren, da war sein Gericht gekommen: „… und ward Belsazar in selbiger Nacht von seinen Knechten umgebracht.“ Wie über den reichen Kornbauern im Gleichnis, so steht über jedem Bauern, der über dem Bauen und Füllen seiner Scheunen das Bauen des Reiches Gottes ver­säumt, die Gerichts­stunde: „Du Narr, heute wird man deine Seele von dir fordern!“

Wehe den Verführern, welche die Leute, ein Volk, seine Jugend verführen, abzufallen von dem lebendigen Gott und seinem Wort, das allein die Seele satt macht zum ewigen Leben! Wehe auch denen, die sich verführen lassen, Eltern und Kinder, weil ihnen das irdische Brot wichtiger ist als das ewige, göttliche Himmelsbrot! Wehe einem ganzen Geschlecht, von dem nichts weiter mehr zu sagen ist, als von dem Geschlecht zu Noahs Zeit: Sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien! Über ihm steht nur noch die Gerichts­macht Gottes in seinem letzten, ewigen Gericht. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Du gleich­gültiger und sicherer und selbstgerechter Sünder, mache dich auf und suche deinen Heiland!

Erntedankfest! Wir rühmen den Reichtum der Güte Gottes in seinen Gaben. Wir rühmen die Gerechtigkeit und Fleiligkeit seines Waltens. Was soll denn nun unser Dank sein? Das sagt uns der letzte Vers unseres Textes: „Mein Mund soll des Herrn Lob sagen.“ Nicht der Mund eines andern, etwa nur eines Pfarrers, sondern dein Mund soll deinen Gott als den Vater unse­res Herrn Jesu Christi bekennen, hier in und vor der Gemeinde, aber ebenso auch draußen vor der Welt und der Öffentlichkeit, vor denen, die es hören wollen, und denen, die es nicht hören wollen, vor Volk und Staat und Obrigkeit. „Alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich!“ Das be­deutet, daß Gottes Lob und Ehre nicht im Winkel bleiben darf. Wenn darum unser Weg, liebe Ge­meinde, heute so angefochten ist, wie es denn offenbar ist, weil man von eurem Festhalten und Bekennen rundum spricht, weil man das Lob und Bekenntnis des Herrn und seiner Kirche nicht so haben will, so soll das eine Ehre sein und eine Er­mun­terung, fortzufahren auf dem Wege der ihren Herrn laut bekennenden Kirche. Das sei unser Erntedank! Kommt, schließt die Reihen!

Ich sing’ in Ewigkeit von des Erbarmers Huld.
Er liebet treu sein Volk, vergibt und hat Geduld.
Mein Mund soll seine Treu’ und Wahrheit laut verkünden,
daß auch die Enkel Gott, wie wir ihn fanden, finden.
Ja, seine Gnade steigt, sich ewig zu erhöhen,
und seine Wahrheit bleibt im Himmel feste stehen.
Amen!

Gehalten am 3. Oktober 1937 in Dickenschied.

Quelle: Rudolf Wentorf (Hrsg.), … und sollst mein Prediger bleiben. Zeugnisse von Paul Schneider, Gießen-Basel: Brunnen, 1966, S. 148-158.

Hier Paul Schneiders Predigt als pdf.

2 Kommentare

  1.  

    Lieber Kollege Jochen Teuffel,

     

    ganz herzlichen Dank für diese erneut sehr eindrücklich Quelle. Ich lese und teile es immer wieder gerne und bekomme wichtige Anregungen … Weiterhin Gottes Segen für diese Ausgraben und Bereitstellen wichtiger Fundstücke …

     

    Gesendet: Samstag, 06. März 2021 um 04:10 Uhr Von: "NAMENSgedächtnis" <comment-reply@wordpress.com> An: trostpunkte@online.ms Betreff: [Neuer Eintrag] Paul Schneiders letzte Predigt zu Erntedank 1937, die ihn in den Tod führte: „Schlimmer als Teurung des Brotes ist für ein Volk die Teurung des Wortes Gottes. Dass wir solche Zeit der Teurung des Wortes Gottes im deutschen Volk befürchten müssen, da schon viele evangelische Pfarrer, die lauter und rein und ohne Scheu vor dem Mißfallen der öffentlichen Gewalten Gottes Wort und Willen verkündigen, Gefangenschaft und Verfolgung erleiden, das will uns die Freude und den Dank dieses Erntedankfestes dämpfen.“

    Jochen Teuffel veröffentlichte:" Zentralbild Hafermahd bei Lübben [im Spreewald] 1931 Paul Schneider hatte am 3. Oktober 1937 vormittags seine Predigt im Erntedankgottesdienst in seiner Kirchengemeinde Dickenschied im Hunsrück gehalten. Nachdem Gottesdienstteilnehmer ihn danach bei d"

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    Paul Schneiders letzte Predigt zu Erntedank 1937, die ihn in den Tod führte: „Schlimmer als Teurung des Brotes ist für ein Volk die Teurung des Wortes Gottes. Dass wir solche Zeit der Teurung des Wortes Gottes im deutschen Volk befürchten müssen, da schon viele evangelische Pfarrer, die lauter und rein und ohne Scheu vor dem Mißfallen der öffentlichen Gewalten Gottes Wort und Willen verkündigen, Gefangenschaft und Verfolgung erleiden, das will uns die Freude und den Dank dieses Erntedankfestes dämpfen.“ von Jochen Teuffel

    Zentralbild Hafermahd bei Lübben [im Spreewald] 1931

    Paul Schneider hatte am 3. Oktober 1937 vormittags seine Predigt im Erntedankgottesdienst in seiner Kirchengemeinde Dickenschied im Hunsrück gehalten. Nachdem Gottesdienstteilnehmer ihn danach bei der Polizei in Kirchberg angezeigt hatten, wurde er nachmittags auf dem Weg zum Gottesdienst in Womrath verhaftet und in das Gefängnis der Geheimen Staatspolizei Koblenz gebracht. Von dort wurde er am 27. November 1937 in das Konzentrationslager Buchenwald verlegt, wo er am 18. Juli 1939 von dem Lagerarzt Erwin Ding-Schule ermordert wurde.

    Predigt über Psalm 145,15-21 zu Erntedank

    Von Paul Schneider

    Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebt, mit Wohlgefallen. Der Herr ist gerecht in allen sei­nen Wegen und heilig in allen seinen Werken. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich! (Psalm 145, 15-21)

    Liebe Gemeinde! Erntedankfest auch in diesem Jahr der Kirchennot! Es war uns in der Kirche im Dorf und auch in der Stadt immer ein be­sonders freudiges Fest, über den Früchten des Feldes als dem äußerlich sichtbaren Segen, den Gott auf unsere Arbeit gelegt, womit er uns Scheuern und Keller wieder gefüllt hat, Gott zu danken. Das ist dieses Jahr nicht anders, und so wollen wir uns die Freude und den Dank auch dieses Jahr nicht rauben, nicht ersticken las­sen durch alle Stürme der Not, die über unsere teure evangelische Kirche dahinbrausen. Auch heute wollen wir mit dem Psalmsänger froh werden des Gebens und des Waltens Gottes über seinen Ga­ben, die er uns aufs neue gegeben hat.

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